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Fehr Jacqueline · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2009-05-27

Wortprotokoll

Spätestens nach der Begründung von Frau Rickli und Herrn Mörgeli erachte ich diese beiden Anträge für politische und für religiöse Werbung als politische Provokation, nicht aber als ernstzunehmende Anliegen, weil es ja schlicht ausgeschlossen ist, dass sich die SVP neuerdings für Werbung für Koranschulen ausspricht. Statt über politische Werbung werden wir in diesem Haus demnächst über Parteienfinanzierung diskutieren müssen, und das wird dann eine Diskussion sein, die Fleisch am Knochen hat.

In Absprache mit der Ratspräsidentin möchte ich aber meine Redezeit für eine persönliche Erklärung als Replik auf das Votum von Herrn Binder aus der vorherigen Debatte nutzen.

Die SVP will ja vor allem die Werbebranche füttern, einerseits Alkoholwerbung und andererseits dann wieder Werbung für Alkoholprävention machen. Darüber freut sich Frau Rickli als Vertreterin der Werbebranche. Herr Binder, in der Schweiz kiffen rund 500 000 Menschen; würde man dafür Werbung machen, wären es sicher mehr. Und genau um dies geht es hier. Von wegen Alkohol und Elternhaus: Wie ich bereits in der Kommission gesagt habe, habe ich im Turnverein und nicht im Elternhaus gelernt, Alkohol zu trinken. Ihre Kreise wissen so gut wie ich, wo man das wirklich lernt. Eine letzte Bemerkung, Herr Binder: Politikerinnen und Politiker, wie wir es sind, die für den Aufbau ihrer politischen Karriere vier bis fünf Abende pro Woche weg waren, sollten den Mund in Sachen Erziehungsfragen nicht allzu voll nehmen. Denn oft waren wir nicht zu Hause, wenn unsere Kinder und Jugendlichen unsere Begleitung gebraucht hätten.

Fehr Jacqueline · Nationalrat · 2009-05-27 | Lexipedia | Lexipedia