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Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2008-09-17

Wortprotokoll

Nachdem ich bei der ersten Differenz noch knapp der Mehrheit folgen konnte, habe ich hier, bei der zweiten Differenz, wirklich alle Mühe. Wenn wir das einführen, können wir geradezu auf ein Gesetz verzichten. Dann können wir uns die administrativen Umtriebe ersparen. Gerade Kollege Hess hat darauf hingewiesen - das scheint mir wichtig zu sein -, dass die Statistik belegt, dass die Prävention der letzten Jahre eben Früchte trägt. Weshalb und wieso wollen wir jetzt also auf halbem Wege stehenbleiben?

Hier den Niedergang dieser Branche heraufzubeschwören ist nun wirklich ein Horrorszenario. Das bringt Ihnen auch keine zusätzlichen Stimmen. Italien hat mehrfach bewiesen, dass niemand benachteiligt wird, wenn wir eine Gleichbehandlung haben. Das hat auch nichts mit mündigen Bürgern und Bevormundung zu tun. Die Freiheit des Einzelnen hört eben dort auf, wo die Einschränkung des anderen beginnt. Nur wegen dieser Freiheit gestatten Sie auch nicht jedem, frei zu entscheiden, ob er in Wohnquartieren mit 80 oder mit 30 Stundenkilometern durchbrausen darf. Das ist nicht die Freiheit, wie wir sie verstehen. Rauchen schadet eben überall, nicht nur in Restaurants von mehr als 100 Quadratmetern, sondern es schadet wirklich überall.

Wir führen hier eine Phantomdiskussion. Was soll denn das? Dann hätten wir wirklich darauf verzichten sollen, je auf das Geschäft einzutreten. Es wurde von Kollegin Forster angetönt, dass in ländlichen Gebieten 80 Prozent der Restaurants davon betroffen wären. Wieso und weshalb dann diese administrativen Umtriebe? Nur um unser Gewissen zu beruhigen, brauchen wir wirklich keine Scheinlösungen. Mindestens - auch das wurde angetönt - die Hälfte der Jugendlichen raucht, Tendenz steigend. Also sollten wir doch in der Politik danach trachten, Menschen dazu zu bewegen, sich vom Rauchen abzukehren. Das bringen wir nur fertig, wenn wir möglichst wenige Ausnahmen schaffen.

Ich bitte Sie zu bedenken, dass jeden Tag - auch heute - mindestens ein Mensch in der Schweiz an den Folgen des Passivrauchens stirbt. Er hat nicht mutwillig gehandelt, er hat nichts Schlechtes getan. Einfach, weil er sich in dieser Schweiz frei bewegt, stirbt er. Ein Mensch pro Tag - das kann uns nun wirklich nicht gleichgültig lassen.

Ich möchte Sie bitten, dies wirklich zu bedenken und hier der Minderheit zu folgen. Alles andere ist unnötig und wirklich ein Flickenteppich.

Jenny This · Ständerat · 2008-09-17 | Lexipedia | Lexipedia