Steiert Jean-François · Nationalrat · 2009-03-03
Steiert Jean-François · Nationalrat · Freiburg · Sozialdemokratische Fraktion · 2009-03-03
Wortprotokoll
Die SP-Fraktion stimmt der Schweizer Beteiligung am Forschungsprojekt ITER zu.
Sie teilt zwar die positivistisch formulierte und an ein Glaubensbekenntnis mahnende Einschätzung des ETH-Bereichs nicht, wonach nur die kontrollierte Kernfusion nach dem Vorbild der Sonne den Energiebedarf auf eine umweltverträgliche Weise decken könne, wie in einer Broschüre des ETH-Bereichs steht. Unwissenschaftliche und metaphysische Behauptungen dieser Art sind der Seriosität und dem zu Recht guten internationalen Ruf der ETH nicht zuträglich.
Parallèlement, nous n'avons pas plus de croyance dans les actes de foi inverses qui condamnent une technologie au potentiel ouvert - dans les deux sens, de 0 à 100; personne ne peut dire aujourd'hui où se situe son potentiel -, avant même d'avoir laissé la recherche aboutir. L'attitude extrémiste dans un sens comme dans l'autre est fondamentalement contraire aux intérêts de la recherche et de la politique de la recherche dans notre pays.
Trotzdem und gerade weil sowohl das künftige Produktionspotenzial der Kernfusion wie ihre möglichen Risiken im Gegensatz zur ökonomisch und ökologisch überholten Kernspaltung völlig offen sind, unterstützt die SP-Fraktion die weitere Beteiligung der Schweiz am Forschungsprojekt ITER, im Bewusstsein, dass der Return on Investment alles andere als gesichert ist. Aber gerade dies zählt ja zu den Merkmalen der Grundlagenforschung, sonst könnte auch ein Privater investieren.
Wir möchten in diesem Zusammenhang aber auch feststellen, dass die Grundlagenforschung im Bereich der erneuerbaren Energien wie die entsprechende angewandte Forschung in der Schweiz im Verhältnis zu den verschiedenen Formen der Kernenergieträger-Forschung nach wie vor stiefmütterlich behandelt werden. Für uns sind deshalb Projekte wie ITER langfristig nicht zumutbar, wenn sie sich nicht in eine Gesamtsicht über Forschungsprojekte im Energiebereich einreihen, bei der ein grösseres Gewicht auf Verfahren und Technologien im Zusammenhang mit allen Trägern erneuerbarer Energie gelegt wird.
In diesem Sinn und auch mit der Hoffnung auf eine ausgewogenere Sichtweise sowohl des Bundesrates wie der zuständigen Forschungsinstitutionen unterstützen wir heute diese Vorlage zu ITER.