RRB Nr. 376/2013
Schulrauminfrastruktur Sekundarstufe II, Strategie, Genehmigung, Auftrag
3 avril 2013Allemand14 min
Source zh.ch
Schulrauminfrastruktur Sekundarstufe II, Strategie, Genehmigung, Auftrag
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 3. April 2013
376. Strategie Schulrauminfrastruktur Sekundarstufe II
I. Ausgangslage
Erwägungen
A. Auftrag zur Überprüfung der Schulhausbauten der Sekundarstufe II Der Kanton führt 19 staatliche Mittelschulen und 18 staatliche Berufs- fachschulen. Zudem bestehen sechs nichtstaatliche Berufsfachschulen. Entsprechend gross ist der Immobilienbestand für die Sekundarstufe II (Anlagewert 2011: 1062 Mio. Franken). Um eine stärkere strategische Ausrichtung dieser Immobilien zu ermöglichen, beauftragte das Mittel- schul- und Berufsbildungsamt – in Absprache mit dem Immobilienamt und dem Amt für Raumentwicklung – 2009 die Ernst Basler + Partner AG, Zürich, eine Analyse der bestehenden Mittelschul- und Berufsfach- schulbauten im Kanton Zürich durchzuführen. Grundlage dafür bilde- ten die Daten von 2008.
B. Wesentliche Ergebnisse der Analyse der Daten von 2008 a. Räumliche Betrachtungsebenen Die Haupteinzugsgebiete der Schulen orientieren sich am öffentlichen Verkehrsnetz. Es sind: – Stadt Zürich / Limmattal / Zürichsee; – Winterthur / Weinland / Unterland; – Oberland / Glattal. b. Berufsfachschulen Gesamthaft verfügen die Berufsfachschulen im Kanton über rund 1000 Unterrichtszimmer, wovon sich knapp zwei Drittel im Raum Stadt Zürich / Limmattal / Zürichsee befinden. An den Berufsfachschulen wurden 2008 insgesamt rund 40 000 Lernende unterrichtet, die je nach Lehrberuf zwischen einem und zwei Tagen pro Woche die Schule be- suchten. Die Auslastung der Unterrichtszimmer der Berufsfachschulen betrug 2008 zwischen rund 40% und 80%, wobei die eingeschränkte Nutzung der Spezialzimmer nicht berücksichtigt wurde. Anzustreben wäre gemäss Analyse eine durchschnittliche Auslastung von 70%. c. Mittelschulen Die kantonalen Mittelschulen verfügen insgesamt über rund 950 Unter- richtszimmer. 2008 absolvierten rund 14 600 Schülerinnen und Schüler eine öffentliche Mittelschule, wovon rund zwei Drittel aller Mittelschü-
lerinnen und -schüler eine Schule im Raum Stadt Zürich / Limmattal / Zürichsee besuchten. Die Auslastung der Unterrichtszimmer betrug da- mals, wiederum ohne Berücksichtigung der eingeschränkten Nutzung von Spezialzimmern, zwischen rund 40% und 80%. Anzustreben wäre gemäss Analyse ebenfalls eine Auslastung von 70%. d. Fazit der Analyse von 2008 Der Raumbedarf wird wie folgt umschrieben: – Auf kantonaler Ebene besteht bis 2030 aufgrund der zu erwartenden Entwicklung der Anzahl Lernender kein Bedarf nach zusätzlichem Schulraum für die Berufsfachschulen. – An den Mittelschulen kann davon ausgegangen werden, dass bis 2030 – unter Berücksichtigung des Neubaus einer Kantonsschule in Uster – genügend Schulraum vorhanden ist. – Obwohl insgesamt noch Kapazität an Schulraum besteht, stossen ein- zelne Mittel- wie auch Berufsfachschulen an ihre Grenzen. Insbeson- dere im Raum Oberland/Glattal haben die Mittelschulen ihre räum- lichen Kapazitäten ausgeschöpft. – Angesichts der Tatsache, dass grössere Umbauten und Sanierungen von Schulhäusern der Sekundarstufe II anstehen, besteht Bedarf nach einem zusätzlichen Rochadeschulhaus bzw. räumlichen Ausweichmög- lichkeiten. – Die Anzahl Sporthallen für die Mittel- und Berufsfachschulen ist unzureichend.
C. Grundsätze für die Entwicklung der räumlichen Infrastruktur Als Ergebnis aus der Analyse können – unabhängig von der Prognose der Entwicklung der Schülerzahlen – vier strategische Grundsätze zur räumlichen Infrastruktur auf der Sekundarstufe II festgelegt werden: Grundsatz 1: Investitionen am langfristigen Bedarf ausrichten Bauliche Investitionen sind am langfristigen, in den jeweiligen Be- trachtungsräumen ausgewiesenen Raumbedarf auszurichten. Bevor das Schulraumangebot an einzelnen Standorten ausgebaut wird, ist ein Aus- gleich zwischen den Schulstandorten anzustreben. Dabei sind auch die Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen zu berücksichtigen. Einer baulichen Standorterweiterung hat zudem eine betriebliche Überprü- fung hinsichtlich Nutzungsflexibilität und Nutzungsoptimierung voraus- zugehen. Grundsatz 2: Flexibilität Neue Bauten oder grössere Umbauten sind mit grösstmöglicher Flexi- bilität zu erstellen, damit auf wechselnde Nutzungsbedürfnisse innerhalb des Campus oder des Gebäudes reagiert werden kann.
Grundsatz 3: Investitionen in regionale Zentren Investitionen in neue Standorte sowie Vergrösserungen des Raum- angebots an bestehenden Standorten sollen in erster Linie in regiona- len Zentren stattfinden. Neue Mittelschulen sind in regionalen Zentren zu planen, die dem Einzugsgebiet entsprechen. Berufsfachschulen sind an Verkehrs-Knotenpunkten zu planen, damit die Berufszuteilung ver- bessert werden kann. Grundsatz 4: Räumliche und thematische Cluster für Synergien nutzen An Standorten mit räumlich nahe beieinanderliegenden Schulen ist das Synergiepotenzial auszuschöpfen. Die Zusammenführung von in- haltlich gleichgerichteten Schulangeboten ist anzustreben, um Syner- gien besser nutzen zu können.
II. Ergebnisse der Analyse gemäss Bevölkerungsprognosen von 2012 Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung in den letzten Jahren sind die in der Analyse erstellten Prognosen zur Schülerentwicklung nicht mehr aktuell. Entsprechend hat sich auch die Auslastung der Unterrichts- räume verändert.
A. Entwicklung der Schülerzahlen gemäss heutigen Prognosen Das Statistische Amt des Kantons hat die Bevölkerungsprognosen für den Kanton 2012 aktualisiert. Die Bevölkerungszahl betrug Ende 2011 1,39 Mio. Für 2030 rechnet das Statistische Amt für den Kanton mit einer Bevölkerungszahl von über 1,57 Mio., für 2040 mit 1,62 Mio. Gemäss der aktuellen Prognose der Bildungsstatistik nimmt die An- zahl Lernender an Berufsfachschulen zwischen 2011 und 2020 um rund 1600 bzw. 4% ab und an den Mittelschulen um rund 500 bzw. knapp 3% zu. Damit reicht der Schulraum auf der Sekundarstufe II nur noch bis 2020 aus, statt wie gemäss Analyse 2008 bis 2030. Zu berücksichtigen ist überdies, dass in diesem Zeitraum die Gesamtsanierung der drei Mittel- schulen Rämibühl und die räumliche Neuausrichtung der Berufsfach- schulen im Kreis 5 (sogenannte «Bildungsmeile») anzugehen sind. Für beide Grossvorhaben werden Flächen für Provisorien benötigt (Rochade- schulhäuser). Die Prognose der Entwicklung der Schülerzahl ist regelmässig zu aktualisieren und die Strategie Schulraumstruktur entsprechend anzu- passen.
B. Entwicklung an den Berufsfachschulen Zwischen 2020 und 2030 ist gemäss heutigen Prognosen mit einem Anstieg der Anzahl Lernender an den Berufsfachschulen in der Grössen- ordnung von 6200 auszugehen (vgl. Abb. 1). Das entspricht einem An- stieg der Berufsfachschülerinnen und -schüler zwischen 2011 und 2030
um insgesamt 10%. Dabei nimmt die Anzahl Lernender ab 2025 lau- fend zu. Von 2028 bis 2030 ist die Zunahme vornehmlich bedingt durch die HarmoS-Stichtagsanpassung (Vorverlegung Schuleintritt), in deren Folge rund 1500 Lernende mehr in die Berufsfachschulen übertreten. Bis 2033 gehen die Lernendenzahlen wieder zurück. Die Zuweisung von Lernenden an andere Kantone und die Übernahme von Lernenden aus anderen Kantonen sind berücksichtigt.
50000
45000
40000
35000
Anzahl Lernende 30000
25000
20000
15000
10000
-5000 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 2026 2028 2030 2032 2034 2036 2038 2040
Berufsschüler/ŝnnen Wachstum mit Basis 2011
Abb. 1: Entwicklung der Anzahl Lernender an Zürcher Berufsfachschulen (Quelle: Bildungsplanung)
Insgesamt ist davon auszugehen, dass für die Berufsfachschulen die Raumproblematik an den bestehenden Schulstandorten gelöst werden kann, sofern die geplanten Massnahmen im Kreis 5 in der Stadt Zürich («Bildungsmeile») umgesetzt werden können.
C. Entwicklung an den Mittelschulen Bei den Mittelschulen wird die höchste Schülerzahl 2027 erreicht. Zu diesem Zeitpunkt besuchen 3000 Schülerinnen und Schüler mehr eine Mittelschule als 2011 (plus 20%). In die Prognose sind die Auswirkun- gen des früheren Schuleintritts aufgrund des HarmoS-Konkordats ein- bezogen. Die dadurch bedingte Zunahme fällt in die Jahre 2022 bis 2032 und erhöht die Schülerzahl vorübergehend um rund 700. Bis 2033 gehen die Schülerzahlen wieder zurück. Für diese Schülerinnen und Schüler muss für eine befristete Phase Schulraum geschaffen werden.
20000
18000
16000
14000
Anzahl Schüler/innen 12000
10000
2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 2026 2028 2030 2032 2034 2036 2038 2040
Mittelschüler/innen Wachstum mit Basis 2011
Abb. 2: Entwicklung der Schülerinnen und Schüler an Kantonsschulen (Quelle: Bildungsstatistik)
Die Prognose gemäss Abb. 2 beruht auf den heutigen Übertrittsquoten von der Volksschule an die Mittelschulen bzw. der heutigen Maturitäts- quote. Die Übertrittsquote aus der 6. Primarklasse ins Untergymnasium (9. und 10. Schuljahr, vgl. Abb. 3), ist zwischen 2000 und 2011 von 13,5% auf 16,0% angestiegen. Ebenfalls angestiegen ist die Übertrittsquote am Ende der 2. Sekundarklasse (2000: 6,1%; 2011: 8,3%). Im Gegensatz dazu ist die Übertrittsquote am Ende der 3. Sekundarklasse im betref- fenden Zeitraum von 4,4% auf 3,3% gesunken.
Überritssquote in % 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Übertrittsquote 6. Primar - Kantonsschulen Übertrittsquote 2. Sekundarklasse - Kantonsschulen Übertrittsquote 3. Sekundarklasse - Kantonsschulen
Abb. 3: Entwicklung der Übertrittsquote Volksschule – Mittelschule 2000–2011 (Quelle: Bildungsstatistik)
Für die Stadt Zürich muss bis 2028 mit 1000 zusätzlichen Schülerinnen und Schülern an Mittelschulen gerechnet werden. Ihr Einzugsgebiet geht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Stadt Zürich könnte als Knoten- punkt entlastet werden, wenn zusätzlicher Schulraum dezentral geschaf- fen würde. Dafür kommen insbesondere die beiden Regionen Pfannen- stiel (plus 180) und Zimmerberg (plus 190) in Betracht. Mit einem Wachs- tum der Schülerzahl ist auch in den Regionen Glattal (plus 330) und Oberland (plus 170) zu rechnen. Geringer ist das Wachstum in den Re- gionen Knonaueramt (plus 120) und Limmattal (plus 60) sowie Unter- land (plus 110) und Furttal (plus 50). Winterthur (plus 250) und Weinland (plus 20) wachsen ebenfalls. In allen Regionen ist das grösste Wachstum der Schülerzahl in den Jahren 2027 bis 2029 erreicht. Fazit: Für die Mittelschulen ist aufgrund der Prognosen ein langfris- tiges Raumangebot für mindestens 2300 Schülerinnen und Schüler zu schaffen (vgl. Abb. 2). Für die rund zehn Jahre, in denen die Schülerzah- len HarmoS-bedingt zunehmen, ist ein zusätzliches Angebot für bis zu 700 Mittelschülerinnen und -schüler nötig.
III. Dezentrale Verankerung der Schulstandorte In räumlicher Hinsicht ist eine dezentrale Verankerung der verschie- denen Leistungsangebote der Berufsfachschulen und Mittelschulen an- zustreben, wobei die Nutzung bestehender Infrastruktur im Zentrum stehen soll. Um die Verkehrsströme möglichst gering zu halten, sind diejenigen Standorte zu fördern, die durch den öffentlichen Verkehr gut erschlossen sind, und an denen Bevölkerungsschwerpunkte zu erwarten sind. Der Regierungsrat hat im Rahmen der Gesamtüberprüfung des Richt- plans (Vorlage 4882) drei Einträge für Mittelschulen vorgesehen: Kno- naueramt, Pfannenstiel und Zimmerberg.
IV. Übergreifende Handlungsfelder und Regionalstrategien Handlungsfeld 1: Rochadeflächen (Rochadeschulhäuser) Im Kanton besteht ein Bedarf nach ein bis zwei Rochadeschulhäusern bzw. nach räumlichen Ausweichmöglichkeiten bei grösseren Umbauten oder bei der Sanierung von Schulen. Im Hinblick auf die grösseren Um- bauvorhaben wie die Gesamtinstandsetzung der Mittelschulen Rämi- bühl von 2017 bis 2028 (vgl. RRB Nr. 778/2012) und die Anpassung der räumlichen Situation im Kreis 5 in Zürich («Bildungsmeile») ist eine entsprechende Raumbeschaffung an verkehrsgünstiger Lage in der Stadt Zürich vordringlich.
Handlungsfeld 2: Sportstättenstrategie: Es ist eine kantonale Sportstättenstrategie für die kantonalen Mittel- und Berufsfachschulen zu erarbeiten. Diese ist mit dem kantonalen Sport- anlagekonzept (KASAK) abzustimmen. In die zu entwickelnde Strate- gie sind in der Stadt Zürich – unter Einbezug des Hochschulbereichs – auch Standorte wie Fluntern einzubeziehen. Regionalstrategie 1: Stadt Zürich: «Bildungsmeile» Berufsbildung Die räumliche Situation der Berufsfachschulen im Kreis 5 («Bildungs- meile») ist unbefriedigend. Einzelne Schulen sind über mehrere Gebäude verteilt und zum Teil ist die räumlich genutzte Infrastruktur nicht zweck- mässig, veraltet oder bei Dritten angemietet. Mit dem Wegzug der Zür- cher Hochschule der Künste (ZHdK) von der «Bildungsmeile» ins Toni- Areal im Sommer 2014 kann die räumliche Situation der Berufsfach- schulen an der «Bildungsmeile» bereinigt werden. An dieser zentralen und gut erschlossenen Lage können aufgrund der hohen Dichte an Berufs- fachschulen Synergien genutzt sowie Raummängel (z. B. Sporthallen) behoben werden. Regionalstrategie 2: Oberland / Unterland / Glattal / ZH-Nord: Sekundarstufe II Die Bevölkerungsentwicklung und die Bautätigkeit im Raum Oberland und Glattal sind bei der Planung zu berücksichtigen (vgl. Vorlage 4180, Neubau Mittelschule Uster). Die Auswirkungen der neuen Schule in Uster und eines Ausbaus der Mittelschule Zürich Nord auf die anderen Mittelschulen sind zu beachten. Für die Berufsbildung sind die vier Be- rufsfachschulstandorte in Wetzikon und Uster in die Planung einzube- ziehen. Die Zuteilung der Berufe bzw. der Lernenden auf die Standorte soll flexibel gestaltet werden. Für eine rasche Anpassung sind auch Mietlösungen in Betracht zu ziehen. Eine Auslagerung der nichtstaatli- chen kaufmännischen Berufsfachschulen in Uster und Wetzikon aus den staatlichen Räumlichkeiten des Bildungszentrums Uster und der Ge- werblichen Berufsschule Wetzikon ist anzustreben. Regionalstrategie 3: «Pfauen» und rechtes Zürichseeufer: Mittelschulen Es ist eine umfassende Planung der Mittelschulen im Gebiet «Pfauen» (Stadtkreise 1, 7 und 8; KS Hottingen, KS Hohe Promenade, KS Rämi- bühl und KS Stadelhofen sowie ehemalige KS Riesbach; vgl. Abb. 4) unter Berücksichtigung des Einzugsgebietes rechtes Zürichseeufer und der Gesamtinstandsetzung der Rämibühl-Schulen vorzunehmen (vgl. RRB Nr. 778/2012).
Abb. 4: Kantonsschulen in der Stadt Zürich (Stand: Juli 2012)
Das Wachstum bei den Mittelschulen im Stadtgebiet erfolgte bisher in der Regel durch Ausweitung des Schulraumes in nicht schultypische und nur bedingt geeignete Gebäude (z. B. historische Villen). Zudem be- steht ein Mangel bei den Turnhallen, der durch den Wegfall bestehen- der Turnhallen zum Teil noch vergrössert wird. Für das Gebiet «Pfauen» ist eine Schulraumstrategie unter Berücksichtigung der anstehenden Sanierungen auszuarbeiten. Dabei ist insbesondere die Anlage der ehe- maligen KS Riesbach im Seefeld einzubeziehen. Diese Anlage, die vom Bildungszentrum für Erwachsene (BIZE), bestehend aus der Kantona- len Maturitätsschule für Erwachsene (KME) und der kantonalen Berufs- schule für Weiterbildung Zürich (EB Zürich) genutzt wird, eignet sich als Mittelschulstandort für Jugendliche (600 Schülerinnen und Schüler), zumal entsprechende Aussenanlagen vorhanden sind. Für das BIZE hin- gegen ist nicht die Aussenanlage, sondern die Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr entscheidend, weshalb sich eine allfällige Nutzung der Kaserne anbietet. Mit einer zusätzlichen Mittelschule im Seefeld könnte der Zuwachs in der Planungsregion Zürich zu einem Teil aufge- nommen werden. Der übrige Zuwachs von 300 bis 600 Schülerinnen und
Schülern wäre durch eine Entlastung der Pendler aus der Region Pfan- nenstiel zu lösen. Angesichts des Bevölkerungswachstums in dieser Re- gion ist für das rechte Zürichseeufer ein Standort für den Bau einer neuen Mittelschule zu evaluieren und das dafür nötige Bauland zu sichern. Regionalstrategie 4: Knonaueramt / Limmattal / ZH-West: Mittelschulen Am Standort der bestehenden Mittelschule Limmattal in Urdorf ver- fügt der Kanton über eine an das Schulgelände angrenzende Bauland- reserve. Um der Entwicklung in den Regionen Knonaueramt und Lim- mattal Rechnung zu tragen, ist zu prüfen, ob die Reserve am Standort der bestehenden Mittelschule in Urdorf genügt oder ob der Bau einer weiteren Mittelschule zu planen ist. Dabei sind auch die Auswirkungen der neuen Limmattalbahn (ab 2020) auf die Siedlungs- und Verkehrs- entwicklung und das Wachstum in Zürich-West (Altstetten) zu berück- sichtigen. Regionalstrategie 5: Enge-Wiedikon / linkes Zürichseeufer: Mittelschulen Als weiterer Schritt ist am linken Zürichseeufer für die Region Zim- merberg und zur Entlastung der Stadtzürcher Mittelschulen ein zusätz- licher Standort zu evaluieren und das entsprechende Bauland zu sichern, an dem eine neue Mittelschule errichtet werden könnte. Regionalstrategie 6: Winterthur und Umgebung: Sekundarstufe II Für die Region Winterthur und Umgebung ist die Schulraumstrategie zu einem späteren Zeitpunkt festzulegen. Mit den drei Mittelschulen in Winterthur bestehen bis auf Weiteres genügend Flexibilität und Erwei- terungsmöglichkeiten. Auch bei den Berufsfachschulen ist dies mit drei kantonalen und einer privaten Berufsfachschule der Fall. Mit dem Erwerb des Grundstücks an der Tösstalstrasse 29/30 (vgl. RRB Nr. 936/2011) wurde bereits ein Schritt zur Konzentration der Bildungsangebote und der Schliessung der Lücken im Sportunterricht geschaffen. übergreifende Handlungsfelder 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 2026 2028 1 Rochadeflächen (Rochadeschulhäuser) bei allen Sanierungen relevant 2 Sportstättenstrategie über alle Betrachtungsregionen greifendes Thema
Regionalstrategien 1 Stadt Zürich: "Bildungsmeile" Berufsbildung ab Mitte 2014 2 Oberland / Unterland / Glattal / ZH-Nord: Sekundarstufe II 3 "Pfauen" und rechtes Zürichseeufer: Mittelschulen 4 Knonaueramt / Limmattal / ZH-West: Mittelschulen 5 Enge-Wiedikon / linkes Zürichseeufer: Mittelschulen 6 Winterthur und Umgebung: Sekundarstufe II
Vorstudie Realisierung
Abb. 5: Grobterminplan
V. Kosten Die Festlegung der Strategie für die Schulrauminfrastruktur der Sekun- darstufe II hat noch keine finanziellen Auswirkungen. Die weitere Be- arbeitung der übergreifenden Handlungsfelder und die Ausarbeitung der sechs Regionalstrategien wird Kosten verursachen. Dazu gehören ins- besondere auch Planungskosten für Standortevaluationen und Gebiets- planungen. Diese können zum heutigen Zeitpunkt noch nicht beziffert werden. Die entstehenden Planungs- und Investitionskosten für die Um- setzung der Strategie sind im Rahmen der Bearbeitung der einzelnen Handlungsfelder und Regionalstrategien detailliert aufzuzeigen.
Dispositiv
Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Die Grundsätze für die Entwicklung der räumlichen Infrastruktur für den Schulraum der Sekundarstufe II gemäss Erwägung I. C. werden genehmigt.
II. Die Bildungsdirektion wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Baudirektion die Handlungsfelder und Regionalstrategien gemäss Er- wägung IV. weiterzubearbeiten und dem Regierungsrat die entsprechen- den Anträge zu unterbreiten. Bei der Bearbeitung von Handlungsfeld 2 (Sportstättenstrategie) ist die Sicherheitsdirektion einzubeziehen.
III. Die Baudirektion wird beauftragt, die planungsrechtlichen Grund- lagen zu schaffen und die Sicherung des notwendigen Baulandes zur Umsetzung der Handlungsfelder und Regionalstrategien gemäss Erwä- gung IV. zu bearbeiten.
IV. Mitteilung an die Sicherheitsdirektion, die Baudirektion und die Bildungsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi