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Décision

RRB Nr. 343/2023

Volksschulamt, Stellenplan

22 mars 2023Allemand5 min

Source zh.ch

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 22. März 2023

343. Bildungsdirektion, Volksschulamt (Stellenplan)

Erwägungen

1. Ausgangslage Mit RRB Nr. 641/2022 wurde der Stellenplan des Volksschulamtes insbesondere für die Abteilung Lehrpersonal angepasst. Massgeblicher Einflussfaktor für den Stellenbedarf in dieser Abteilung, die für die Zu- lassung, Einstufung und administrative Abwicklung der Anstellungen sowie die Ausrichtung des Lohnes der kantonal angestellten Volksschul- lehrpersonen verantwortlich ist, ist die Anzahl fest angestellter Lehrper- sonen sowie die Anzahl der kantonal verfügten Stellvertretungen (Vika- riate). Die Aufstockung in der Abteilung Lehrpersonal wurde zurückhal- tend berechnet. In den vergangenen Monaten zeigte sich, dass sich das Wachstum im Schulfeld betreffend Anzahl Klassen und Lehrpersonen und somit die Auswirkung auf den Personalbedarf unerwartet schnell weiterentwickelte. Seit dem Schuljahr 2020/21 ist die Anzahl der zu ver- arbeitenden Neuanstellungen um 14% von 3302 im Schuljahr 2020/21 auf 4051 im Schuljahr 2022/23 gestiegen. Grundlage für den letzten Stellen- beschluss waren rund 17 690 Festanstellungen (Stand September 2021). Inzwischen werden bereits 18 494 Festanstellungen verzeichnet (Stand September 2022). Dies entspricht einer Zunahme von 4,6% innerhalb von zwölf Monaten. Aufgrund der weiterhin steigenden Zahl der Schülerin- nen und Schüler ist mit einer weiteren Zunahme von Anstellungen zu rechnen. Zurzeit ist eine jährliche Zunahme von etwa 100 zusätzlichen Schulklassen zu verzeichnen. Die seit Längerem angespannte Situation auf dem Stellenmarkt für Lehrpersonen führt aus folgenden Gründen zu einem erhöhten Aufwand im Volksschulamt: Die Gemeinden ersuchen vermehrt um Ausnahme- regelungenn und die Stellenbesetzungen erfolgen teilweise mit Verspä- tung. Dies führt zu nachträglichen Korrekturen. Die Administration des neuen Angebotes «Natel Go» für Lehrpersonen (Flottenmanagement) führt bei 18 500 Anstellungen ebenfalls zu einem Mehraufwand. Zudem steigt auch die Zahl der Vikariatsanstellungen stetig. Für kürzere Ab- senzen einer Lehrperson müssen zunehmend mehrere Stellvertretungen abgeordnet werden. So hat sich die Anzahl Vikariatsanstellungen seit dem Schuljahr 2020/21 von 14 798 auf 28 740 im Schuljahr 2022/23 nahezu verdoppelt.

Das Volksschulamt konnte durch Optimierung der Abläufe, Rationa- lisierung und Digitalisierung die Arbeitsproduktivität in den vergangenen Jahren erheblich erhöhen und den Mehraufwand damit insgesamt be- wältigen. Auslastungsspitzen konnten durch den Einsatz von Aushilfen gebrochen werden. Diese Bemühungen stossen nun erneut an Grenzen, und es ist absehbar, dass die Erledigung der gesetzlich vorgegebenen Auf- gaben ohne zusätzliches qualifiziertes Personal nicht mehr in der nötigen Qualität und fristgerecht sichergestellt werden kann. So ist die Bewäl- tigung des neuen Volumens im Sommer/Herbst 2022 nicht vollumfäng- lich gelungen. Die teilweise verzögerten Lohnzahlungen wurden medial breit aufgenommen. Solche Vorkommnisse müssen in Zukunft vermieden werden. Die steigende Anzahl Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter in der Personal- und Lohnadministration erfordert schliesslich eine An- passung der Führungsstrukturen und zusätzliche administrative Unter- stützung. Der Sektor Aufsicht Privatschulen nimmt die Aufsichtsfunktion von Privatschulen und Privatunterricht auf Volksschulstufe wahr (Art. 117 Kantonsverfassung vom 27. Februar 2005 [LS 101]; §§ 68–72 Volksschul- gesetz [LS 412.100]). Die Anzahl der Privatschulen ist seit 2008 stark gestiegen. Dies ist einerseits auf das allgemeine Schülerwachstum und anderseits auf zunehmend spezialisierte Angebote zurückzuführen. 2008 wurden 80 Privatschulen im Kanton Zürich betreut, bis 2022 stieg die Anzahl Privatschulen auf 181. Dies entspricht einem Zuwachs von 126%. Der prozentuale Anteil der Schülerinnen und Schüler, die eine Privatschule besuchen, blieb aber konstant (6,5%). 2008 befanden sich 39 Schülerinnen und Schüler im Privatunterricht, 2021 waren es 341 Schülerinnen und Schüler, was einem Zuwachs von 774% entspricht. Im Januar 2022 wurden 798 Kinder privat unterrichtet, was gegenüber 2008 dem 20-Fachen entspricht. Die Erwartung, dass die Anzahl Schülerinnen und Schüler im Privatunterricht nach dem Ende der Coronapandemie wieder deutlich sinken wird, hat sich bisher zudem nicht vollumfänglich bestätigt. Der Personalbestand des Sektors Privatschulen wurde seit 2008 nie angepasst. Die Zunahme der Anzahl Privatschulen und der Schülerinnen und Schüler im Privatunterricht konnte bisher durch effizient gestaltete Arbeitsprozesse und den Einsatz von technischen Mitteln aufgefangen werden. Im Rahmen der Aufsicht sind Unterrichtsbesuche in Privatschu- len und im Privatunterricht unerlässlich. Insbesondere für die Kinder im Privatunterricht ist die Aufsicht über die Privatschulen auch im Hinblick auf die Rückkehr in die Regelstrukturen von zentraler Bedeutung. Solche Unterrichtsbesuche sind zeit- und personalintensiv, und die starke Zu- nahme der Anzahl zu besuchender Schulen bzw. Familien kann durch eine weitere Verbesserung der Arbeitsprozesse nicht mehr aufgefangen werden.

2. Personalbedarf Der Stellenplan des Volksschulamtes ist wie folgt zu erweitern (Lohn- klassen gemäss Vollzugsverordnung zum Personalgesetz [VVO, LS 177.111]): vorhandene zusätzlich benötigte Stellen Stellen Abteilung Lehrpersonal Personalfachverantwortliche/r 8,8 4,0 Personalfachverantwortliche/r mit Führungsfunktion Klasse 17 VVO Personalsachbearbeiter/in 34,6 4,0 Personalfachverantwortliche/r Klasse 14 VVO Verwaltungsassistenz 2,2 2,2 Verwaltungsassistent/in Klasse 13 VVO Sektor Aufsicht Privatschulen Mitarbeiter/in Aufsicht Privatschulen 0,8 1,6 Verwaltungsassistent/in Klasse 16 VVO Total 46,4 11,8 Bei sämtlichen Stellen handelt es sich um eine Stellenaufstockung, wes- halb keine neue Einreihungsüberprüfung erforderlich ist. Die Stellenaufstockung erfolgt gestaffelt auf den 1. Januar 2024 mit ins- gesamt 6,4 Stellen und auf den 1. Januar 2025 mit weiteren 5,4 Stellen. Die Kosten für die zusätzlichen Stellen belaufen sich 2024 auf Fr. 820 000 und ab 2025 pro Jahr auf Fr. 1 500 000. Diese Kosten sind in den Planjahren 2024–2026 des Konsolidierten Entwicklungs- und Finanz- plans (KEF) 2023–2026 nicht enthalten. Die Kosten können für 2024 innerhalb der Leistungsgruppe Nr. 7000, Bildungsverwaltung, kompen- siert werden. Die Kosten ab 2025 sind in den KEF 2024–2027 aufzu- nehmen.

Dispositiv

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Im Stellenplan des Volksschulamtes werden mit Wirkung ab 1. Ja- nuar 2024 folgende Stellen geschaffen: Stellen Richtposition Klasse VVO 2,6 Personalfachverantwortliche/r 17 0,8 Verwaltungsassistent/in 16 3,0 Personalfachverantwortliche/r 14

II. Im Stellenplan des Volksschulamtes werden mit Wirkung ab 1. Ja- nuar 2025 folgende Stellen geschaffen: Stellen Richtposition Klasse VVO 1,4 Personalfachverantwortliche/r 17 0,8 Verwaltungsassistent/in 16 1,0 Personalfachverantwortliche/r 14 2,2 Verwaltungsassistent/in 13

III. Mitteilung an die Finanzdirektion und die Bildungsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:

Kathrin Arioli