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Egger-Wyss Esther · Nationalrat · 2009-03-03

Egger-Wyss Esther · Nationalrat · Aargau · Fraktion CVP/EVP/glp · 2009-03-03

Wortprotokoll

Die CVP/EVP/glp-Fraktion dankt für den Schlussbericht der ETH über die Leistungsperiode 2004-2007. Die Zielvorgabe durch den Bund und die daraus resultierende Berichterstattung des ETH-Rates sind ein sehr gutes Instrument, um systematisch Leistungen zu messen, Schwächen zu eliminieren oder zumindest zu erkennen und natürlich Verbesserungen anzustreben. Die Ziele wurden gemäss diesem Leistungsbericht grösstenteils erreicht. Das ist sehr erfreulich. Von früheren Schwierigkeiten kann in diesem Bericht kaum mehr etwas gespürt werden. Die ETH kann sich wieder auf ihre Kernkompetenz konzentrieren, und das ist absolut wichtig. Die Nachfrage nach der Lehre im ETH-Bereich ist weiterhin steigend. Umso wichtiger ist es, durch Leistungsmessung die Qualität sicherzustellen, um damit im harten Markt bestehen zu können. Die internationalen Rankings sind sehr gut. Die ETH Zürich konnte gar ihren Platz an der Spitze der europäischen Hochschulen halten. Das zeigt uns, dass sich die Hochschulen diesem Wettbewerb nicht verschliessen und sich dafür rüsten, auf diesem Markt bestehen zu können.

Äusserst wichtig ist aber auch, dass sich der ETH-Bereich noch stärker darauf konzentriert, das Verständnis für die Bedeutung der naturwissenschaftlichen Forschung und der Ingenieurwissenschaften zu fördern; unsere Wirtschaft braucht diese hochqualifizierten Personen gerade in schwierigen Zeiten noch dringender. Damit junge Menschen diesen Weg einschlagen, muss allerdings schon bedeutend früher auf dieses Ziel hingearbeitet werden. Noch viel gezielter soll darauf hingewirkt werden, dass Mittelschülerinnen sich für ein Studium an der ETH entscheiden können. Der Leistungsbericht zeigt deutlich auf, dass beim Frauenanteil auf allen Stufen Optimierungspotenzial besteht, besonders ausgeprägt jedoch im oberen und obersten Kader. Dies ist allerdings unbestritten auch eine gesellschaftspolitische Frage. Wir haben es hier im Parlament in der Hand, die Bedingungen für die Erfüllung dieser Aufgabe zu schaffen. Es wäre schön, wenn dieses Leistungsziel das nächste Mal nicht nur teilweise, sondern ganz erreicht werden könnte.

Die Maturität garantiert die Zulassung zum Hochschulstudium. Mit der heutigen Selektion im ersten Studienjahr und damit der Notwendigkeit eines teuren Assessmentjahres erscheint mir die Durchfallquote von 25 Prozent sehr hoch. Man kann sich durchaus die Frage stellen - und das habe ich in einer Motion (08.3517) auch getan -, ob nicht bereits auf Gymnasialstufe mit klaren Zielsetzungen und einheitlichen Standards Voraussetzungen geschaffen werden sollten, um vergleichbarere Abschlüsse und vor allem gleichwertigere Ausbildungen in den Kantonen schaffen zu können.

Ob die Selektion durch ein Ranking oder ein Rating der Maturitätsschulen erfolgen soll, kann durchaus diskutiert werden. Ich danke aber der ETH, dass diese Problematik überhaupt thematisiert wurde. Die Ungleichheiten in den Kantonen sind stossend und gegenüber den Studierenden ungerecht. Nun müssen zwingend auf der Basis einer breiten Bestandesaufnahme Lösungen erarbeitet werden. Die EDK hat bereits reagiert, das ist erfreulich.

Im Namen unserer Fraktion bedanke ich mich nochmals für diesen aufschlussreichen Bericht und für die hervorragenden Leistungen der ETH. Wir werden diesen Bericht selbstverständlich genehmigen.