RRB Nr. 1079/2010
Kulturförderung, Verleihung des Kulturpreises 2011
14 juillet 2010Allemand3 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 14. Juli 2010
1079. Kulturförderung (Verleihung des Kulturpreises 2011)
Erwägungen
Das herausragende künstlerische Werk oder die Vermittlungstätigkeit einer Person oder einer Gruppe wird mit dem mit Fr. 50 000 dotierten Kulturpreis gewürdigt (RRB Nr. 340/2009). Die Kulturförderungskommission schlägt für den Kulturpreis 2011 den Komponisten, Musiklehrer und Pianisten Daniel Fueter vor. Daniel Fueter wurde 1949 in Zürich als dritter Sohn der Schauspie- lerin Anne-Marie Blanc und des Filmproduzenten Heinrich Fueter geboren. Bereits als Gymnasiast besuchte er den Musikunterricht bei Armin Schibler, einem Künstler, der der pluralistischen musikalischen Moderne verpflichtet war. Nach der Matur begann er an der Universität Zürich Musikwissenschaft zu studieren, wechselte dann aber ans Kon- servatorium und die Musikhochschule Zürich, wo er sein Klavierstu- dium bei Sava Savoff abschloss. An Zürichs wichtigster Ausbildungs- stätte für Musik – heute Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) – arbeitete er nach dem Studium, mit kurzen Unterbrüchen, in denen er als freischaffender Künstler tätig war, jahrelang in verschiedenen Funk- tionen. Die Ausrichtung der Bildungsstätte wurde von Daniel Fueter nachhaltig geprägt und gewann auch stetig an internationalem Anse- hen. Die Herausforderung, für die unterschiedlichsten Bedürfnisse der grossen Schülerschaft und ihres Lehrkörpers die besten Lösungen zu finden, spornte ihn zu Höchstleistungen an. Seiner pädagogischen Arbeit und seinem kulturpolitischem Netzwerk verdanken unzählige professionelle Musikerinnen und Musiker, Schauspielerinnen und Schauspieler, aber auch Laien entscheidende Impulse. Seinem künstlerischen Schaffen und kulturpolitischen Handeln konnte Daniel Fueter trotz der hohen hauptberuflichen Anforderungen stets genügend Raum und Zeit einräumen. Seine Musik bewegt sich zwischen den unterhaltsam leichten und klassisch ernsten Genres; er ist ein typischer Grenzgänger, der keine Berührungsängste kennt und alle Facetten der Komposition beherrscht. Er schreibt Musik für Theater und Ballett, für Chöre und Kammermusikensembles und musikthea- tralische Stücke für Kinder. Er komponiert strenge neue Opern und leichte Operetten, er begleitet Schubert-Lieder und Chansons. Seine Kompositionen sind weder anbiedernd noch elitär verstiegen, sondern suchen nach einer musikalischen Sprache, die beides – das Verspielte wie das künstlerisch Ambitionierte – mit Eleganz und Virtuosität ver- bindet. 2009 hat er die musikalischen Intermezzi zu Alfred Jarrys «Ubu
Roi» in einer Inszenierung des Theaters Kanton Zürich geschrieben und erst jüngst begeisterte er mit seinem Arrangement des Pink-Floyd- Hits «Dark Side of the Moon» für Klavier und Streichquartett das Zür- cher Publikum. Sein künstlerisches Schaffen als Musiker, Komponist, Arrangeur und Regisseur, sein pädagogisches Geschick und sein kultur- und bildungs- politisches Engagement in verschiedenen Institutionen bereichern das Musikleben der Schweiz seit nunmehr 30 Jahren. Daniel Fueters Kar- riere zwischen Kulturpolitik und Musik in ihren vielfältigen Facetten ist einzigartig. Dafür gebührt ihm der Kulturpreis 2011. Für die Verleihung von Auszeichnung gemäss § 4 des Kulturförde- rungsgesetzes (KFG) ist der Regierungsrat zuständig (§ 2 Abs. 2 Kultur- förderungsverordnung [KVV]). Die Ausgabenbewilligung erfolgt durch die Fachstelle Kultur (§ 3 Abs. 2 lit. d KVV).
Dispositiv
Auf Antrag der Direktion der Justiz und des Innern beschliesst der Regierungsrat:
I. Der Kulturpreis 2011 wird an Daniel Fueter verliehen.
II. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Staatskanzlei und die Direk- tion der Justiz und des Innern sowie durch Zuschrift der Direktion der Justiz und des Innern an den Preisträger und die Mitglieder der Kultur- förderungskommission.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi