RRB Nr. 1238/2018
Projekt "Basale fachliche Kompetenzen", gebundene Ausgabe
12 décembre 2018Allemand5 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 12. Dezember 2018
1238. Projekt «Basale fachliche Kompetenzen für die allgemeine Studierfähigkeit»; Ausgabenbewilligung
Erwägungen
A. Ausgangslage Das Reglement der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Er- ziehungsdirektoren (EDK) über die Anerkennung von gymnasialen Ma- turitätsausweisen (MAR) vom 16. Januar / 15. Februar 1995 legt in Art. 5 die Bildungsziele der gymnasialen Ausbildung fest. Die übergeordneten Ziele sind einerseits die vertiefte Gesellschaftsreife und anderseits die allgemeine Studierfähigkeit. Die Studie EVAMAR II (2008), welche die Auswirkungen des MAR untersuchte, zeigte, dass der Ausbildungsstand von Schülerinnen und Schülern am Ende des Gymnasiums im Hinblick auf die Anforderungen eines Hochschulstudiums gesamtschweizerisch grosse Unterschiede aufweist. Es bestehen insbesondere Lücken in Be- zug auf die basalen fachlichen Kompetenzen für die allgemeine Studier- fähigkeit. Dabei handelt es sich um dasjenige Wissen und Können, das nicht nur von einzelnen, sondern von vielen Studiengängen vorausgesetzt wird und damit Voraussetzung für die erfolgreiche Aufnahme eines Stu- diums ist. Mit dem Ziel, den prüfungsfreien Zugang zu den Hochschulen zu si- chern, gab die EDK 2012 ein in mehrere Teilprojekte gegliedertes Pro- jekt «Gymnasiale Maturität – Langfristige Sicherung des prüfungsfreien Hochschulzugangs» in Auftrag, darunter das Teilprojekt 1 «Festlegung basaler fachlicher Studierkompetenzen am Gymnasium». Die Plenarver- sammlung der EDK beschloss am 17. März 2016 – auf der Grundlage des Schlussberichts des Teilprojekts 1 – den Kantonen zu empfehlen, Rahmen- vorgaben zu erlassen, die sicherstellen, dass alle Maturandinnen und Ma- turanden die basalen fachlichen Kompetenzen in Mathematik und Erst- sprache (notwendige Grundlagenkenntnisse) erwerben. Zudem wurden die basalen fachlichen Kompetenzen als Anhang des bestehenden Rah- menlehrplans der EDK für die Maturitätsschulen verabschiedet. Der Rah- menlehrplan gilt als Grundlage für die Lehrpläne in den Kantonen. Der Bildungsrat erliess am 12. März 2018 das kantonale Rahmenkon- zept «Basale fachliche Kompetenzen für die allgemeine Studierfähigkeit» (BRB Nr. 6/2018). Das Rahmenkonzept verfolgt einen förderorientierten Ansatz. Auf der Grundlage von zentralen Vorgaben erstellen die Schulen ein schulspezifisches Förderkonzept, organisieren schulspezifisch Weiter-
bildungen und testen den Einsatz des St. Galler Onlinetools «Lernnavi», einer online verfügbaren Lernplattform für Schülerinnen und Schüler mit der Möglichkeit zur individuellen Kompetenzüberprüfung. Die schul- spezifischen Förderkonzepte werden auf Ebene der einzelnen Schulen erstellt, der Besuch von Weiterbildungen ist der Ebene Lehrkörper zu- geordnet und «Lernnavi» kommt auf Ebene Schülerinnen und Schüler zum Einsatz. Jede Schule kann diese Pflichtelemente durch selbstge- wählte Elemente wie z. B. Förderkurse ergänzen.
B. Projektziel und Prozess Das Projekt dient einem Teilziel der gesamtschweizerischen Sicherung des prüfungsfreien Hochschulzugangs, nämlich der Sicherung des Er- werbs der basalen fachlichen Kompetenzen für die allgemeine Studier- fähigkeit durch alle Maturandinnen und Maturanden. Die Erarbeitung der erforderlichen Grundlagen für die Sicherung des Erwerbs der basalen fachlichen Kompetenzen erfolgt im Rahmen eines bis 2022 befristeten Projektes. Es sind zwei Projektphasen vorgesehen, danach erfolgt die Umsetzung in den Regelbetrieb. In der ersten Phase erarbeitet das Mittelschul- und Berufsbildungsamt im Rahmen zentraler Vorarbeiten und unter engem Einbezug von Vertreterinnen und Vertre- tern der Mittelschulen die Grundlagen für die Arbeiten an den Schulen. In der darauf folgenden zweiten Phase erfolgt die Erarbeitung der schul- spezifischen Konzepte an den Schulen: Diese Konzepte bestehen aus den Fachschaftskonzepten der einzelnen Fächer, ergänzt durch gesamtschuli- sche Elemente. Die Fachschaftskonzepte legen – unter Einhaltung der im Rahmenkonzept festgelegten Vorgaben – dar, wie Fachschaften ihren Bei- trag an die Sicherung des Erwerbs der basalen fachlichen Kompetenzen gewährleisten. Zeitgleich mit der Erarbeitung der schulspezifischen Kon- zepte startet auch die Pilotphase des Onlinetools «Lernnavi».
C. Förderkurse Das Format Förderkurs ist ein Wahlelement im kantonalen Rahmen- konzept «Basale fachliche Kompetenzen für die allgemeine Studierfähig- keit». Die Diskussion im Zusammenhang mit einer vom Institut für Bil- dungsevaluation 2017 erstellten Probezeitanalyse hat gezeigt, dass es bei den leistungsschwächeren Gymnasiastinnen und Gymnasiasten wichtig ist, die basalen fachlichen Kompetenzen für die allgemeine Studierfähig- keit bereits zu einem frühen Zeitpunkt zu sichern. Ein besonders effekt- voller Weg zur Sicherung des Erwerbs dieser Kompetenzen ist der Be- such von Förderkursen.
D. Kosten Für die Durchführung des Projekts sind von 2019 bis 2022 die folgen- den finanziellen Mittel notwendig (in Franken): Budgetposten 2019 2020 2021 2022 Total Personalkosten – Projektleitung 22 800 3 800 7 600 34 200 – Entlastung Lehrpersonen Phase I: Zentrale Vorarbeiten 174 800 57 600 6 700 239 100 – Entlastung Lehrpersonen Phase II: Arbeiten an den Schulen 780 300 390 100 1 170 400 Sachaufwand – Dienstleistung Dritter 79 000 50 800 10 500 10 000 150 300 – Lizenzierung Lernnavi Pilotphase 50 000 100 000 50 000 200 000 – Weiterbildung 220 000 220 000 440 000 – Unvorhergesehenes 30 000 70 000 50 000 150 000 Total 306 600 1 012 500 784 900 280 000 2 384 000 Für das Projekt zur Erarbeitung der Grundlagen für «Basale fachliche Kompetenzen für die allgemeine Studierfähigkeit» ist eine neue Ausgabe im Sinne von § 37 Abs. 1 des Gesetzes über Controlling und Rechnungs- legung (CRG, LS 611) von Fr. 2 384 000 zulasten der Erfolgsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 7301, Mittelschulen, zu bewilligen. Die Ausgaben sind weder im Budgetentwurf 2019 noch im KEF 2019–2022 eingestellt, können aber innerhalb der Leistungsgruppe Nr. 7301, Mittelschulen, kom- pensiert werden. Die pädagogische Umsetzung der in den schulspezifischen Konzepten beschriebenen Massnahmen erfolgt ohne Folgekosten. Sollte «Lernnavi» nach der Pilotphase eingeführt werden, entstehen Folgekosten von jähr- lich Fr. 100 000. Die jährlich anfallenden wiederkehrenden Folgekosten für Förder- kurse sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht bezifferbar, da noch nicht be- kannt ist, wie viele Schulen solche Förderkurse anbieten werden. Zudem dienen die Förderkurse nicht allein dem Projekt «Basale fachliche Kom- petenzen». Die höchstens anfallenden Kosten betragen Fr. 670 000.
Dispositiv
Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für das Projekt «Basale fachliche Kompetenzen für die allgemeine Studierfähigkeit» wird eine neue Ausgabe von Fr. 2 384 000 zulasten der Erfolgsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 7301, Mittelschulen, bewilligt.
II. Mitteilung an die Finanzdirektion und die Bildungsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:
Kathrin Arioli