RRB Nr. 1589/2009
Krankenversicherung, Prämienverbilligung 2010, Wiedererwägung
30 septembre 2009Allemand10 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 30. September 2009
1589. Krankenversicherung (Prämienverbilligung 2010; Wiedererwägung)
Erwägungen
A. Ausgangslage Mit Beschluss Nr. 1897/2008 hat der Regierungsrat gestützt auf § 17 Abs. 2 des Einführungsgesetzes vom 13. Juni 1999 zum Krankenver- sicherungsgesetz (EG KVG) die Prämienverbilligungsbeiträge 2010 fest- gelegt. Dabei hat er sich unter anderem nach folgenden gesetzlichen Vorgaben gerichtet: Art. 65 Abs. 1bis des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG) schreibt vor, dass die Kran- kenkassenprämien für Kinder und junge Erwachsene in Ausbildung in bescheidenen und mittleren wirtschaftlichen Verhältnissen um mindes- tens 50% verbilligt werden müssen. § 17 Abs. 4 EG KVG bestimmt wei- ter, dass für Kinder in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen eine Verbilligung von mindestens 85% der regionalen Durchschnittsprämie zu gewähren ist. Bei der Festsetzung der Beiträge ist der Regierungsrat von einer durchschnittlichen Prämienteuerung von 3% bei den jungen Erwachsenen und 1% bei den Kindern ausgegangen. Die von den Versicherern dem Bundesamt für Gesundheit in den letzten Wochen zur Genehmigung unterbreiteten Prämienanträge zei- gen, dass für 2010 ein erheblicher Prämienschub zu erwarten ist. Beson- ders bei den jungen Erwachsenen und bei den Kindern ist der Anstieg um ein Vielfaches höher als letztes Jahr absehbar. Gemäss den dem Bundesamt für Gesundheit von den Kassen unterbreiteten Prämienan- trägen für den Kanton Zürich steigen die Prämien für junge Erwachse- ne zwischen 19 und 26 Jahren um durchschnittlich 10% (statt 3%) auf Fr. 286.71 und diejenigen für Kinder gar um durchschnittlich 15% (statt 1%) auf Fr. 81.64. Diese unvorhergesehene Entwicklung macht eine teilweise Anpas- sung der in RRB Nr. 1897/2008 festgelegten Prämienverbilligungsbei- träge notwendig, da sonst die gesetzlichen Mindestvorgaben zum Teil nicht mehr eingehalten würden. Hingegen sollen der Kreis der Bezugs- berechtigten (also die Einkommensgrenzen, die zum Bezug berechti- gen) und die Verbilligungsbeiträge für die Erwachsenen unverändert belassen werden.
B. Anpassung der Verbilligungsbeiträge für Kinder und junge Erwachsene in Ausbildung Bei der regionalen Durchschnittsprämie für Kinder ist 2010 gegenüber 2009 von einer Prämienteuerung von 15% und bei derjenigen für junge Erwachsene von einer solchen von 10% auszugehen. Dies wirkt sich in den drei Prämienregionen wie folgt aus (die Zahlen verstehen sich in Franken pro Monat; sie müssen aus administrativen Gründen durch zwölf teilbar sein):
PV-Beitrag Ist Prämie 2010 Ø Davon (PV-Beitrag Soll) Differenz Kinder JEA3 Kinder JEA 85%1 / 50%2 50% (JEA) Kinder JEA (Kinder) Region 1 741 / 422 153 92 330 781 / 462 165 –41 / –42 –12 Region 2 641 / 372 133 81 284 691 / 402 142 –51 / –32 –9 Region 3 591 / 342 123 75 262 641 / 382 131 –51 / –42 –8 1 bei tiefem Einkommen 2 bei mittlerem Einkommen 3 Junge Erwachsene in Ausbildung
Würde RRB Nr. 1897/2008 unverändert beibehalten, erhielte somit beispielsweise eine Familie mit zwei jungen Erwachsenen in Ausbildung und einem Kind in der Prämienregion 1 Fr. 336 an Prämienverbilligun- gen weniger, als das Gesetz vorschreibt. Damit die Beiträge so ausfallen, dass die gesetzlichen Vorgaben ein- gehalten werden, müssen die Prämienverbilligungsbeiträge bei den Kindern gegenüber dem RRB Nr. 1897/2008 um Fr. 48/48 (Region 1), Fr. 60/36 (Region 2) und Fr. 60/48 (Region 3) und bei den jungen Er- wachsenen in Ausbildung um Fr. 144 (Region 1), Fr. 108 (Region 2) und Fr. 96 (Region 3) erhöht werden. Es ergeben sich somit gesamthaft neu folgende Prämienverbilligungs- beiträge 2010 (in Klammern jeweils Veränderung gegenüber 2009):
1. Verheiratete und Alleinerziehende Steuerbares Prämien- Prämienverbilligung Prämienverbilligung Prämienverbilligung Gesamteinkommen region 3) Erwachsene Kinder junge Erwachsene in Ausbildung 5) in Fr. 1000 in Franken in Franken 4) in Franken 0–22,8 Verheiratete 1) Region 1 2280 (96) 936 (48) 1980 (204) Region 2 1920 (180) 828 (60) 1704 (228) Region 3 1776 (180) 768 (60) 1572 (216) Alleinerziehende 2) Region 1 1788 (84) 936 (48) 1980 (204) Region 2 1584 (84) 828 (60) 1704 (228) Region 3 1440 (84) 768 (60) 1572 (216) 22,9–30,4 Verheiratete Region 1 1704 (60) 936 (48) 1980 (204) Region 2 1380 (120) 828 (60) 1704 (228) Region 3 1236 (120) 768 (60) 1572 (216) Alleinerziehende Region 1 1200 (36) 936 (48) 1980 (204) Region 2 1056 (36) 828 (60) 1704 (228) Region 3 912 (36) 768 (60) 1572 (216) 30,5–38,5 Verheiratete Region 1 1284 (60) 936 (48) 1980 (204) Region 2 1020 (120) 828 (60) 1704 (228) Region 3 936 (120) 768 (60) 1572 (216) Alleinerziehende Region 1 960 (36) 936 (48) 1980 (204) Region 2 816 (36) 828 (60) 1704 (228) Region 3 732 (36) 768 (60) 1572 (216) 38,6–47,5 Verheiratete Region 1 984 (60) 936 (48) 1980 (204) Region 2 780 (60) 828 (60) 1704 (228) Region 3 696 (60) 768 (60) 1572 (216) Alleinerziehende Region 1 780 (36) 936 (48) 1980 (204) Region 2 636 (36) 828 (60) 1704 (228) Region 3 552 (36) 768 (60) 1572 (216) 47,6–61 Verheiratete Region 1 – 556 (52) 6) 1980 (204) Region 2 – 484 (40) 6) 1704 (228) Region 3 – 456 (48) 1572 (216) Alleinerziehende Region 1 – 556 (52) 6) 1980 (204) Region 2 – 484 (40) 6) 1704 (228) Region 3 – 456 (48) 1572 (216)
2. Übrige Personen Steuerbares Prämien- Prämienverbilligung Prämienverbilligung Gesamteinkommen region 3) Erwachsene junge Erwachsene in Ausbildung 5) in Fr. 1000 in Franken in Franken 0–17,2 Region 1 1788 (84) 1980 (204) Region 2 1584 (84) 1704 (228) Region 3 1440 (84) 1572 (216) 17,3–24 Region 1 1200 (36) 1980 (204) Region 2 1056 (36) 1704 (228) Region 3 912 (36) 1572 (216) 24,1–31,4 Region 1 960 (36) 1980 (204) Region 2 816 (36) 1704 (228) Region 3 732 (36) 1572 (216) 31,5–37,2 Region 1 780 (36) 1980 (204) Region 2 636 (36) 1704 (228) Region 3 552 (36) 1572 (216) 1) Verheiratete = verheiratete, in ungetrennter Ehe oder in eingetragener Partnerschaft lebende Steuerpflichtige 2) Alleinerziehende = getrennt lebende, geschiedene, verwitwete oder ledige Steuerpflichtige, die mit Kindern zusam- menleben 3) Region 1: Stadt Zürich
Region 2: Dietlikon, Kloten, Opfikon, Wallisellen, Regensdorf, Rümlang, Dietikon, Schlieren, Urdorf, Adliswil, Horgen, Kilchberg, Richterswil, Thalwil, Wädenswil, Erlenbach, Herrliberg, Hombrechtikon, Küsnacht, Männedorf, Meilen, Oetwil am See, Stäfa, Uetikon am See, Zumikon, Zollikon, Dübendorf, Egg, Fällanden, Greifensee, Maur, Mönchaltorf, Schwerzenbach, Uster, Volketswil, Wangen-Brüttisellen und Winterthur Region 3: Übrige Gemeinden 4) Höchstens jedoch die tatsächliche Jahresprämie 5) Junge Erwachsene, die nicht in Ausbildung stehen und eine reduzierte Versicherungsprämie bezahlen, erhalten eine
Kinderprämienverbilligung (§ 12 Abs. 2 EG KVG), sofern das massgebliche Einkommen Fr. 47 500 nicht übersteigt 6) Eingeschlossen die Erhöhung um Fr. 4 gemäss RRB Nr. 1897/2008
C. Durch die Wiedererwägung verursachter Mehraufwand Durch die Erhöhung der Verbilligungsbeiträge für Kinder und junge Erwachsene in Ausbildung ist mit Mehrausgaben von insgesamt 10,5 Mio. Franken zu rechnen. Aufgrund der stark gestiegenen Kosten im Gesund- heitswesen ist aber auch mit einem wesentlich höheren Bundesbeitrag für die Prämienverbilligung 2010 zu rechnen. Statt wie im RRB Nr. 1897/2008 geschätzt 320 Mio. Franken wird der Bundesbeitrag 2010 nach den neusten Zahlen rund 336,7 Mio. Franken betragen. Es stehen damit aus Bundesmitteln rund 16,7 Mio. Franken zusätzlich zur Verfügung, die für Prämienverbilligungen verwendet werden müssen. Damit ist der durch die Wiedererwägung entstehende Mehraufwand vollumfänglich abgedeckt. Die verbleibenden rund 6,2 Mio. Franken werden für die Prämienübernahmen für Verlustscheine und Sozialhilfe- sowie Ergänzungs- und Zusatzleistungsbezügerinnen und -bezüger benötigt, da die starke Prämienteuerung auch in diesem Bereich zu einem höheren Aufwand führen wird. Die Erhöhung der Prämienverbilligung ist im Entwurf des Budgets 2010 und im KEF 2010–2013 enthalten.
Dispositiv
Auf Antrag der Gesundheitsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. In Wiedererwägung der in RRB Nr. 1897/2008 vom 3. Dezember 2008, Dispositiv II, festgelegten Prämienverbilligungsbeiträge wird im Jahr 2010 Personen mit einem steuerbaren Gesamtvermögen, das Fr. 300 000 nicht überschreitet, und einem steuerbaren Gesamteinkommen bis Fr. 61 000 (verheiratete und allein erziehende Personen) bzw. Fr. 37 200 (übrige Personen) eine jährliche Prämienverbilligung ausgerichtet, die wie folgt abgestuft ist: 1. Verheiratete und Alleinerziehende (in Franken; in Klammern Veränderungen gegenüber 2009) Steuerbares Prämien- Erwachsene Kinder 4) Junge Erwachsene Gesamteinkommen region 3) in Ausbildung 5) in Fr. 1000 0–22,8 Verheiratete 1) Region 1 2280 (96) 936 (48) 1980 (204) Region 2 1920 (180) 828 (60) 1704 (228) Region 3 1776 (180) 768 (60) 1572 (216) Alleinerziehende 2) Region 1 1788 (84) 936 (48) 1980 (204) Region 2 1584 (84) 828 (60) 1704 (228) Region 3 1440 (84) 768 (60) 1572 (216) 22,9–30,4 Verheiratete Region 1 1704 (60) 936 (48) 1980 (204) Region 2 1380 (120) 828 (60) 1704 (228) Region 3 1236 (120) 768 (60) 1572 (216) Alleinerziehende Region 1 1200 (36) 936 (48) 1980 (204) Region 2 1056 (36) 828 (60) 1704 (228) Region 3 912 (36) 768 (60) 1572 (216) 30,5–38,5 Verheiratete Region 1 1284 (60) 936 (48) 1980 (204) Region 2 1020 (120) 828 (60) 1704 (228) Region 3 936 (120) 768 (60) 1572 (216) Alleinerziehende Region 1 960 (36) 936 (48) 1980 (204) Region 2 816 (36) 828 (60) 1704 (228) Region 3 732 (36) 768 (60) 1572 (216) 38,6–47,5 Verheiratete Region 1 984 (60) 936 (48) 1980 (204) Region 2 780 (60) 828 (60) 1704 (228) Region 3 696 (60) 768 (60) 1572 (216) Alleinerziehende Region 1 780 (36) 936 (48) 1980 (204) Region 2 636 (36) 828 (60) 1704 (228) Region 3 552 (36) 768 (60) 1572 (216) 47,6–61 Verheiratete Region 1 – 556 (52) 1980 (204) Region 2 – 484 (40) 1704 (228) Region 3 – 456 (48) 1572 (216) Alleinerziehende Region 1 – 556 (52) 1980 (204) Region 2 – 484 (40) 1704 (228) Region 3 – 456 (48) 1572 (216)
2. Übrige Personen (in Franken; in Klammern Veränderungen gegen- über 2009) Steuerbares Prämien- Erwachsene Junge Erwachsene Gesamteinkommen region 3) in Ausbildung 5) in Fr. 1000 0–17,2 Region 1 1788 (84) 1980 (204) Region 2 1584 (84) 1704 (228) Region 3 1440 (84) 1572 (216) 17,3–24 Region 1 1200 (36) 1980 (204) Region 2 1056 (36) 1704 (228) Region 3 912 (36) 1572 (216) 24,1–31,4 Region 1 960 (36) 1980 (204) Region 2 816 (36) 1704 (228) Region 3 732 (36) 1572 (216) 31,5–37,2 Region 1 780 (36) 1980 (204) Region 2 636 (36) 1704 (228) Region 3 552 (36) 1572 (216) 1) Verheiratete, in ungetrennter Ehe oder in eingetragener Partnerschaft lebende Steuerpflichtige 2) Getrennt lebende, geschiedene, verwitwete oder ledige Steuerpflichtige, die mit Kindern zusammenleben 3) Region 1: Stadt Zürich
Region 2: Dietlikon, Kloten, Opfikon, Wallisellen, Regensdorf, Rümlang, Dietikon, Schlieren, Urdorf, Adliswil, Horgen, Kilchberg, Richterswil, Thalwil, Wädenswil, Erlenbach, Herrliberg, Hombrechtikon, Küsnacht, Männedorf, Meilen, Oetwil am See, Stäfa, Uetikon am See, Zumikon, Zollikon, Dübendorf, Egg, Fällanden, Greifensee, Maur, Mönchaltorf, Schwerzenbach, Uster, Volketswil, Wangen-Brüttisellen und Winterthur Region 3: alle übrigen Gemeinden 4) Höchstens jedoch die tatsächliche Jahresprämie 5) Junge Erwachsene, die nicht in Ausbildung stehen und eine reduzierte Versicherungsprämie bezahlen, erhalten eine
Kinderprämienverbilligung (§ 12 Abs. 2 EG KVG), sofern das massgebliche Einkommen Fr. 47 500 nicht übersteigt
II. Die Beiträge für die Prämienverbilligung 2010 gehen zulasten der Leistungsgruppe Nr. 6700, Beiträge an die Krankenkassenprämien.
III. Veröffentlichung von Dispositiv I im Amtsblatt, Textteil.
IV. Mitteilung an die Sicherheitsdirektion, die Finanzdirektion und die Gesundheitsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi