RRB Nr. 2013/2009
Kulturförderung, Kulturpreis und Förderpreis 2010, Verleihung
16 décembre 2009Allemand5 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 16. Dezember 2009
2013. Kulturförderung (Verleihung des Kulturpreises und
Erwägungen
des Förderpreises 2010) Mit Beschluss Nr. 340/2009 hat der Regierungsrat die kulturellen Aus- zeichnungen neu geregelt. Für 2010 schlägt die Kulturförderungskommis- sion – nach Beratung an der Sitzung vom 17. September 2009 – folgende Preisträger vor: Kulturpreis an Daniel Schwartz Mit dem Kulturpreis wird das herausragende künstlerische Werk oder die Vermittlungstätigkeit einer Person oder einer Gruppe gewürdigt. Der Fotograf und Autor Daniel Schwartz, 1955 in Olten geboren, Absolvent der Fachklasse für Fotografie an der Schule für Gestaltung Zürich (1977–1980) und seit Langem wohnhaft in Zürich, ist weltweit tätig als freier Fotograf. Grosses künstlerisches Potenzial wurde ihm schon Ende der 70er-Jahre zuerkannt. Davon zeugen wiederholte eid- genössische Stipendien (1979, 1981, 1983) sowie Produktionsbeiträge der Pro Helvetia (1983, 1984, 1985). Auch seine Plakate wurden ausge- zeichnet («Schweizer Plakat 1979», Best Illustrated Book Award der British Printing Industries Federation 1987). In den 90er-Jahren war er Mitglied der Zürcher Fotoagentur «Lookat Photos» und seine Fotoreportagen lieferten sowohl für die schweize- rische Tages- und Fachpresse wie etwa die «Neue Zürcher Zeitung» oder die Kulturzeitschrift «Du», aber auch international wichtige Presseerzeugnisse – genannt sei hier beispielhaft der «Lettre Internatio- nal» –, aufsehenerregende Fotoreportagen. Der ersten Einzelausstel- lungen 1983 im Kunstmuseum Thun folgten Präsentationen seiner Foto- arbeiten in grossen Häusern der Schweiz und des Auslands. Daneben ist sein künstlerisches Schaffen in einer Vielzahl von Publikationen belegt. Daniel Schwartz – unterdessen ein Fotograf von Weltklasse – ist Künstler und Reporter zugleich. Im Bild gelingt ihm ein Doppeltes: Er hält das Besondere fest und macht daran zugleich – im Medium der Abstraktion, der ästhetischen Reduktion, der kühnen Nüchternheit – das Allgemeine sichtbar. Er war der erste Ausländer, der 1987 der Grossen Mauer Chinas in ihrer vollen Länge folgte und das Leben wie die Landschaft entlang der Mauer und auch diese selbst in Fotografien festhielt. In dem zur gleichnamigen Ausstellung (2009 im Helmhaus Zürich) erschienenen
Band «Travelling through the Eye of History» hat er die fotografische Ernte seiner Reisen nach Zentralasien in den letzten 14 Jahren doku- mentiert. Die Zürcher Ausstellung wird 2010 in Deutschland gezeigt. Mit dem Kulturpreis soll das künstlerische und dokumentarische Wirken von Daniel Schwartz ausgezeichnet werden. Förderpreis an das Duo Zimmermann & de Perrot Der Förderpreis wird einer Person oder einer Gruppe, deren Schaf- fen im Bereich Musik, Theater oder Tanz von besonderer Bedeutung ist, verliehen. Martin Zimmermann, 1970 in Winterthur geboren, absolvierte nach einer Ausbildung zum Dekorateur das Centre National des Arts du Cirque in Frankreich, das er mit Auszeichnung abschloss. 1998 kehrte er nach Zürich zurück und begann seine Arbeit als freier Choreograf. Dimitri de Perrot, 1976 in Neuenburg geboren, hat in Zürich das Liceo Artistico italo-svizzero absolviert und machte in seiner Freizeit schon damals Furore als DJ. Nach der Matur bildete er sich autodidak- tisch weiter zum Musiker und Komponisten, der auf Tonträgern bereits vorhandenes Musikgut wiederverwertet. 2005 erhielt er das Werkjahr der Stadt Zürich im Bereich Rock, Pop und Jazz. Als Mitglieder des international bekannten Künstlerkollektivs «Metzger/Zimmermann/de Perrot» waren Martin Zimmermann und Dimitri de Perrot massgeblich beteiligt am grossen Erfolg der Produk- tionen «Gopf», «Hoi» und «Janei». Mit dem Stück «Gaff Aff» setzten sie 2006 ihre künstlerische Tätigkeit fort als Duo «Zimmermann & de Perrot» und durften verdienterweise auf gleich hohem Erfolgsniveau ihre Karriere fortsetzen. 2008 entstand bereits ihre zweite Produktion «öper öpis», die den Verein Pro Tanz veranlasste, «„Zimmermann & de Perrot» mit dem von Annette Ringier gestifteten Schweizer Tanz- und Choreografiepreis 2009 auszuzeichnen. Die eigenwillige Welt, die «Zimmermann & de Perrot» auf die Bühne bringen, entsteht aus kleinen Geschichten, die der genauen Beobach- tung des alltäglichen Lebens entstammen. In minuziös und bis ins letzte Detail ausgeklügelten Bühnenbildern vereinen sie höchste körperliche Konzentration mit tiefer Reflexion über die conditio humana zu spiele- risch leichten, sich stets wandelnden Bildern und Klängen, die unver- gesslich in Erinnerung bleiben. Die beiden Künstler verlassen sich dabei ganz auf die körperliche Ausdrucksstärke bzw. die virtuose Behandlung von Vinyl auf Plattentellern. Ihre Erfindungsgabe – beim einen der eigene Körper, beim andern die Transformation des Klanges – scheint dabei keine Grenze zu kennen. «Zimmermann & de Perrot» haben dank jahrelanger Zusammenarbeit hinter und auf der Bühne zu einem
symbiotischen Zusammenspiel gefunden, das ihr Publikum in Bann schlägt. Wortlose, nur mit Bewegung und Klang erzählte Geschichten voller Poesie und Magie, die weltweit verstanden und geliebt werden. Der Förderpreis des Kantons Zürich im Bereich Musik, Tanz und Theater soll «Zimmermann & de Perrot» darin bekräftigen, ihren Mikro- kosmos scharfsichtig und scharfsinnig weiter zu erforschen, damit ihre nächsten Produktionen als getanzte, tönende Wunderstückli auf gros- sen und kleinen Bühnen allerorts ein staunendes Publikum finden kön- nen. Die Beträge für beide Preise sind im Entwurf des Budgets 2010 der Fachstelle Kultur enthalten.
Dispositiv
Auf Antrag der Direktion der Justiz und des Innern beschliesst der Regierungsrat:
I. Der Kanton Zürich verleiht im Jahr 2010 folgende kulturelle Aner- kennungspreise: Kulturpreis in der Höhe von Fr. 50 000 an Daniel Schwartz Förderpreis in der Höhe von Fr. 40 000 an das Duo Zimmermann & de Perrot.
II. Die Preisgelder gehen zulasten der Erfolgsrechnung der Leistungs- gruppe Nr. 2234, Fachstelle Kultur.
III. Mitteilung an die Preisträger und die Mitglieder der Kulturför- derungskommission durch Zuschrift der Direktion der Justiz und des Innern sowie an die Finanzdirektion, die Staatskanzlei und die Direktion der Justiz und des Innern.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi