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Décision

2025.BKD.3116

Geschäftsbericht 2025 der Universität Bern. Kenntnisnahme

10 juin 2026Allemand10 min

Source be.ch

Regierungsratsbeschluss RRB Nr.: 655/2026 Datum RR-Sitzung: 10. Juni 2026 Direktion: Bildungs- und Kulturdirektion Geschäftsnummer: 2025.BKD.3116 Klassifizierung: Nicht klassifiziert

Geschäftsbericht 2025 der Universität Bern. Kenntnisnahme

Erwägungen

1. Gegenstand

Die Aufgaben, Ziele und Vorgaben für die Universität Bern sind im Gesetz vom 5. September 1996 über die Universität (UniG), in der Bildungsstrategie des Kantons Bern sowie im Leis- tungsauftrag des Regierungsrates an die Universität Bern für die Jahre 2026–2029 (RRB 1324/2025) festgelegt.

Der Regierungsrat stellt zuhanden des Grossen Rates fest, dass die Universität Bern im Be- richtsjahr gute Leistungen erbracht hat. Ihr Geschäftsbericht (Jahresbericht) zeigt auf, dass sie erfolgreich im Rahmen ihrer vorgegebenen Aufgaben und Ziele tätig war. Folgende Punkte sind besonders hervorzuheben:

 Die Anzahl der Studierenden an der Universität Bern ist gemäss Bundesamt für Statistik (BfS) um 0.1 % gestiegen, sodass die Universität Bern im Studienjahr 2025/26 insgesamt 18 243 Studierende (ohne Weiterbildung CAS/DAS) verzeichnete. Schweizweit hat sich das Gesamttotal der Studierenden an den universitären Hochschulen bedeutend stärker, um rund 2.4 % auf insgesamt 176 332 erhöht. Eine Betrachtung der Entwicklung der An- zahl der Studierenden nach Studienstufe zeigt gemäss Geschäftsbericht, dass an der Uni- versität Bern die Zahl der Bachelorstudierenden leicht gesunken ist (–1 %), bei den Mas- terstudierenden wiederum ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen ist (+4 %) und beim Dok- torat die Anzahl Studierenden um 2 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Im Bereich der Weiterbildung verzeichnete die Universität Bern wie in den Vorjahren einen weiteren Rückgang von Weiterbildungsstudierenden (–3 %), womit in den Jahren 2022–2025 die Anzahl der Studierenden in der Weiterbildung um insgesamt 10 % gesunken ist.

 Das Angebot der Universität Bern umfasste total 40 Bachelor- und 74 Masterstudien- gänge, 30 Doktoratsprogramme und 9 Graduiertenschulen sowie 149 Weiterbildungsstudi- engänge.

 Die Anzahl erfolgreicher Studienabschlüsse an der Universität Bern nahm im Jahr 2025 mit insgesamt 5 120 Studienabschlüssen gegenüber 5 059 im Vorjahr moderat zu (+ 1 %).

 Die Anzahl ausserkantonal Studierender an der Universität Bern ist im Berichtsjahr wiede- rum gestiegen: Im Frühlingssemester 2025 waren 5 954 Studierende anderer Kantone an der Universität Bern immatrikuliert, was gegenüber dem Vorjahr (5 849) einem prozentua- len Anstieg von 1.8 % entspricht. In derselben Periode ist die Anzahl Berner Studierender

an ausserkantonalen Universitäten ebenfalls gestiegen (um rund 2.7 %). Während im

Frühlingssemester 2024 total 2 440 Bernerinnen und Berner an ausserkantonalen Univer- sitäten studierten, waren es im Frühlingssemester 2025 insgesamt 2 507. Dank der positi- ven Entwicklung bei den ausserkantonalen Studierenden der Universität Bern hat sich der Nettoertrag zugunsten des Kantons Bern bei den Beträgen gemäss Interkantonaler Uni- versitätsvereinbarung (IUV) wiederum erhöht:

Rechnungsjahr 20221 2023 2024 2025

Ausgaben (Kan- 37 501 628 34 314 175 35 390 305 34 473 300 ton)

Einnahmen (Uni- 122 591 322 121 126 166 124 835 809 126 871 190 versität)2

Nettoaufwand/-er- + 85 089 694 + 86 811 991 + 89 445 504 + 92 397 890 trag IUV

Betreffend IUV ist zu erwähnen, dass die Konferenz der Vereinbarungskantone am 25. Oktober 2024 für die Studienjahre 2025/26 und 2026/27 eine teuerungsbedingte Erhöhung der Tarife beschlossen hat und somit die IUV-Einnahmen für die Universität Bern aber auch die Ausgaben für den Kanton künftig steigen dürften.

 Der Frauenanteil bei den Studierenden ist gleichgeblieben und beträgt für das Herbstse- mester 2025 wie im Vorjahr 60%. Eine positive Entwicklung ist beim Anteil Frauen bei den Professuren zu beobachten, der sich im Berichtsjahr von 31 % auf 34 % deutlich vergrös- sert hat.

 Im Jahresbericht geht Rektorin Virginia Richter auf den Mehrwert der Universität Bern ein, der sich auf ganz verschiedenen Ebenen äussere: Die Universität trage zur Ausbildung von Fachkräften bei, unterstütze die regionale Entwicklung und leiste als eine der grössten Arbeitgeberinnen des Kantons einen erheblichen Beitrag zur Wertschöpfung. Die Rektorin weist ferner auf die wichtige Bedeutung der Reassoziierung der Schweizer Universitäten an das EU-Forschungsprogramm Horizon Europe hin, da es sich hier um eines der umfas- sendsten Forschungs- und Innovationsprogramme der Welt handelt und die Universität Bern endlich wieder gleichberechtigt daran teilnehmen kann. Gleichzeitig wird diese posi- tive Entwicklung aus Sicht der Universität jedoch getrübt, da der Bund aufgrund des Ent- lastungspakets 10 % bei der Forschungsförderung einsparen will, was sich negativ auf die Berner Forschung auswirken wird.

 Ende 2025 hat die Universität eine aktualisierte Strategie in der Lehre verabschiedet. Im Mittelpunkt steht die Kompetenzentwicklung, die Studierende auf die Zukunft vorbereitet und Lehrenden den gewinnbringenden Einsatz von Lehrmitteln und -methoden ermöglicht. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der digitalen Transformation der Lehre und damit auf einem gezielten, reflektierten und kompetenten Einsatz digitaler Werkzeuge durch Studie- rende und Lehrende.

Ab 2022 werden die Abgrenzungen für den Gesamtsaldo berücksichtigt. Gemäss Fakturierung EDK (1. und 2. Rate).

 Das Jahr 2025 brachte für die Universität mehrere Erfolge im Wissens- und Technologie- transfer. So waren Berner Forschende an allen vier von Innosuisse geförderten Flagship- Initiativen im Bereich KI in den Life Sciences beteiligt. Im Weiteren wurden auch unterneh- merische Jungforschende so stark wie noch nie gefördert. Diese Förderung mündet zu- nehmend in unternehmerischen Aktivitäten. Erstmals wurden in einem Jahr zehn Firmen- gründungen registriert, die auf Forschung, Technologien und wissenschaftlicher Expertise aus der Universität Bern basieren.

 Das globale Umfeld für Forschung blieb im Jahr 2025 indes herausfordernd. Im Ge- schäftsbericht erwähnt werden beispielweise die Unsicherheit aufgrund der neuen US- amerikanischen Forschungspolitik. So wurden etwa für ein grosses internationales HIV- Forschungsprojekt, bei dem auch die Universität Bern beteiligt ist, Projektgelder eingefro- ren, weswegen die Universitätsleitung Übergangsmassnahmen ergreifen musste.

 Im Vizerektorat Qualität und Nachhaltige Entwicklung lag der Schwerpunkt im Jahr 2025 auf der Einführung von Selbstevaluationen. Diese stärken Strukturen, Prozesse und die Zusammenarbeit und leisten einen wichtigen Beitrag zur Organisationsentwicklung der Universität Bern als lernende Organisation. Ferner lag im Berichtsjahr ein besonderes Au- genmerk auf der Prävention und der persönlichen Integrität. Mit der Einführung eines Be- ratungswegweisers, in dem alle Angebote der Universität Bern gesammelt dargestellt sind, konnte der Zugang zu Unterstützungsangeboten vereinfacht werden. Schliesslich hat die Universitätsleitung im Juli 2025 nach zweijähriger Pilotphase die Weiterführung des Vorbereitungsjahres für Geflüchtete mit Potenzial für ein Universitätsstudium (Kompass) bis Juli 2031 bewilligt.

 Im Berichtsjahr 2025 wurde ferner eine Internationalisierungsstrategie als Teilstrategie der Universitätsstrategie erarbeitet. Im Mittelpunkt stehen Massnahmen in vier Handlungsfel- dern: Internationalisierungsprozesse erleichtern, internationale Netzwerke stärken, inter- nationale Reputation steigern und internationale Forschung stärken.

 Die Universität betont die zentrale Bedeutung einer stabilen Infrastruktur als wichtiger Er- folgsfaktor. Zusammen mit dem Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG) werden dabei drei Ansätze verfolgt: Ein erster Ansatz zielt darauf, die Auslastung der bestehenden Infra- strukturen zu verbessern, indem die effektive Auslastung der Räume gemessen wird. Beim zweiten Ansatz geht es um die Bereitstellung von neuem oder um die Instandset- zung von bestehendem Raum. Aus Sicht der Universität entwickeln sich einige Projekte (namentlich der laufende Neubau des Forschungsgebäudes BB07 auf dem Inselareal) er- freulich, bei anderen schätzt sie den Fortschritt u. a. infolge von Projektverschiebungen im Zuge der Priorisierung der Hochbauinvestitionen als langsam ein. In einem dritten Ansatz möchte die Universität mit ihrem Trägerkanton Bern das Modell für das Immobilienma- nagement der Universitätsbauten weiterentwickeln. Der Regierungsrat prüft in einem ers- ten Schritt Massnahmen zur Verbesserung der Kostentransparenz bei den Hochschulim- mobilien.

 Für das hochschulübergreifende Kompetenzzentrum BeLEARN wird dem Amt für Hochschulen jährlich eine eigenständige Berichterstattung zu vordefinierten Kennzah- len vorgelegt, die von den beteiligten Hochschulen gemeinsam erarbeitet wird. Das Controlling-Gespräch zum Reporting fand anfangs Mai 2025 für das Geschäftsjahr 2024 statt. Dieses zeigt, dass das Vorhaben BeLEARN in der ersten Projektphase er- folgreich umgesetzt werden konnte: Mit Ausnahme eines einzelnen Ziels wurden

sämtliche Vorgaben erreicht. Die Anzahl der Kooperationsprojekte der fünf Gründer- hochschulen übertraf die Erwartungen deutlich. Auch die Zahl der organisierten Ver- anstaltungen, Referate sowie Tagungsbeteiligungen lag über den prognostizierten Werten. Für die zweite Projektphase (2025–2028) steht die weitere Stärkung der Ver- netzung mit der Forschung sowie die vertiefte Überführung wissenschaftlicher Er- kenntnisse in die Praxis im Zentrum. Für die Nachhaltigkeit von BeLEARN werden in dieser zweiten Phase Vergleiche mit Organisationen mit ähnlichem Auftrag gezogen sowie verschiedene Modelle für Kooperationen erarbeitet, welche über die Projektzu- sammenarbeit hinausgehen. Das Controllinggespräch fand im Mai 2026 für das Ge- schäftsjahr 2025 statt.

 Im Berichtsjahr weist die Universität Bern einen Gesamtertrag von rund CHF 994 Mio. und einen Gesamtaufwand von rund CHF 983.5 Mio. auf. In der Jahresrechnung 2025 schliesst die Universität Bern mit einem Gewinn von CHF 10.5 Mio. ab (Vorjahr CHF – 37.1 Mio.). Dieses positive Ergebnis ist auf einmalige Effekte zurückzuführen und nicht betrieblich bedingt. So erreichte insbesondere die Bernische Pensionskasse (BPK) Ende 2025, neun Jahre früher als geplant, die Vollkapitalisierung. Aufgrund dessen konnte die Universität Bern 2025 einmalig CHF 61.5 Mio. Passiven aus Vorsorgeverpflichtungen auflösen. Ohne diesen Einmaleffekt würde der Verlust der Universität Bern im Berichtsjahr ca. 50 Millionen Franken betragen.

 Um mit Blick auf die kommenden Jahre eine weitere schnelle Verringerung des Eigenkapi- tals abzuwenden, hat der Kanton auf das Jahr 2026 – das erste Jahr des neuen Leis- tungsauftrags – im Rahmen des Budgets und der Aufgaben- und Finanzplanung verschie- dene Korrekturmassnahmen beschlossen (Ausgleich kantonale Lohnmassnahmen; Pla- fonderhöhung). Die Universität Bern ihrerseits hat ebenfalls einen Beitrag zur Abfederung des strukturellen Defizits beschlossen. Für das Jahr 2026 mussten alle Organisationsein- heiten der Universität Bern im Zuge einer linearen Kürzung mit 2 % weniger Grundmitteln auskommen, was einen Beitrag von rund 15 Millionen Franken für die Verringerung des strukturellen Defizits bedeutet.

 Unter Berücksichtigung aller im Jahresbericht und der Jahresrechnung aufgeführten Fak- toren ergibt sich auf den Grundmitteln für das Jahr 2025 schliesslich ein positives Ergeb- nis von CHF 15.9 Mio., während bei den Drittmitteln und Fonds insgesamt ein negatives Ergebnis von rund CHF 5.3 Mio. zu Buche steht. Das Eigenkapital Grundmittel belief sich per 31.12.2025 auf CHF –21.9 Mio. (Vorjahr CHF –37.8 Mio.) und dasjenige der Drittmittel auf CHF 312.6 Mio. (Vorjahr CHF 317.8 Mio.).

 Der Staatsbeitrag des Kantons an die Universität Bern wurde im Jahr 2025 auf CHF 347.46 Mio. erhöht, inklusive eines Zusatzes von CHF 10 Mio. zwecks Erhöhung der Abgeltung der Universität an die Insel Gruppe AG. Dank dieser Steigerung stieg der pro- zentuale Anteil des Trägerkantons Bern an der Finanzierung seiner Universität im Ver- gleich zum Vorjahr um 1 % auf 35 %.

 Die Controllingsitzung zwischen der Bildungs- und Kulturdirektion und der Universität fand im Rahmen der Koordinationskonferenz vom 3. November 2025 statt. Die BKD stellte fest, dass die Universität Bern den ihr durch die Gesetzgebung erteilten Auftrag in guter Quali- tät erfüllt, auf Herausforderungen in adäquater Weise reagiert und damit im Berichtsjahr die Zielvorgaben des Leistungsauftrags des Regierungsrates grösstenteils erreicht hat. Der direktionsübergreifende Koordinationsausschuss Controlling Hochschulen befasste sich am 21. April 2026 mit dem Geschäftsbericht der Universität Bern.

2. Rechtsgrundlagen

 Art. 60a Abs. 2 und Art. 72 Abs. 2 des Gesetzes vom 5. September 1996 über die Uni- versität (UniG; BSG 436.11)  Art. 124 Abs. 3 der Verordnung vom 12. September 2012 über die Universität (UniV; BSG 436.111.1)

3. Beschluss

Aufgrund des Antrags der Bildungs- und Kulturdirektion wird beschlossen:

1. Der Geschäftsbericht 2025 der Universität Bern wird zur Kenntnis genommen.

2. Gestützt auf Artikel 72, Absatz 2 des Gesetzes vom 5. September 1996 über die Universität (UniG; BSG 436.11) beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat, vom Be- richt Kenntnis zu nehmen.

Im Namen des Regierungsrates

Christoph Auer Staatsschreiber

Verteiler ‒ Grosser Rat

Beilagen ‒ Geschäftsbericht 2025 der Universität Bern