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Moser Tiana Angelina · Nationalrat · 2008-06-02

Moser Tiana Angelina · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP/EVP/glp · 2008-06-02

Wortprotokoll

Wir Schweizerinnen und Schweizer sind begeisterte Sportler, und das in zunehmendem Masse. Darüber können und sollen wir uns nur freuen. Wer regelmässig Sport treibt, ist gesünder, weniger gestresst und ausgeglichener. Gerade für Kinder und Jugendliche ist regelmässige Bewegung in Vereinen besonders wertvoll. Sich aneinander messen und an die eigenen Grenzen gehen, und zwar in einem fairen Umfeld, ist nicht nur gesund, sondern prägt auch die Persönlichkeit. Gerade in Leistungssportarten, wie z. B. in der Leichtathletik, steigt mit zunehmendem Alter der Leistungsdruck. Auch der Umgang damit will gelernt sein. Sport in einem fairen Umfeld, in dem jeder an sich arbeitet, um das Beste zu geben und sich oder sein Team weiterzubringen, ist eine nur schwer ersetzbare Lebensschule. Ich kenne das selbst bestens, habe ich doch einen grossen Teil meiner Jugend auf der Leichtathletikanlage verbracht und mich über Erfolge gefreut und über Niederlagen geärgert.

Die Fairness ist das Herzstück des Sportes. Die zunehmende Zahl von Dopingfällen in den Leistungssportarten ist deshalb so erschütternd, weil sie die Sportbegeisterung im Keim erstickt. Ein faires, begeisterndes Ringen und Erkämpfen des besten Resultates ist nicht mehr möglich, wenn das Vertrauen in die Fairness des Gegners oder der Teamkollegen nicht mehr gegeben ist.

Doping ist zudem für alle Athleten mit enormen Gesundheitsrisiken verbunden; auch deshalb muss es bekämpft werden. Die verschiedenen plötzlichen Todesfälle im Radsport oder in der Leichtathletik sind Ihnen bestimmt noch in klarster Erinnerung. Aber auch wenn Doping keine gesundheitlichen Risiken mit sich bringen würde, müssten wir mit aller Kraft verhindern, dass der Sport zu einem Wettkampf um das beste Medikament wird. Es ist deshalb auch besonders erfreulich, dass der Beitritt zur Unesco-Konvention so breite Unterstützung findet.

Die Unesco-Konvention gegen Doping im Sport schliesst eine wichtige Lücke in der Dopingbekämpfung. Die privatrechtlichen und öffentlich-rechtlichen Akteure übernehmen unterschiedliche, sich gegenseitig ergänzende Rollen in der Dopingbekämpfung. Sowohl die privaten wie auch die öffentlichen Akteure müssen bei all ihren Massnahmen auf nationaler und auf internationaler Ebene zusammenarbeiten, denn nur die Zusammenarbeit auf allen Ebenen wird eine langfristige Zielerreichung ermöglichen.

Während sich die privatrechtlichen Akteure auf die Athleten konzentrieren, liegt der Fokus der staatlichen Akteure in der Dopingbekämpfung im Umfeld der Athleten, in der Prävention und der Forschung. Für eine nachhaltige Dopingbekämpfung kann der Fokus nicht nur primär beim Athleten liegen. Gerade das Umfeld des Sportlers spielt bei Dopingfällen eine zentrale Rolle und muss konsequent bestraft werden. Wenn wir Doping nachhaltig bekämpfen wollen, müssen wir den Nachwuchs bereits in jungen Jahren und breit sensibilisieren. Schliesslich muss selbstverständlich das analytische Know-how vorangetrieben und ständig auf den aktuellsten Stand gebracht werden. Die Dopingmethoden entwickeln sich rasant weiter, denken wir etwa an das Gen-Doping.

Die privatrechtlichen Verbände arbeiten auf internationaler Ebene bereits über die Welt-Anti-Doping-Agentur zusammen und anerkennen die Standards der Agentur. Die staatlichen Akteure hatten sich auf internationaler Ebene bisher noch nicht in derselben Breite zur Dopingbekämpfung zusammengeschlossen. Dieser Schulterschluss soll nun auch [PAGE 681] auf staatlicher Ebene mittels der Anti-Doping-Konvention der Unesco erfolgen. Auch wenn die Konvention ziemlich vage bleibt und den Regierungen eine grosse Flexibilität in Bezug auf die Art und Weise der Umsetzung lässt, deckt sie doch die zentralen Bereiche der staatlichen Dopingbekämpfung ab. Die Kommissionssprechenden haben bereits alle Einzelheiten genannt.

Die Schweiz ist in der Dopingbekämpfung sehr aktiv und erfüllt mit der bisherigen Gesetzgebung die doch eher vagen Anforderungen der Unesco-Konvention. Der Beitritt zur Konvention wird deshalb keine direkten Konsequenzen für die Schweiz nach sich ziehen. Mit der Unterzeichnung beweisen wir aber, dass wir die Dopingbekämpfung auch auf dieser Ebene unterstützen, und setzen ein Zeichen, wie das bereits verschiedentlich gesagt wurde. Ein Nichtunterzeichnen wäre in Anbetracht des bisher gezeigten Engagements der Schweiz in der Dopingbekämpfung kaum nachvollziehbar und unserem Anliegen alles andere als förderlich. Es ist deshalb wichtig und richtig, dass im Rahmen des Sportförderungsgesetzes - wir werden es vermutlich nächstes Jahr behandeln - die Strafbestimmungen gegen Doping wieder behandelt und da auch sicherlich verschärft werden sollen. Die Dopingbekämpfung wird uns deshalb richtigerweise bald wieder beschäftigen.

Die CVP/EVP/glp-Fraktion unterstützt die Konvention.