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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2009-03-19

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2009-03-19

Wortprotokoll

Auch die Grünen unterstützen die Vorlage zu den Museen und Sammlungen des Bundes. Die Museen und Sammlungen des Bundes, aber auch die vielen privaten, kantonalen und städtischen Museen oder Gemeindemuseen sind wichtige Garanten für die Erhaltung, die Erforschung und die Vermittlung von schweizerischem Kulturgut, also unserer Geschichte, inklusive des immateriellen Kulturgutes, beispielsweise des Liedgutes, aber auch des digitalen Bereiches, der immer mehr zunehmen wird. Die Erhaltung und Vermittlung des Kulturgutes von der Urzeit bis zur Gegenwart ist wichtig als Gedächtnisstütze, ist wichtig für unsere Geschichte und unsere Identität, für das Verständnis der Entwicklung der Welt und ihrer Kulturen, für das Verständnis der Entwicklung von Sitten, Normen, Werten und Bräuchen, aber auch für das Verständnis der Entwicklung der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wie es so schön heisst: Wer keine Vergangenheit hat, hat keine Identität.

Das Kulturgut soll aktiv vermittelt werden, einerseits den Erwachsenen, anderseits den Kindern und Jugendlichen, Letzteres mit speziellen Angeboten. Da darf in Zukunft noch mehr getan werden, denn leider sind Museen für viele Kinder und Jugendliche immer noch langweilig. Ohne die Erhaltung und Vermittlung des Kulturgutes droht allzu schnell das Vergessen. Wir wollen die Erhaltung und Vermittlung des schweizerischen Kulturgutes mit all seinen verschiedenen Kulturen. Diese sind sichtbar in unseren verschiedenen Sprachen. Aber wir haben innerhalb der Schweiz auch verschiedene Völker. Das zeigt sich sogar innerhalb ein und derselben Sprachgruppe, ist doch ein Zürcher oder eine Zürcherin anders als ein Urner oder eine Urnerin oder die Leute aus dem Oberwallis, und das nicht nur beim Dialekt. Durch Handel und Immigration sind - das ist schön - auch neue Kulturen dazugekommen, und gewisse Sitten und Bräuche haben wir bereits übernommen. So sind die Pizza, die Spaghetti, der Kebab oder auch die Sauna aus unserer Kultur nicht mehr wegzudenken. Auch diese Veränderungen in der Geschichte gehören zu unserem neuen Kulturgut.

Für uns machen die Vorschläge zur Restrukturierung der Musée-Suisse-Gruppe Sinn. Die Ausgliederung in eine öffentlich-rechtliche Anstalt unter dem neuen Namen "Schweizerisches Nationalmuseum" - dieses unterstützen wir - ist für uns gut, aber nicht, weil wir meinen, die Museen müssten in erster Linie mehr rentieren, sondern weil wir ihnen mehr Autonomie geben wollen, eine klare Führung und einen klaren Auftritt, ohne dass sie einfach privatisiert werden. Dazu wird ihnen ein Museumsrat beigestellt, und hier konnten wir sogar die Berücksichtigung der Sprachregionen durchbringen. Es wird ein klarer Leistungsauftrag erteilt, und es gibt, was vorher leider nicht der Fall war, eine gemeinsame Strategie, gemeinsame Ziele und eine gemeinsame Museumspolitik. Die Aktivitäten der Bundesmuseen und -sammlungen sollen neu koordiniert werden, und die Zusammenarbeit mit den Kantonen, Städten und Gemeinden soll intensiviert werden - das unterstützen wir -, damit die Museumslandschaft des Bundes mehr Profil und Ausstrahlung erhält.

Verbunden mit der Restrukturierung ist auch die Konzentration auf drei Museumsstandorte von einer ähnlichen Ausrichtung: das Landesmuseum Zürich, das Schloss Prangins und das Forum Schweizer Geschichte in Schwyz, die die gesamte Schweizer Kultur in all ihren Facetten zeigen sollen. Dazu kommt das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis. Wir unterstützen diese Veränderung nicht zuletzt, weil die anderen Museen gesichert sind oder weil ihre Flächen infolge der Erweiterung des Landesmuseums nicht mehr gebraucht werden.

Die Grünen treten auf die Vorlage ein. Wir werden uns noch zu einzelnen Punkten melden.