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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2008-12-04

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2008-12-04

Wortprotokoll

Ich spreche zu den Minderheitsanträgen bezüglich Dopings und bezüglich der "Jugend und Sport"-Kurse.

Die Erhöhung des Kredites für die Stiftung Antidoping Schweiz ist bei den Grünen umstritten, da der Bund bereits bezahlt. Antidoping ist zwar auch aus unserer Sicht eine wichtige Angelegenheit im Sinne eines gesunden Sports; die Ausführung empfinden wir aber teilweise als Farce - nicht zuletzt deshalb, weil Sie sich ja die Frage stellen müssen: In welcher Sportsparte gibt es kein Doping? Unserer Meinung nach wären vor allem die Verbände gefordert, in ihrem eigenen Interesse - für einen fairen Sport - eine wirklich saubere Antidoping-Strategie zu fahren. Deshalb meint eine Mehrheit der grünen Fraktion, eine Erhöhung sei Sache der Verbände - vor allem von Swiss Olympic, des Internationalen Olympischen Komitees, der Fifa usw. -, damit die Blutproben flächendeckend eingeführt werden können. Es ist nicht nur ein Schweizer Problem; das haben wir bereits gehört. Es müsste wirklich von den Weltverbänden gelöst werden - nicht zuletzt deshalb, weil es gewinnorientierte Unternehmen sind, die x Millionen Gewinne scheffeln und keine Steuern zu zahlen haben. Es wäre für sie also alleweil möglich, mehr in den Sack zu greifen. 1,9 Millionen Franken vonseiten von Swiss Olympic sind wirklich nicht viel. Der Bund zahlt praktisch gleich viel, etwa 1,7 Millionen Franken; wir haben es gehört. Ein Teil der Grünen wird sich deshalb der Stimme enthalten, ein Teil wird der Erhöhung zustimmen.

Die "Jugend und Sport"-Kurse werden von unserer Seite sehr klar unterstützt: Die "Jugend und Sport"-Kurse sind eine bewährte Einrichtung und bei den Jugendlichen sehr beliebt; bezahlt werden sie zu 100 Prozent vom Bund. Die Kurse werden heute leider erst für Kinder ab 10 Jahren durchgeführt; oft ist es dann schon zu spät. Wesentlich sinnvoller wäre es, früher damit zu beginnen, nämlich dann, wenn die Bewegung für Kinder noch kein Muss ist, wenn sie diese als Spiel anschauen, wenn das Stillsitzen eine Qual ist. Dann kann die Freude am Sport geweckt werden - Sport quasi als Form eines Spiels. Später ist es dann oft zu spät, und die grossen Probleme, die wir im Zusammenhang mit Übergewicht und Bewegungsmangel seitens der Kinder kennen, sind dann schon vorhanden.

Den vorgesehenen Ausbau der Kurse auf Kinder ab 5 Jahren erachten wir als sehr sinnvoll; das Vorgehen des Bundes ist aber weniger sinnvoll. Dass nur 50 Prozent der Kosten bezahlt werden sollen statt wie bei den restlichen Kursen 100 Prozent, geht unserer Meinung nach nicht an. Der Bund soll ja auch sogar erst dann zahlen, wenn die Kantone die Zusagen für die restlichen 50 Prozent der Kosten gemacht haben. Das heisst, dass eine flächendeckende Einführung dadurch massiv erschwert wird, und es werden sehr ungleich lange Spiesse geschaffen. Einzelne Kantone, die es vermögen, werden es einführen und andere eben nicht. Die Leidtragenden sind die Kinder, die damit eine Ungleichheit haben. 5 Millionen Franken Investitionen lohnen sich alleweil und rentieren auch in Anbetracht der Einsparungen im Gesundheitsbereich.

Wir bitten Sie also sehr, diesen Minderheitsantrag zu unterstützen und die zusätzlichen 5 Millionen Franken zu sprechen.