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Décision

RRB Nr. 332/2015

Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2015, 2. Serie

1 avril 2015Allemand30 min

Source zh.ch

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 1. April 2015

332. Lotteriefonds des Kantons Zürich (Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2015, 2. Serie) Gemäss § 61 Abs. 3 des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung kann der Regierungsrat in eigener Zuständigkeit aus den allgemeinen Mitteln des Lotteriefonds pro Jahr Beiträge bis 20 Mio. Franken bewil- ligen. Der einzelne Beitrag darf dabei Fr. 500 000 nicht übersteigen. Zulasten der Quote 2015 wurden bis anhin Fr. 3 845 750 bewilligt. Da mit RRB Nr. 1503/2007 zugunsten der Staatskanzlei (Konto «Staatsbeiträge an Kongresse, Veranstaltungen usw.») jährlich ein Beitrag von Fr. 200 000 bewilligt wird, stehen dem Regierungsrat zulasten der Quote 2015 somit insgesamt noch Fr. 15 954 250 zur Verfügung. Die Finanzdirektion beantragt im Einvernehmen mit den zuständigen Fachdirektionen im Rahmen einer 2. Serie 2015 die folgenden Beitrags- leistungen aus dem Lotteriefonds:

1. Aufarbeitung Fotoarchiv Technik-, Arbeiter- und Bauaufnahmen Bereich Bildung Gesuchstellende Stiftung Industriekultur (SIK): Die 2005 gegrün- Organisation dete SIK bezweckt den vollständigen Erhalt des Fotoarchivs Technik-, Arbeiter- und Bauaufnah- men (TAB) mit allen Negativen, Diapositiven, CD-ROM-Bildträgern und den dazugehören- den Dokumenten. Ausgangslage Das TAB-Archiv wurde von 1965 bis 2014 durch die Arias-Industriekultur in Winterthur aufge- baut mit dem Ziel, gefährdete Baudenkmäler der Industrie-, Technik- und Transportge- schichte zu dokumentieren. Es umfasst rund 350 000 Aufnahmen. Etwa die Hälfte aller Auf- nahmen betrifft den Kanton Zürich und die Schweiz. Die heutige Archivierung entspricht nicht den Anforderungen für eine Langzeitlage- rung. Deshalb suchte die SIK als Archiv-Eigen- tümerin nach der Möglichkeit, den umfangrei- chen Fundus abgeben zu können. Seit 2012 führte sie mit mehreren Institutionen Über- nahme-Gespräche. Die ETH-Bibliothek wird das TAB-Archiv übernehmen.

Projektziel Zugänglichmachen des TAB-Archivs für die Öf- fentlichkeit über eine Online-Datenbank so- wie Langzeitsicherung in Zusammenarbeit mit der ETH-Bibliothek Projektbeschrieb Die Aufarbeitung des Fotoarchivs umfasst die Erschliessung, Inventarisierung, sachgerechte Verpackung, physische Archivierung sowie die Digitalisierung und Nutzbarmachung für die Öffentlichkeit über eine Bilddatenbank der ETH Zürich. Kosten Fr. 585 000 Gewünschter Betrag Fr. 192 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 215 000. Die ETH beteiligt sich mit Fr. 178 000 am Projekt. Der Restbetrag soll durch den Lotteriefonds ge- deckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Mit der Aufarbeitung des Archivs werden das grosse Fachwissen des bisherigen Archivbetreuers gesichert und der Fundus, der auch den Kanton Zürich betrifft, der interes- sierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Bewilligter Betrag Fr. 192 000

2. Publikation «Zürcher Landschaften – Natur- und Kultur- landschaften im Kanton Zürich» Bereich Ökologie Gesuchstellende AS Verlag & Buchkonzept AG: Der Verlag be- Organisation zweckt u. a. die Herausgabe von Büchern zu den Themenbereichen Alpinismus, Verkehr und Landschaft/Luftbild. Ausgangslage Rund ein Fünftel der Fläche des Kantons Zü- rich ist überbaut, der restliche Raum wird zum grössten Teil land- und forstwirtschaftlich ge- nutzt. Der Kanton verfügt über eine abwechs- lungsreiche Kultur- und Naturlandschaft mit voralpinen See- und Flusslandschaften, Auen- und Moorgebieten sowie Wald- und Parkland- schaften. Ein Buch zu diesem Thema fehlt. Projektziel Mit einem Fotoband soll die landschaftliche Vielfalt des Kantons Zürich dokumentiert wer- den.

Projektbeschrieb Erstmals werden in einem grossformatigen Bild- band die unterschiedlichen Natur- und Land- schaftstypen thematisch gegliedert gezeigt und umfassend dokumentiert. Die Publikation um- fasst 256 Seiten und 200 Abbildungen (darun- ter zwölf Panoramen zum Ausklappen). Vorge- sehen ist eine Druckauflage von 4000 Exempla- ren. Der voraussichtliche Ladenpreis beträgt Fr. 58. Kosten Fr. 282 600 Gewünschter Betrag Fr. 150 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 83 520. Der Rest- betrag muss durch Dritte gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Das Buch ist geeignet, eine breite Zielgruppe für die landschaftliche Schönheit des Kantons zu sensibilisieren. Im Vergleich zur Unterstützung anderer Publikationen ist eine Beitragsleistung von Fr. 150 000 jedoch zu hoch. Eine Kürzung am nachgesuchten Betrag ist angebracht. Bewilligter Betrag Fr. 100 000 Auflage Die Auszahlung des Beitrages ist an die Auflage gebunden, dass dem Kanton gratis 110 Beleg- exemplare zugestellt werden.

3. Umbau Gehörlosenzentrum Zürich-Oerlikon Bereich Soziales Grundinformation Im Gehörlosenzentrum Zürich-Oerlikon sind mehrere Organisationen aus dem Gehörlosen- bereich eingemietet, darunter auch der Zür- cher Fürsorgeverein für Gehörlose und der Verein für Sprache und Integration DIMA. Das Gehörlosenzentrum wird umgebaut. Da- durch werden organisatorische und räumliche Anpassungen möglich. Gesuchstellende a) Zürcher Fürsorgeverein für Gehörlose: Ziel Organisationen des Vereins ist die Förderung gehörloser und hörbehinderter Menschen jeden Alters, die im Kanton Zürich wohnhaft sind. Zu diesem Zweck führt der Verein unter ande- rem eine Beratungsstelle

b) Der Verein für Sprache und Integration DIMA: Der Verein bietet Lern-, Sprach- lern- und Integrationsangebote für gehörlose und schwerhörige Menschen mit ausländi- scher und schweizerischer Herkunft. Zu die- sem Zweck betreibt er eine Schule. Ausgangslage a) Die Beratungsstelle für Gehörlose hat ihre Dienstleistungen in den letzten Jahren aus- gebaut. Für die Beratung ist eine diskrete Ge- sprächsatmosphäre in Einzelbüros notwen- dig (Datenschutz). Durch das erweiterte An- gebot und die damit verbundene Personal- aufstockung benötigt der Verein mehr Platz. b) Der Verein für Sprache und Integration be- nötigt geeignetere Schulräume. Projektziel Ausbau der Beratungs- und Schulräume auf den Standard, der den heute üblichen Anforde- rungen entspricht (einschliesslich der notwen- digen Sicherheitsvorkehrungen). Projektbeschrieb a) Mit der Zumietung von Bürofläche und ei- nigen baulichen Anpassungen kann der Be- trieb verbessert werden. Die Räume werden zu beratungstauglichen Einzelbüros umge- baut. Grosse Aufmerksamkeit kommt dabei aufgrund der Kommunikationsschwierigkei- ten bei der Beratung von gehörlosen und schwerhörigen Menschen der Verbesserung der Lichtverhältnisse zu. b) Durch den Um- und Ausbau der Beratungs- stelle muss DIMA auf ein Klassenzimmer verzichten. Aus den noch verfügbaren Zim- mern sollen kleinere und akustisch verbes- serte Unterrichtsräume entstehen. Dazu müs- sen Wände, Akustikdecken und Beleuchtun- gen eingebaut werden. a) Fürsorgeverein für Gehörlose Kosten Fr. 233 000 Gewünschter Betrag Fr. 85 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 25 000. Die Stand- ortgemeinde beteiligt sich mit Fr. 35 000. Von Stiftungen und Privaten werden Fr. 88 000 er- wartet. Der Restbetrag soll durch den Lotte- riefonds gedeckt werden. Bewilligter Betrag Fr. 85 000

b) Verein für Sprache und Integration DIMA Kosten Fr. 72 500 Gewünschter Betrag Fr. 30 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 10 000. Von Priva- ten und der Standortgemeinde werden Fr. 32 500 veranschlagt. Der offene Restbetrag muss durch den Lotteriefonds gedeckt werden. Bewilligter Betrag Fr. 30 000 Total Fr. 115 000 Würdigung Beide Projekte entsprechen den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Nachfrage für das Angebot der Beratungsstelle und der Sprachschule ist gross. Räumliche Anpassungen sind unum- gänglich.

4. Konservierung, Digitalisierung und Erschliessung Fotosammlung Bereich Kulturgeschichte Gesuchstellende Verein Schweizerische Gesellschaft für Volks- Organisation kunde (SGV): Die SGV erforscht die Volks- kultur der Schweiz. Ausgangslage Die SVG verfügt über eine grosse Bibliothek und ein vielfältiges Archiv zu Kulturgeschichte, Volkskunde und Alltagskultur der Schweiz. Da- zu zählt auch eine wertvolle Fotosammlung mit Materialien aus allen Kantonen der Schweiz. Diese Sammlung soll nun konservatorisch nach- haltig archiviert, wo nötig restauriert, digitali- siert und in einer neuartigen Datenbank er- schlossen werden. Projektziel Die Fotos sollen einer breiten Öffentlichkeit mittels Internet auf einfache Weise zugänglich gemacht werden. Projektbeschrieb Die Erschliessung beruht auf einer Internet- Datenbank, die es ermöglicht, nicht nur Foto- grafien zu erfassen, sondern die auch Filme, Töne und schriftliche Materialien aufnehmen kann, sodass es den Datenbank-Nutzerinnen und -Nutzern möglich wird, umfassend zu re- cherchieren. Kosten Fr. 1 796 000 Gewünschter Betrag Fr. 60 000

Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 120 000. Der Bund beteiligt sich mit Fr. 90 000. Von Stiftungen und Privaten sind Fr. 485 000 zugesichert. Weitere Institutionen beteiligen sich mit insgesamt Fr. 325 000. Von den anderen Kantonen wer- den insgesamt Fr. 680 000 erwartet. Der Rest- betrag muss durch Dritte gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Die Sammlungen bieten einen rei- chen Fundus zu Kultur und Alltag der Schweiz und stellen einen wichtigen Teil des kulturel- len Erbes dar. Bewilligter Betrag Fr. 60 000 Auflage Die Auszahlung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Die zu erarbeitende Online-Datenbank muss mit dem bestehenden Portal «Archives On- line» verknüpft werden. – Die anderen Kantone beteiligen sich mit min- destens Fr. 500 000 am Vorhaben.

5. Ausbau des Registers für Blutstammzellspender Bereich Gesundheit Gesuchstellende Blutspende SRK Schweiz AG: Die dem Schwei- Organisation zerischen Roten Kreuz angehörende Institution dient dem Zweck, das Blutspendewesen zu or- ganisieren und den schweizweiten Bedarf an Blutprodukten sicherzustellen. Seit zwei Jahren führt die Blutspende SRK Schweiz ein Register für Blutstammzellspenderinnen und -spender. Ausgangslage Jedes Jahr erkranken in der Schweiz über 1000 Kinder und Erwachsene an Leukämie oder an- deren bösartigen Blutkrankheiten. Mit einer Blutstammzelltransplantation könnte vielen Er- krankten geholfen werden. Jedoch stehen zu wenig Spenderinnen und Spender zur Verfü- gung. Mit einem Ausbau des Registers soll die Verfügbarkeit von Kochenmarkspenderinnen und -spendern verbessert werden. Das Regis- ter wird für die Schweiz zentral geführt und steht landesweit zur Verfügung. Projektziel Für jede Patientin und jeden Patienten soll eine geeignete Spenderin oder ein geeigneter Spen- der gefunden werden.

Projektbeschrieb Das Blutstammzellenregister soll um 5000 Spen- derinnen und Spender ausgebaut werden. Dies erfolgt u. a. über Massnahmen wie Typisierungs- aktionen bei Anlässen und über eine gezielte Spenderwerbung. Kosten Fr. 1 025 000 Gewünschter Betrag Fr. 110 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 400 000. Der Bei- trag von Sponsoren und Dritten beläuft sich auf Fr. 155 000. Von den Kantonen werden (abgestuft nach Einwohnerzahl) insgesamt Fr. 460 000 erwartet. Zurzeit liegen Zusagen von Fr. 306 850 vor. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Der nachhaltige Ausbau des Regis- ters für Blutstammzellspenden ist von nationa- ler Bedeutung und Wirkung. Bewilligter Betrag Fr. 110 000

6. Artenförderungsprogramm Ackerbrüter Weinland Bereich Ökologie Gesuchstellende Andelfinger Naturschutzverein: Der seit 1989 Organisation bestehende Verein bezweckt die Erhaltung ge- fährdeter Arten sowie den Schutz und die För- derung ihrer Lebensräume. Ausgangslage Die Bodenbrüter-Vogelarten der offenen Kul- turlandschaft (Feldlerche, Dorngrasmücke u. a.) sind gefährdet. Ihr Bestand hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Auch die öko- logischen Ausgleichsmassnahmen der Landwirt- schaft konnten diese negative Entwicklung nicht verhindern. Zurzeit ist es schwierig, geeignete Flächen für die angestrebten notwendigen Bo- denbrüter-Lebensräume zu finden. Projektziel Die Lebens- und Brutbedingungen der Acker- vögel sollen verbessert werden. Projektbeschrieb Der Schwerpunkt des Projektes liegt in der per- sönlichen Beratung/Sensibilisierung und – unter Einbezug der betrieblichen und natürli- chen Situation von Betrieben – in der aktiven Unterstützung und Mitfinanzierung von För- dermassnahmen und setzt somit an einer wich- tigen Schnittstelle zwischen Landwirtschaft

und Natur an. Es ist vorgesehen, im Laufe der nächsten vier Jahre 20 ha neue Biodiversitäts- förderflächen anzulegen und auf 48 ha Produk- tionsflächen Massnahmen umzusetzen. Kosten Fr. 330 000 Gewünschter Betrag Fr. 200 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 40 000. Die Stand- ortgemeinden beteiligen sich mit Fr. 10 000. Der Restbetrag muss durch Dritte gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Durch das Projekt werden die zur- zeit bedrohten Bodenbrüter des Ackerbauge- biets massgeblich geschützt. Das Vorhaben bil- det eine gute und wichtige Ergänzung zu den Biotop- und Artenförderungsmassnahmen des Kantons. Bewilligter Betrag Fr. 200 000

7. 500 Jahre Zürcher Reformation (Planungsbeitrag 2015–2019) Bereich Bildung Gesuchstellende Evangelisch-reformierte Landeskirche Zürich Organisation Ausgangslage Zürich ist mit Genf und Wittenberg eines der wichtigsten Zentren der europäischen Refor- mation des 16. Jahrhunderts. Aus Anlass des Jubiläums «500 Jahre Zürcher Reformation» haben die Stadt Zürich, der Kanton Zürich und Zürich Tourismus eine Projektplattform gegrün- det, die Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Jubiläum fördern und als Drehscheibe koordi- nieren soll. Vorgesehen ist, das Reformations- jubiläum von 2017 bis 2024 mit einer Vielzahl von Aktivitäten und Aktionen zu feiern. Dabei gilt es, die zürcherische Ausprägung der Refor- mation ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rufen, zu vertiefen und zu feiern. Projektziel Möglichst breite Bevölkerungskreise sollen das Reformationsjubiläum in angemessener, vielfältiger Weise feiern können. Projektbeschrieb Die eigentliche Planungsarbeit der Projekt- plattform wird durch eine Geschäftsstelle mit 150 Stellenprozenten geleistet. Ihre Aufgabe ist es u. a., Themen, die grosse Bedeutung für das

Jubiläum aufweisen, zu recherchieren, ein Netz- werk aller Beteiligten aufzubauen, Informa- tion für die Öffentlichkeit zu erarbeiten und bereitzustellen und die unterschiedlichen Ak- teure bei der Projektdurchführung zu unter- stützen. Die Geschäftsstelle wird dem Kanton zu einem späteren Zeitpunkt ein Gesuch um einen Lotteriefondsbeitrag in Kompetenz des Kantonsrates einreichen, das zahlreiche Teil- projekte umfassen wird. Gemessen an den zahl- reichen Aufgaben der Geschäftsstelle ist die Organisation sehr schlank. Kosten (2014–2019) Fr. 1 968 000 Gewünschter Betrag Fr. 500 000 Übrige Finanzierung Die reformierte Kirche des Kantons Zürich übernimmt einen Kostenanteil von Fr. 1 443 000. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Das Reformationsjubiläum ist ein geeigneter Anlass, um das Bewusstsein für die Wurzeln und Werte des zürcherischen Staatswesens zu stärken und es für aktuelle Diskussionen nutzbar zu machen. Das Projekt bietet auch die Möglichkeit einer internatio- nalen Vernetzung. Das Jubiläum kann in grös- serem Rahmen nur durchgeführt werden, wenn es seriös geplant und die verschiedenen Teil- aktivitäten gut koordiniert werden. Bewilligter Betrag Fr. 500 000

8. Neues, interdisziplinäres Versorgungsmodell für die medizinisch- genetische Grundversorgung seltener Krankheiten (Pilotprojekt) Bereich Gesundheit Gesuchstellende Stiftung für Menschen mit seltenen Krankhei- Organisation ten: Die 2011 gegründete Stiftung betreibt For- schung und Lehre, um Menschen mit genetisch bedingten seltenen Krankheiten zu helfen, und bietet entsprechende Dienstleistungen an. Ausgangslage In zahlreichen Krankheitsfällen bilden geneti- sche Abklärungen die Grundlage für die Diag- nose und Behandlung seltener Krankheiten sowie für die Beratung von Patientinnen und Patienten bzw. von Ratsuchenden.

Projektziel Mit einem Pilotprojekt wird die Machbarkeit eines interdisziplinären Versorgungsmodells für die medizinisch-genetische Grundversorgung von Personen mit seltenen Krankheiten im Kanton Zürich ausgetestet. Projektbeschrieb Das Pilotprojekt dauert zwei Jahre. Die Ziel- gruppe umfasst Menschen im ganzen Gebiet des Kantons Zürich (keine Altersbegrenzung). Es umfasst den Aufbau einer Grundversorgung mit genetischer Abklärung als Grundlage für die richtige Diagnose, Prävention und die mass- geschneiderte Behandlung einer Krankheit. Mit genetischen Abklärungen können teure und nicht in jedem Fall aussagekräftige Folgeun- tersuchungen vermieden bzw. gezielt geplant werden. Da auch Familienmitglieder, sofern notwendig, von einer genetischen Abklärung profitieren und somit gezielt behandelt werden können, stellt die genetische Untersuchung u. a. eine wirtschaftlich kostengünstige Präventions- massnahme dar. Die entsprechenden Untersu- chungen werden am stiftungseigenen Zentrum für Kardiovaskuläre Genetik und Gendiagnos- tik in Schlieren durchgeführt. Kosten Fr. 745 500 Gewünschter Betrag Fr. 500 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 57 500. Die Bei- träge von Dritten belaufen sich auf Fr. 188 000. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Es handelt sich um ein gemeinnüt- ziges Vorhaben, das zur Gesundheitsversorgung im Kanton Zürich beiträgt. Es ist innovativ und beschäftigt sich mit einer Gruppe von betrof- fenen Personen, die bisher kaum im Zentrum der Gesundheitsversorgung standen. Bewilligter Betrag Fr. 500 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auflage gebunden, dass die Antragstellerin bei den ge- planten Aktivitäten eine enge Kooperation mit der ärztlichen Leitung des Kinderspitals und des Universitätsspitals Zürich sicherzustellen hat. Vor Auszahlung des Beitrages ist dem Lot- teriefonds eine entsprechende Vereinbarung vorzulegen.

9. Investitionen Museum am Pfäffikersee Bereich Kulturgeschichte Gesuchstellende Antiquarische Gesellschaft Pfäffikon: Die 1877 Organisation gegründete Gesellschaft betreibt in Pfäffikon ein kulturhistorisches Regionalmuseum mit den Schwerpunkten Urgeschichte sowie Wohnen und Gewerbe im 18./19. Jahrhundert. Ausgangslage Das Museum zeigt neben der Dauerausstel- lung regelmässig Sonderausstellungen. Es zählt jährlich rund 1000 Besucherinnen und Besu- cher, davon besteht ein Grossteil aus Gruppen und Schulen. Der Zugang zum Museum er- folgt derzeit über die Hinterseite des Gebäu- des und ist schlecht einsehbar. Dieser Zustand soll verbessert werden. Zudem ist das Foyer eng und lässt kaum Raum für den Empfang von Gruppen. Gleichzeitig müssen die Beleuch- tungsanlagen erneuert werden (Umstellung auf LED). Projektziel Steigerung der Attraktivität des Museums durch neue Gestaltung des Publikumsbereichs sowie Erneuerung der Beleuchtung im Gebäudein- nern. Projektbeschrieb Um einer breiten Bevölkerung das direkt an der Seepromenade gelegene Museum auf at- traktive Art zu präsentieren, sollen der Publi- kumseingang von der Nord- auf die Südseite verlegt, das Museumsfoyer erweitert und er- gänzend ein Vordach erstellt werden. Auch der Vorplatzbereich zwischen Museum und See- quai werden neu gestaltet. Ferner ist die Er- neuerung der Beleuchtung im Gebäudeinnern vorgesehen. Kosten Fr. 290 000 Gewünschter Betrag Fr. 145 000 Übrige Finanzierung Die Gemeinde Pfäffikon beteiligt sich mit einem Beitrag von Fr. 145 000. Der Restbetrag soll über den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Die geplante Umgestaltung ver- bessert die Betriebs- und Benutzertauglich- keit. Die sichtbare Aufwertung des Museums bereichert und ergänzt auch die von der Ge- meinde geplante Neugestaltung des Seequais. Bewilligter Betrag Fr. 145 000

10. Totalrevision historische Maschinengruppe Bereich Denkmalpflege Gesuchstellende Schweizerische Gesellschaft für Technikge- Organisation schichte und Industriekultur (SGTI): Die SGTI engagiert sich für den Erhalt und den Betrieb wichtiger technischer Kulturgüter in ihrem ge- wachsenen und aktuellen Zusammenhang. Ausgangslage Mit ihrem Engagement verhinderte die SGTI die geplante Verschrottung der aus den Jahren 1885–1895 stammenden Vertikalschlag- und Putzmaschinen der Nagelfabrik («Nagli») Win- terthur. Nach der Instandsetzung dieses histo- rischen Maschinenparks konnte in der «Nagli» 2002 ein geregelter Schaubetrieb mit Besucher- führungen eingerichtet werden. Projektziel Totalrevision der historischen Maschinengruppe Projektbeschrieb Die Totalrevision des historischen Maschinen- parks umfasst Reparaturen an den Vertikal- schlag- und Putzmaschinen sowie an der Wel- len-Riemen-Transmission und das Ersetzen einzelner Teile. Die Arbeiten können durch das Mechanikerteam der «Nagli»-Betriebsgruppe ausgeführt werden. Kosten Fr. 120 000 Gewünschter Betrag Fr. 120 000 Übrige Finanzierung Die Stadt Winterthur leistet direkt keinen Bei- trag an die Revision der Maschinengruppe. Sie beteiligt sich jedoch an den Kosten des Schau- betriebes mit einem Beitrag von insgesamt Fr. 34 000 für 2015–2018. Die Tranche 2015 ist ausbezahlt. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Mit den vorgeschlagenen Revisions- massnahmen kann die «Nagli» als Zeugin der Technik- und Industriegeschichte einem brei- ten Kreis von Interessierten erhalten werden. Aufgrund der Tatsache, dass die Standortge- meinde sich am Betrieb der «Nagli» beteiligt, ist eine Übernahme der Sanierungs-Gesamt- kosten durch den Lotteriefonds gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 120 000

Auflagen Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Die Denkmalpflege muss laufend über den Projektstand informiert werden. – Dokumentationen (Fotos, Pläne, Beschrei- bungen) zum historischen Maschinenpark werden der Denkmalpflege zur Verfügung gestellt.

11. Pilotprojekt Gesundes Wohnen MCS Bereich Soziales Gesuchstellende Wohnbaugenossenschaft Gesundes Wohnen Organisation MCS. Die Genossenschaft bezweckt die Schaf- fung von reizstofffreiem Wohnraum für MCS (Multiple Chemical Sensitivity)-Betroffene. Ausgangslage MCS-kranke Menschen reagieren mit extre- mer Unverträglichkeit auf Schad- und Duft- stoffe, Chemikalien und Strahlung. Die Stadt Zürich und die Wohnbaugenossenschaft Ge- sundes Wohnen MCS haben gemeinsam ein erstes Wohnhaus in Leimbach erstellt, in dem MCS-Betroffene beschwerdefrei oder zumin- dest mit deutlich weniger Beschwerden leben können. Das Haus umfasst 15 Wohnungen, die höchsten bauökologischen und elektrobiolo- gischen Anforderungen entsprechen. Die Mie- terinnen und Mieter nehmen an einer wis- senschaftlichen Studie teil. Die Erkenntnisse daraus sind gleichermassen wertvoll für Archi- tektinnen und Architekten, Bauträger und die breite Öffentlichkeit, u. a. weil Allergien und andere Unverträglichkeiten in der Bevölkerung weiter zunehmen. Projektziel Finanzierung des möglichst reizstoff- und im- missionsarmen Wohngebäudes Projektbeschrieb Der Pilotcharakter des Bauvorhabens führte von Beginn an zu gegenüber herkömmlichen Bauprojekten höheren Kosten. Damit wurden die von der kantonalen Wohnbauförderung vor- gegebenen und für die Subventionierung mass- gebenden Kostenlimiten überschritten. Die kantonale Wohnbauförderung zeigte sich im Rahmen ihrer gesetzlichen Möglichkeiten be-

reit, eine Überschreitung von 20% zu akzep- tieren und die Wohnungen auf der Grundlage dieser Kostenlimiten zu subventionieren. Damit die angestrebten günstigen Mieten erreicht wer- den konnten, beschloss auch die Stadt Zürich, 30% anstelle von 20% der anrechenbaren Kos- ten zu subventionieren. Mit Mitteln des Ver- bandes der Wohnbaugenossenschaften und des Bundes konnten die offenen Kosten nochmals gesenkt werden. Zudem übernahmen verschie- dene Genossenschaften Anteilkapital, um die Belastung für die Mieterinnen und Mieter wei- ter zu senken. Die tatsächlichen Baukosten be- trugen rund 6,2 Mio. Franken und überschrit- ten damit die erhöhte Kostenlimite des Kan- tons von 5,4 Mio. Franken um rund Fr. 785 000. Um jedoch eine Subventionierung im Rahmen der Wohnbauförderung überhaupt zu ermögli- chen, musste die Wohnbaugenossenschaft Ge- sundes Wohnen MCS diesen Betrag im ersten Jahr abschreiben bzw. wertberichtigen, was zu einem Verlust in etwa dieser Höhe führte. Die Wohnbaugenossenschaft plante, die für die Ver- lustdeckung notwendigen Mittel durch ein Fun- draising zu beschaffen, war jedoch damit nicht erfolgreich. Die Stiftung hat dem Steueramt einen Antrag auf Steuerbefreiung eingereicht. Sobald der entsprechende Entscheid vorliegt, wird nochmals ein Fundraising aufgenommen. Kosten Wertberichtigung Fr. 785 000 Gewünschter Betrag Fr. 200 000 Übrige Finanzierung Bis anhin konnten Spenden in der Höhe von rund Fr. 195 000 verzeichnet werden. Die Stadt Zürich hat zusätzlich zum Wohnbaudarlehen ein Darlehen von Fr. 150 000 gewährt und in Aussicht gestellt, 2015 den Erlass zu prüfen. Aufgrund von Vorgesprächen rechnet die Stif- tung damit, nochmals rund Fr. 240 000 an Spen- den äufnen zu können. Für die verbleibende Summe von Fr. 200 000 wandte sie sich an den Lotteriefonds. Würdigung Das Projekt entspricht aufgrund des Pilotcha- rakters den Richtlinien des Lotteriefonds. Der Beitrag des Lotteriefonds dient zur Finanzie-

rung der Kosten, die als Wertberichtigung ab- geschrieben werden mussten, was zu einem Ver- lust führte. Das vorliegende Pilotprojekt mit spezifischem Forschungscharakter ist unter- stützungswürdig, da es von grosser Bedeutung für den Kanton Zürich ist. Es ist europaweit einzigartig und wird durch eine wissenschaft- liche Evaluation begleitet. Grundsätzlich dür- fen über den Lotteriefonds keine Nachfinan- zierungen unterstützt werden. Im vorliegenden Fall ist eine Ausnahme gerechtfertigt, weil dem Pilotbau grosse Bedeutung für die Weiterent- wicklung des MCS-Bauens zukommt. Bewilligter Betrag Fr. 200 000 Auflagen Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Der Beitrag gilt als Kostendach. Die Stif- tung hat den Nachweis echter Bemühungen von Fundraising (Gesuche und Antworten) zu erbringen. Erst wenn der Nachweis über die Finanzierungslücke vorliegt, kann der Beitrag von höchstens Fr. 200 000 ausbezahlt werden. – Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Eva- luation sowie eine ausführliche Beschrei- bung der Konstruktions- und Materialwahl (welche Materialien, weshalb und wie ver- baut) sowie des Projekts vom Entwurf bis zum Ausführungsprojekt (Wahl des Stand- orts, architektonisches Konzept usw.) sind der Öffentlichkeit und den beteiligten kan- tonalen Stellen (letzteren kostenlos) zur Ver- fügung zu stellen.

12. Förderprogramm «Haselmaus» Bereich Ökologie Gesuchstellende Verein Pro Bilche: Der Verein bezweckt die Organisation Förderung, Erforschung und Erhaltung der Bil- chen (Schlafmausarten). Ausgangslage Die Haselmaus gehört – wie der Siebenschlä- fer – zu den Schlafmäusen oder Bilchen. Sie verbringt den Winter schlafend und ist im Som- mer unterwegs im Geäst von Büschen und Bäu-

men. Für die Haselmaus ist eine gut vernetzte Landschaft überlebenswichtig. Vernetzungsele- mente und geeignete Lebensräume sind im Schweizer Mittelland jedoch rar geworden. Projektziel Schutz und Förderung der Haselmaus sowie weiterer typischer Tiere und Pflanzen der He- cken und artenreichen Wälder im Kanton Zü- rich. Projektbeschrieb In einem Förderzeitraum von 2014 bis 2017 sollen durch Aufwertung und Vernetzung von Lebensräumen Haselmauspopulationen gezielt gestärkt und eine Ausbreitung der Art ermög- licht werden. Die Stadt Winterthur stellt ein grosses Waldstück zur Verfügung für die Um- setzung von ökologischen Aufwertungsmass- nahmen sowie das Schaffen von Nest- und Ver- steckmöglichkeiten. Aufwertungen werden zum Teil auch im anschliessenden Offenland (ins- gesamt rund 5 ha) verwirklicht. Die Zusammen- arbeit mit Schulen und die Öffentlichkeits- arbeit bilden einen weiteren Bestandteil des Pilotprojekts. Kosten Fr. 289 000 Gewünschter Betrag Fr. 140 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 4000. Die Stand- ortgemeinde beteiligt sich mit einem Beitrag von Fr. 55 000. Der Restbetrag muss durch Dritte gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die vorgesehenen Aufwerte- massnahmen sind zu begrüssen. Sie führen zu Lebensraumverbesserungen für verschiedene Kleintierarten. Das geplante Förderprogramm ist zudem ein sinnvolles pädagogisches Ange- bot für Schulen. Im Vergleich zur Beteiligung der Standortgemeinde ist der vom Lotterie- fonds gewünschte Beitrag zu hoch. Zudem wird die Standortgemeinde durch Holzschläge, die mit dem Projekt in Zusammenhang stehen, noch Einnahmen erzielen. Somit ist eine Kürzung am nachgesuchten Beitrag gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 80 000

Auflagen Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Die «haselmausgerechte» Pflege muss auch nach dem Förderzeitraum von 2014 bis 2017 gewährleistet werden. Der bewilligt Beitrag wird erst ausbezahlt, wenn dem Lotterie- fonds ein entsprechender Finanzierungsplan vorgelegt worden ist. – Der Verein hat den Forst Winterthur regel- mässig über die Bestandesentwicklung zu in- formieren. – Das Projekt ist zu koordinieren mit der vor- gesehenen Revitalisierung der Töss durch das AWEL.

13. Buch- und APP-Projekt «Ausflug in die Vergangenheit» Bereich Archäologie Gesuchstellende LIBRUM Publishers & Editors GmbH: Die Ge- Organisation sellschaft bezweckt in erster Linie die Heraus- gabe von Publikationen im archäologischen Bereich. Ausgangslage Im Kanton Zürich gibt es mehr als 5000 archäo- logische Fundstellen, darunter mehrere von internationaler Bedeutung. Da der Kanton über kein kantonales historisches Museum verfügt, ist dieser archäologische Fundus für die breite Bevölkerung und die Schulen nur unzureichend erschlossen. LIBRUM plant eine nationale Buchreihe mit Applikationen zu den archäolo- gischen Funden und Fundplätzen. Zum Kan- ton Zürich sollen ein eigener Band und eine separate Applikation erscheinen. Projektziel Herausgabe eines Buches und Erarbeiten einer Applikation zu archäologischen Funden und Fundplätzen im Kanton Zürich Projektbeschrieb Die geplante Publikation zeigt mit grosszügi- gen Bebilderungen Fundstellen und Fundob- jekte im Kanton. Mit rund 30 Wandervorschlä- gen werden über 300 Fundplätze vorgestellt und erlebbar vermittelt. Das Buch weist einen Umfang von rund 200 Seiten auf und soll in einer Auflage von 1600 Exemplaren erscheinen.

Der angestrebte Verkaufspreis beträgt Fr. 27. Auch die Applikation bietet eine kompakte Übersicht über die archäologisch wichtigen Stätten. Kosten Fr. 161 000 Gewünschter Betrag Fr. 100 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 4000. Die Städte Winterthur und Zürich wurden um einen Bei- trag von insgesamt Fr. 30 000 angefragt. Von Stiftungen und Privaten wird ein Beitrag von Fr. 27 000 erwartet. Aus dem Verkauf wird mit einem Erlös von Fr. 2750 gerechnet. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Publikation und Applikation sind für den interessierten Teil der Bevölkerung hilf- reich bei der Beschäftigung mit der Archäolo- gie des Kantons. Da sich bei einem Beitrag von Fr. 100 000 eine Überfinanzierung von Fr. 2750 ergeben würde, ist eine entsprechende Kürzung am nachgesuchten Betrag gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 97 250 Auflagen Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Sobald der Nachweis der Finanzierung des Projektes vorliegt, kann die erste Hälfte des Betrages ausbezahlt werden. Die zweite Hälfte wird nach Vorliegen der Belegexem- plare ausbezahlt. – Dem Lotteriefonds sind gratis zehn Beleg- exemplare der Publikation zuzustellen.

14. Mobile Applikation «Swiss Art To Go» Bereich Denkmalpflege Gesuchstellende Verein Schweizerische Gesellschaft für Kunst- Organisation geschichte (GSK): Der seit 1880 bestehende Verein erforscht die schweizerischen Kunst- denkmäler. Ausgangslage Die GSK ist Herausgeberin zahlreicher Publi- kationen und hat 2011 ihre Dienstleistungen auf den digitalen Bereich ausgeweitet. Sie be- absichtigt, mit der mobilen Applikation «Swiss Art To Go» den vierbändigen Kunstführer der Schweiz auch elektronisch verfügbar zu machen.

Projektziel Aufbereitung aller Daten der «Kunstführer der Schweiz» als Applikation für kulturell in- teressierte Personen. Projektbeschrieb «Swiss Art To Go» zeigt den interessierten Personen via GPS-Ortung auf dem mobilen Gerät eine Liste aller Gebäude und Denkmä- ler von Interesse in der jeweiligen Umgebung an. Die Benutzerinnen und Benutzer erhalten Zugriff auf die Artikel des Kunstführers der Schweiz. Derzeit sind drei Sprachen verfügbar (D/F/I), eine englische Übersetzung ist geplant. Kosten Fr. 1 810 000 Gewünschter Betrag Fr. 40 888 Übrige Finanzierung Die Eigenleistungen betragen Fr. 50 000. Von anderen Kantonen und Stiftungen wurde ge- samthaft ein Beitrag von Fr. 1 116 312 zugesi- chert. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Mit der mobilen Applikation er- leichtert die GSK dem kulturhistorisch interes- sierten Teil der Bevölkerung den Zugang zu den kunsthistorisch interessanten Gebäuden im Kanton. Bewilligter Betrag Fr. 41 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Aufla- ge gebunden, dass die GSK mit Zürich Touris- mus prüft, ob die Applikation auf der Website zuerich.com unter «Social & Mobile» angebo- ten werden kann.

15. Cabaret Voltaire Bereich Kultur Gesuchstellende Der Trägerverein Cabaret Voltaire bezweckt Organisation den Unterhalt eines Kulturbetriebes im Dada- Haus an der Spiegelgasse in der Zürcher Alt- stadt. Ausgangslage Im September 2004 wurde in der Geburtsstätte der Dada-Bewegung an der Spiegelgasse nach einem Unterbruch von 88 Jahren der Betrieb mit dem Cabaret Voltaire wieder aufgenom- men. Die Institution versteht sich einerseits als Dokumentationsstätte und anderseits als künst- lerisches Experimentierfeld. Sie wird von der

Stadt Zürich subventioniert. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Dada-Hauses plan- te der Trägerverein mehrere Aktivitäten. 2016 wird das Jubiläum «100 Jahre Dada in Zürich» stattfinden. Für die Organisation und Durch- führung des Jubiläumsanlasses wurde im Juni 2012 der Verein «dada 100 Zürich 2016» ge- gründet. Projektziel Zur Feier der zehnjährigen Wiedereröffnung des Dada-Hauses wurden Partner, Projekte, Gefässe und Produkte des Cabaret Voltaire präsentiert. Projektbeschrieb Der Verein plante bis ins Frühjahr 2015 21 Ak- tivitäten, wovon zehn bereits abgeschlossen sind und vier noch laufen. Aufgrund der fehlenden Finanzierung mussten vier geplante Aktivitä- ten gestrichen werden, womit die budgetierten Kosten von Fr. 1 297 090 auf Fr. 1 116 830 ge- senkt werden konnten. Neben einem Festakt und einer Publikation, welche die verschiede- nen Projekte, die im Cabaret Voltaire durch- geführt wurden, dokumentieren sollten, wurde unter dem Titel «School of Dada» ein Vermitt- lungsprogramm samt verschiedenen (Stadt-) Plänen, einem Handbuch und einer DVD er- arbeitet. Ferner wurden ein Symposium orga- nisiert und verschiedene Projekte in Zusam- menarbeit mit zeitgenössischen Kunstschaffen- den durchgeführt. Mit einer Ausstellung und der Digitalisierung von Dada-Magazinen soll- te auch das kulturhistorische Erbe der Dada- Bewegung präsentiert werden. Schliesslich fand eine Veranstaltungsreihe mit Partnerinstitutio- nen (Universität, ETH, ZHdK) statt. Kosten Fr. 1 168 830 Gewünschter Betrag Fr. 400 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 289 800. Von Stif- tungen und Privaten waren Fr. 125 000 und von Sponsoren ein Beitrag von Fr. 209 290 zu- gesichert. Der Restbetrag soll durch den Lot- teriefonds und Dritte gedeckt werden.

Hinweis Das Gesuch wurde rechtzeitig eingereicht. Auf- grund von fehlenden Informationen konnte das Gesuch über einen längeren Zeitraum nicht bearbeitet werden. Folglich handelt es sich nicht um eine Nachfinanzierung. Würdigung Das Projekt entspricht nur teilweise den Richt- linien des Lotteriefonds. So dürfen über den Lotteriefonds aufgrund der Fondsrichtlinien keine Symposien und Kulturförderungspro- jekte mitfinanziert werden. Zudem kommt dem Jubiläum «100 Jahre Dada», das bereits eine beachtliche Unterstützung durch die öffentliche Hand erfährt, eine sehr viel grössere Bedeu- tung zu als dem zehnjährigen Jubiläum der Kulturinstitution Cabaret Voltaire. Schliesslich sind im Beitragsgesuch Vorhaben enthalten, die erklärtermassen dem Dada-Jubiläum zu- zurechnen sind oder gar Normalbetrieb der Ge- suchstellerin darstellen. Es rechtfertigt sich da- her eine wesentliche Kürzung am gewünschten Beitrag. Bewilligter Betrag Fr. 200 000

16. Tourneetheater Theater 58 Bereich Kultur Gesuchstellende Förderverein Theater 58: Das seit 1958 beste- Organisation hende Theater ist ein schweizweit tätiges Tour- neetheater, das vor allem in Kirchen und So- zialinstitutionen Stücke mit religiösem oder spirituellem Hintergrund aufführt. Ausgangslage Das Theater 58 gehört zu den ältesten und be- kanntesten Tourneetheatern der Schweiz. Es erarbeitet Stücke, die nicht dem Mainstream entsprechen. Es macht sich zur Aufgabe, spiri- tuelles und psychologisches Theater einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Seit seiner Gründung hat es seinen Standort in Zü- rich. 2013 feierte es sein 55-jähriges Bestehen. Projektziel Angelehnt an das Jubiläum, soll einerseits die Infrastruktur des Theaters erneuert werden. Anderseits soll ein Stück, dem sich das Thea- ter besonders verpflichtet fühlt, neu inszeniert und bis 2016 wiederaufgeführt werden.

Projektbeschrieb Die Infrastrukturerneuerung umfasst verschie- dene Investitionen für den Betrieb (Auto, Be- leuchtungs-, Audio- und Videogerätschaften) sowie die Erneuerung der Informatik im Be- trag von Fr. 47 000. Beim erwähnten Theater- stück handelt es sich um «Stadt ohne Tod» von Silja Walter. Es wird neu erarbeitet und insze- niert. Kosten Fr. 284 000 Gewünschter Beitrag Fr. 94 000 Übrige Finanzierung Aus Einnahmen werden Fr. 96 000 erwartet. An Beitragsleistungen von Stiftungen sind Fr. 45 000 budgetiert, die Leistungen von Kirch- gemeinden mit Fr. 20 000. Der Restbetrag soll durch Dritte und den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Die vorgesehenen Anschaffungen sind sinnvoll und nötig, um einen zeigemässen Betrieb zu gewährleisten. Da es sich bei dem 55-jährigen Jubiläum um kein besonderes Jubi- läum handelt, wird der gewünschte Beitrag ge- kürzt und nur ein Beitrag an die Investitionen bewilligt. Bewilligter Beitrag Fr. 47 000

17. Jugendprojekt LIFT, Pilot Bereich Soziales Gesuchstellende Verein Jugendprojekt LIFT: Zweck des seit 1999 Organisation bestehenden Vereins ist die Förderung sozial und ökologisch verantwortlichen Handelns in der privaten und öffentlichen Wirtschaft. Ausgangslage Das Jugendprojekt LIFT dient Schulabgänge- rinnen und Schulabgängern, die den direkten Übertritt in die Arbeitswelt nicht schaffen. LIFT wurde 2006 ausgearbeitet und in Zusammen- arbeit mit Schulen, Unternehmen, Behörden, Verbänden und Fachleuten weiterentwickelt. Heute wird es an rund 100 Schulen in der gan- zen Schweiz erfolgreich durchgeführt, darunter auch an 24 Standorten im Kanton. LIFT er- fasst in der 7. Klasse einzeln jene Jugendlichen, die aufgrund ihrer schulischen und sozialen

Situation überdurchschnittlich Mühe haben dürften, nach der obligatorischen Schulzeit eine gute Anschlusslösung zu finden. An Wochen- arbeitsplätzen sammeln diese in Industrie- und Gewerbebetrieben der Region durch prakti- sche Tätigkeit erste Erfahrungen in der Ar- beitswelt und lernen die Anforderungen der Berufswelt kennen. Die Jugendlichen werden systematisch in Modulkursen auf die Arbeits- einsätze vorbereitet. In den Modulkursen wer- den Sozial- und Selbstkompetenz, Eigeninitia- tive und Motivation gefördert und gestärkt. Im Rahmen eines Pilotprojektes soll nun geprüft werden, ob LIFT im Kanton flächen- und kos- tendeckend eingeführt werden könnte. Projektziel Bereitstellen der Entscheidungsgrundlagen zur Beantwortung der Frage, ob die kantons- weite Einführung von LIFT sinnvoll und mach- bar ist. Projektbeschrieb Wenn man annimmt, dass von den 600 LIFT- Jugendlichen, die pro Jahr die Schule im Kan- ton beenden, 20% auch ohne LIFT eine Lehr- stelle gefunden hätten, müssten für 480 Jugend- liche (teurere) Brückenangebote zur Verfügung gestellt werden. Aufgrund der bisherigen Er- fahrungen kann davon ausgegangen werden, dass mit LIFT rund 60% der betroffenen Ju- gendlichen (= 360) eine Lehrstelle finden. So- mit werden nur noch 240 Brückenangebote benötigt. Das Pilotprojekt 2015–2017 beginnt an jenen 24 Schulen, die bereits über ein LIFT- Angebot verfügen. Es wird schrittweise auf 60 Schulen ausgeweitet. Im Rahmen des Pilot- projektes wird ein umfangreicher Fragenka- talog abgearbeitet. Die Projektleitung doku- mentiert und erstellt eine Kosten-Nutzen-Ana- lyse. Der Verlauf des Projektes wird an einer jährlichen Tagung der Öffentlichkeit vorgestellt. Kosten Fr. 322 500 Gewünschter Beitrag Fr. 235 000

Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 10 000. Von Ge- meinden und Privaten wurde ein Beitrag von Fr. 38 800 zugesichert. Der offene Restbetrag soll durch Dritte und den Lotteriefonds ge- deckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Unterstützung von Jugend- lichen bei ihrem Einstieg in die Berufswelt ist sinnvoll und wichtig. Durch das LIFT-Ange- bot können die Anzahl der Brückenangebote und somit ein Teil der entsprechenden Kosten eingespart werden. Bewilligter Beitrag Fr. 235 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Die jährlichen Evaluationen des Pilotpro- jektes LIFT 2015–2017 werden dem Amt für Wirtschaft und Arbeit zur Verfügung ge- stellt. – Das Projekt LIFT muss sich klar positionie- ren und sich von vergleichbaren Angeboten abgrenzen. Das Amt für Wirtschaft und Ar- beit ist entsprechend zu dokumentieren. Wenn es die Unterlagen geprüft hat und da- mit einverstanden ist, kann die Auszahlung des Beitrages erfolgen.

Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 3636 3 000): in Franken

1. Aufarbeitung Fotoarchiv Industriekultur Investitionsbeitrag 192 000

2. Publikation «Zürcher Landschaften – Natur- und Kulturlandschaften im Kanton Zürich» Druckkostenbeitrag 100 000

3. Umbau Gehörlosenzentrum Zürich-Oerlikon Investitionsbeitrag 115 000

4. Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde Investitionsbeitrag 60 000

5. Blutspende SRK Schweiz AG Investitionsbeitrag 110 000

6. Andelfinger Naturschutzverein Investitionsbeitrag 200 000

7. Evangelisch-reformierte Landeskirche Zürich Planungsbeitrag 2015–2019 500 000

8. Stiftung für Menschen mit seltenen Krankheiten Beitrag an Pilotprojekt 500 000

9. Antiquarische Gesellschaft Pfäffikon Investitionsbeitrag 145 000

10. Schweiz. Gesellschaft für Technikgeschichte und Industriekultur Investitionsbeitrag 120 000

11. Wohnbaugenossenschaft Gesundes Wohnen Investitionsbeitrag 200 000

12. Verein Pro Bilche Projektbeitrag 80 000

13. Librum Publishers & Editors GmbH Druckkosten- und Projektbeitrag 97 250

14. Verein Schweizerische Gesellschaft für Kunstgeschichte Projektbeitrag 41 000

15. Cabaret Voltaire Jubiläumsbeitrag 200 000

16. Tourneetheater THEATER 58 Investitionsbeitrag 47 000

17. Verein Jugendprojekt LIFT Pilotprojekt 235 000 Total 2 942 250

II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Finanz- direktion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi