Dringliche Anfrage Claudio Schmid, Bülach, und Hans Egli, Steinmaur, betreffend flächendeckende Einführung der Software SAP an Hochschulen, Beantwortung
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 291/2009
Sitzung vom 21. Oktober 2009
1636. Dringliche Anfrage (Flächendeckende Einführung der Software SAP an Hochschulen) Die Kantonsräte Claudio Schmid, Bülach, und Hans Egli, Steinmaur, haben am 14. September 2009 folgende dringliche Anfrage eingereicht: Dem Vernehmen nach müssen alle Zürcher Hochschulen auf 2011 auf Druck der Bildungsdirektion auf SAP umstellen, obwohl viele die- ser Schulen andere Software erfolgreich in Betrieb haben. Dies würde zu hohen Kosten für Lizenzen, Schulung und Implementation führen, ohne dass ein erkennbarer Mehrwert vorhanden wäre. Soweit uns bekannt ist, hat auch nie eine Ausschreibung stattgefunden, obwohl dies gemäss Submissionsverordnung vorgeschrieben wäre. Im Zusammenhang mit obiger Schilderung bitten wir den Regierungsrat um die Beantwortung folgender Fragen:
Erwägungen
1. Trifft es zu, dass die Zürcher Hochschulen auf 2011 auf SAP umstel- len müssen?
2. Wie hoch sind die Kosten für diese Umstellung?
3. Hat eine Ausschreibung des Projektes stattgefunden?
Dispositiv
Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Die dringliche Anfrage Claudio Schmid, Bülach, und Hans Egli, Steinmaur, wird wie folgt beantwortet: Zu Frage 1: Die Universität Zürich arbeitet bereits seit Längerem mit der Soft- ware SAP. Von der Umstellung auf SAP sind die Hochschulen der Zür- cher Fachhochschule (ZFH) betroffen, die Hochschule für Angewand- te Wissenschaften (ZHAW), die Hochschule der Künste (ZHdK) und die Pädagogische Hochschule (PHZH). Mit der heutigen IT-Anwendung der Hochschulen der ZFH lassen sich die Ansprüche im Finanz- und Controllingwesen sowie auch im Personalbereich nurmehr schwer bewältigen und die Systeme haben ihre Kapazitätsgrenze erreicht.
2006 hat die PHZH ihm Rahmen des Projektes ZERZE, das die Opti- mierung des Rechnungswesens und eine weitergehende Standardisie- rung der Rechnungswesen-Software umfasst, eine Machbarkeitsstudie zur Einführung von SAP in Abstimmung mit der ZHAW und ZHdK durchgeführt. Die Machbarkeitsstudie zeigt auf, dass eine Ablösung der bisherigen Systeme der Hochschulen durch SAP sinnvoll ist. Am 6. Januar 2009 hat der Regierungsrat beschlossen, für das Finanz- und Controllingwesen der ZFH bis 2011 SAP einzuführen (RRB Nr. 30/ 2009). Im Bereich Personalmanagement und Lohnadministration ist die ZFH bereits am kantonalen Projekt PULS-ZH beteiligt, mit dem das bisherige PALAS-System des Kantons abgelöst wird. Durch die Vereinheitlichung der Systeme wird eine Kostenersparnis angestrebt. Weitere Zielsetzungen sind unter anderem ein gemeinsamer Systembetrieb und Support, die Erfüllung der kantonalen Schnittstel- lenanforderungen an die gemäss Rechnungslegungsverordnung vom 29. August 2007 (LS 611.1) zu konsolidierenden Einheiten und bessere Datentransparenz zwischen zentralen und dezentralen Schulstandor- ten. Zu Frage 2: Die Kosten für die Einführung von SAP im Finanz- und Controlling- wesen der ZFH belaufen sich auf rund 4,8 Mio. Franken. Die Kosten für die Beteiligung der ZFH am Projekt PULS-ZH betragen rund 1,7 Mio. Franken. Die benötigten Mittel für 2009 sind im Budget 2009 ein- gestellt. Die Mehrkosten für 2010 und 2011 werden im Rahmen des KEF 2010–2013 durch Verschiebungen und Einsparungen innerhalb des Globalbudgets der Leistungsgruppe Nr. 7406, Zürcher Fachhoch- schule, gedeckt. Diesen einmaligen Investitionskosten stehen Einsparungen bei den wiederkehrenden Kosten für den Betrieb und Support gegenüber. In diesem Zusammenhang ist insbesondere zu berücksichtigen, dass bei Neuerungen im Finanzwesen (z. B. neuer Kontenplan, Änderungen in der Anlagebuchhaltung) oder im Personalwesen bei unterschiedlichen Software-Lösungen diese einzeln angepasst werden müssten, was zu er- heblichen Mehrkosten führen würde. 2009 wurde auch der Betrieb aller SAP-Systeme der Finanzdirektion für die kantonale Verwaltung, der psychiatrischen Kliniken und des Universitätsspitals gemeinsam ausgeschrieben. Am 30. September 2009 hat der Regierungsrat den Vergabeentscheid getroffen. Allein für die Systeme der kantonalen Verwaltung, d. h. ohne das Universitätsspital, ergeben sich über eine Betriebsdauer von fünf Jahren Einsparungen im Betrieb von rund 2,5 Mio. Franken.
Auch die Hochschulen der ZFH können von günstigen Preisen für den Betrieb der kantonalen SAP-Systeme profitieren. Desgleichen können die Hochschulen den SAP-Support des Kompetenzzentrums SAP der Finanzverwaltung nutzen. Durch die Vereinheitlichung der Systeme werden die Voraussetzungen für einen effizienten und kosten- günstigen Support geschaffen. Bisher konnten durch die Bündelung der Marktmacht des Kantons beim Lizenzkauf und beim Betrieb und durch die Zusammenführung des Supports die Investitionskosten für SAP-Projekte rasch amortisiert werden. Die gilt auch für die Einführung von SAP an der ZFH. Zu Frage 3: Die Ausschreibung hat gemäss § 11 der Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003 (LS 720.11) im kantonalen Amtsblatt und auf einer gemein- samen Plattform von Bund und Kantonen zu erfolgen. Das Projekt für die Einführung von SAP im Finanz- und Controlling- wesen der ZFH wurde am 9. Januar 2009 im Amtsblatt des Kantons Zürich und auf der gemeinsamen elektronischen Plattform von Bund, Kantonen und Gemeinden im Bereich des öffentlichen Beschaffungs- wesens SIMAP publiziert. In der gleichen Weise wurde auch das Projekt für die Beteiligung der ZFH am PULS-ZH am 22. Februar 2008 ausge- schrieben.
II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungs- rates sowie an die Bildungsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der stv. Staatsschreiber: Hösli