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Pfister Theophil · Nationalrat · 2008-06-02

Pfister Theophil · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2008-06-02

Wortprotokoll

Wir alle im Rat sind uns wohl einig, dass dem unerlaubten Doping im Sport auf der ganzen Linie der Kampf angesagt werden muss. Die SVP-Fraktion unterstützt die internationale Verbindlichkeit der Konvention. Sie ist auch zufrieden darüber, dass diese Vereinbarung hier vor dem Parlament diskutiert und genehmigt werden kann. Von der Arbeit der Welt-Anti-Doping-Agentur kann die ganze Sportbewegung ihren Nutzen ziehen.

Was wir heute schon von den Sportlern in unserem Land fordern, muss schrittweise zum allgemeinen Standard werden. Das hat viel mit Fairness zu tun. Es betrifft neben den Sportlern gleichermassen auch die Betreuer und Funktionäre im Sport. Durch Doping gibt es falsche Sieger und eine Vielzahl von Geschädigten. Die ehrlichen Sportler, der Staat, die Gesellschaft wie auch die Sportbewegung selbst leiden darunter. Niemand will wegen Dopingvergehen in die Schlagzeilen oder auf irgendeine schwarze Liste kommen, aber das Risiko ist latent vorhanden. Der gemeinsame Nenner gegen Doping muss heissen: strenge Kontrollen, faire und korrekte Verfahren und internationale Abstimmung. Es ist sehr wichtig für die Gesellschaft, für die Verbände und für Sportlerinnen und Sportler, dass diese internationale Abstimmung erfolgt. Einerseits können damit die Kosten optimiert werden, da hinter der Dopingbekämpfung auch sehr viel Forschung steht; andererseits kann auch die Grenze zwischen dem Erlaubten - zum Beispiel bei der Ernährung oder der körperlichen Konstitution - und dem Unerlaubten in der Vorbereitung und in Wettkampfsituationen viel klarer und verbindlicher gezogen werden.

Es gibt somit keine Gründe gegen eine länderübergreifende Dopingkonvention - im Gegenteil. Grenzen in der Dopingbekämpfung sind dort zu ziehen, wo manche nur den Staat als Gewähr für einen sauberen Sportbetrieb wollen und dabei leicht übersehen, dass der Staat allein hier nicht erfolgreich sein kann; die Verbände allein wohl auch nicht. Der Einbezug des Staates bietet Vorteile bei der Qualität und Unabhängigkeit der Proben sowie bei der internationalen Zusammenarbeit. Die Verbände kennen die Entwicklung in ihrer Sportart und müssen die erkannten Lücken schliessen. Die Sportler profitieren von der korrekten Durchführung und der Verbindlichkeit in ihrer jeweiligen Sportart.

Aber letztlich ist klar: Sport ist keine Staatsaufgabe, und Sport darf daher auch nicht vom Staat vereinnahmt oder gar für politische Zwecke instrumentalisiert werden. Sport ist und bleibt eine Privat- und Nebensache, wenngleich der Sport gelegentlich einen Stellenwert bekommen kann, den verschiedene Bürger kaum mehr begreifen können.

Die SVP-Fraktion stimmt dem Beitritt zur Unesco-Konvention einstimmig zu.