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Stähelin Philipp · Ständerat · 2007-03-22

Stähelin Philipp · Ständerat · Thurgau · Christlichdemokratische Fraktion · 2007-03-22

Wortprotokoll

Ich möchte das Wort nicht zum eigentlichen Gegenstand der Motion ergreifen, sondern zur Stellungnahme des Bundesrates. Im zweitletzten Abschnitt äussert sich der Bundesrat im Prinzip zu den Fragen um die Selbstdispensation. Er schreibt da, das Verschreibungsverhalten könne auch beeinflusst werden, wenn die verordnende Person eine kantonale Bewilligung zur Arzneimittelabgabe besitze. Das läuft dann darauf hinaus, dass unter anderem der Bericht von WHO und OECD 2006 der Schweiz aufgrund internationaler Erfahrungen empfiehlt, ein Verbot der Selbstdispensation ins Auge zu fassen.

Internationale Erfahrungen sind ja immer schön, ich halte mich aber lieber an Schweizer Erfahrungen. Wenn Sie die Apothekendichte in der Schweiz pro 10 000 Einwohner anschauen, dann stellen Sie fest, dass sie in Genf und Basel-Stadt bei über 4 liegt. In den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Thurgau liegt die Apothekendichte zwischen 0 und 1 pro 10 000 Einwohner. Umgekehrt sieht es dann bei den Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung und der Anzahl Ärzte pro Versicherten aus. Welche beiden Kantone sind hier an der Spitze? Es sind Basel-Stadt und Genf. Welche sind ganz unten? Es sind Appenzell Innerrhoden und Thurgau - ich nenne wieder diese beiden Kantone. Sie sehen, dass hier die Relationen jenen exakt entgegengesetzt sind, die offenbar in diesen internationalen Studien von WHO und OECD aufgeführt sind.

Ich bitte deshalb, keine falschen Schlüsse zu ziehen. Ich weiss, dass das nicht direkter Gegenstand der Motion ist, aber ich habe die Gelegenheit gerne wahrgenommen, darauf hinzuweisen.