RRB Nr. 1123/2012
Universitätsspital, Ersatz Kältemaschinen, gebundene Ausgabe
7 novembre 2012Allemand5 min
Source zh.ch
Universitätsspital, Ersatz Kältemaschinen, gebundene Ausgabe
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 7. November 2012
1123. Universitätsspital (Ersatz Kältemaschinen)
Erwägungen
Die Kälteversorgung des Universitätsspitals besteht aus je einer Kälte- zentrale im Nordtrakt 1, im Küchentrakt sowie in der Kernzone, die über eine Ringleitung mit den Verbrauchern verbunden sind. Der ge- genwärtige Kälteleistungsbedarf beträgt 7 Megawatt (MW). Davon ent- fallen 1 MW auf technische Kälte zur Kühlung von Geräten und 6 MW auf Klimakälte zur Kühlung von Räumen. Die Kälteerzeugung erfolgt dabei mit drei dampfbetriebenen Absorbern sowie mit vier strom- betriebenen Kompressoren. Die dabei anfallende Wärme wird über Kühltürme auf dem Dach abgeleitet. Die vor allem im Winter betrie- benen Kompressionskälteanlagen verfügen über die Möglichkeit der Wärmerückgewinnung. Der wachsende Kälteleistungsbedarf kann längerfristig mit der be- stehenden Infrastruktur nicht sichergestellt werden. Das Universitäts- spital rechnet infolge erhöhter Anforderungen bei den Geräten und eines zusätzlichen Raumbedarfes mit einem Kälteleistungsbedarf von 14 MW im Jahr 2020. Darüber hinaus müssen die bestehenden Anlagen aus folgenden Gründen teilweise erneuert werden: – Die in der Zentrale im Nordtrakt 1 betriebenen zwei Kältemaschinen wurden 1978 installiert und sind mittlerweile technisch veraltet und können nur noch mit 50% ihrer vormaligen Leistung betrieben wer- den. Da sie ursprünglich als Einzelanlagen konzipiert wurden, lassen sie sich nur schwer in das mittlerweile entstandene Kältenetz integ- rieren. – In zwei der drei Kältemaschinen in der Kernzone sowie in einer der zwei Kältemaschinen im Küchentrakt wird immer noch das ab 2015 verbotene Kältemittel R22 verwendet. Es müssen daher insgesamt fünf Kältemaschinen ersetzt werden. Mit diesem Ersatz der Geräte geht eine Leistungssteigerung auf 14 MW ein- her. In diesem Zusammenhang ist auch das Leitungssystem zu erweitern und anzupassen. Die beiden Kältezentralen Küche und Kernzone erhal- ten zudem ein gemeinsames Kühlturmsystem auf dem Dach des Küchen-
traktes, da die beiden Kühltürme auf dem Labortrakt aufgehoben wer- den, damit dieses Gebäude allenfalls durch einen Neubau ersetzt werden kann. Das Vorhaben gliedert sich in folgende vier Teilprojekte: – Teilprojekt Nordtrakt 1: Ersatz der zwei Absorber-Kältemaschinen und der zwei Kühltürme, Einbindung der Anlage in das übergeordnete Leitsystem sowie An- bindung an das Notstromnetz. – Teilprojekt Küchentrakt: Ersatz der Kompressions-Kältemaschine und Installation von fünf neuen Kühltürmen, Einbindung der Anlage in das übergeordnete Leitsystem sowie Anbindung an das Notstromnetz. – Teilprojekt Kältezentrale Kernzone: Ersatz von zwei Kältemaschinen, neue Einspeisung in die Ringleitung, Einbindung der Anlage in das übergeordnete Leitsystem sowie Vor- bereitung der notstromberechtigten Einspeisung. – Teilprojekt Areal und Labortrakt: Rückbau der Kühltürme auf dem Labortrakt, Ausbau der Ringlei- tungskapazität auf den Bedarf nach 2020 und Installation von sechs dezentralen Kältemessstationen. Das Projekt soll im Jahr 2015 abgeschlossen werden. Längerfristig ist die Einrichtung einer vierten Kältezentrale in der Technikzentrale im Park vorgesehen. Sie ist nicht Bestandteil dieses Antrags. Das Hochbauamt hat durch das Ingenieurbüro Dr. Eicher + Pauli AG, Liestal, ein Projekt mit Kostenvoranschlag ausarbeiten lassen. Die Kosten der Massnahmen betragen gemäss Kostenvoranschlag der Inge- nieure vom 10. Mai 2012 Fr. 19 817 000 (Kostenstand 1. April 2011, Ge- nauigkeitsgrad ±10%). Sie setzen sich wie folgt zusammen: in Franken Vorbereitungsarbeiten 1 365 000 Gebäude 13 811 000 Umgebung 30 000 Baunebenkosten 2 809 000 Reserve (rund 9%) 1 802 000 Total (einschliesslich MWSt 8%) 19 817 000
Gemäss IPSAS errechnen sich die jährlichen Kapitalfolgekosten wie folgt: Baukosten Kapitalfolgekosten Kontierung Kalkulatorische Abschreibung Abschreibung Zinsen (2,5%) nach IPSAS/H+ Fr. Fr. Fr. Konto 5040 1 00000 Hochbauten Rohbau 1 6,5% 1 294 000 16 200 3% 38 800 Konto 5040 2 00000 Hochbauten Rohbau 2 2,8% 547 000 6 800 3% 16 400 Konto 5040 3 00000 Hochbauten Ausbau 3,4% 666 000 8 300 3% 20 000 Konto 5040 4 00000 Hochbauten Installationen 87,3% 17 310 000 216 400 5% 65 500 Total (einschliesslich MWSt 8%) 100% 19 817 000 247 400 940 700 Total 19 817 000 Total 1 188 400 Mit der Erneuerung und dem Ausbau der Kälteversorgung geht auch eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz einher. Bezogen auf den heutigen Kälteleistungsbedarf senkt sich der Energiebedarf zum Be- trieb der Anlagen und des Verteilnetzes um 28%. Das Universitätsspi- tal rechnet dabei mit einer jährlichen Kosteneinsparung von Fr. 100 000. Die Abwicklung des Projekts erfolgt gemäss Standardprozess der Im- mobilienverordnung. Der Projektantrag wurde mit RRB Nr. 341/2010 mit geschätzten Kosten von Fr. 10 000 000 genehmigt. Die inzwischen ent- standenen Mehrkosten von Fr. 9 817 000 sind im Wesentlichen auf den Rückbau von drei Kühltürmen auf dem Labortrakt, der Installation von fünf neuen Kühltürmen auf dem Küchentrakt sowie verschiedenen Massnahmen zur Optimierung des Verteilnetzes und der Anlagensteue- rung zurückzuführen. Darüber hinaus wurden die Anlagekosten um eine zehnprozentige Reserve ergänzt. Für das Vorhaben ist gemäss § 22 des Gesetzes über das Universitäts- spital Zürich (USZG) eine Ausgabe von Fr. 19 817 000 zu bewilligen. Es handelt sich um eine gebundene Ausgabe gemäss § 37 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung (CRG). Die Ausgabe geht zulasten des Kontos 6340.5041, Erneuerungsunterhalt Hochbauten. Im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) 2013–2016 für die Jahre 2013, 2014 und 2015 sind insgesamt Fr. 9 000 000 enthalten. Zur Bereitstellung der restlichen Fr. 10 817 000 werden andere im KEF ent- haltene Projekte der Gesundheitsdirektion entsprechend verschoben oder gekürzt.
Dispositiv
Auf Antrag der Gesundheitsdirektion und der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für den Ersatz der Kältemaschinen des Universitätsspitals wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 19 817 000 zulasten der Investitions- rechnung der Leistungsgruppe Nr. 6300, Somatische Akutversorgung und Rehabilitation, bewilligt.
II. Dieser Betrag wird nach Massgabe des Schweizerischen Baukos- tenindexes gemäss nachfolgender Formel der Teuerung angepasst: Bewilligte Ausgabe × Zielindex ÷ Startindex (Kostenstand 1. April 2011)
III. Die Baudirektion wird beauftragt, die entsprechenden Verträge abzuschliessen.
IV. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Baudirektion und die Gesundheitsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi