RRB Nr. 391/2017
Universitätsspital, SUED II, zusätzliche gebundene Ausgabe
3 mai 2017Allemand6 min
Source zh.ch
Universitätsspital, SUED II, zusätzliche gebundene Ausgabe
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 3. Mai 2017
391. Universitätsspital (SUED II, zusätzliche Ausgabe)
Erwägungen
A. Ausgangslage Der Nukleartrakt 1–2 des Universitätsspitals muss infolge schwerer bau- licher Mängel bis spätestens Ende März 2018 geräumt sein. Bis zu diesem Zeitpunkt muss für alle in diesem Gebäude untergebrachten Nutzungen Ersatzfläche bereitstehen. Deshalb wird zurzeit im Park des Universitäts- spitals auf der ebenfalls neuen unterirdischen Technikzentrale SUED der SUED II (vormals Modulbau) erstellt, der für die kommenden 20 Jahre die erforderlichen Raumkapazitäten zur Verfügung stellt. In diesem Ge- bäude werden insbesondere klinisch intensive Nutzungen mit einem gros- sen Bedarf an haustechnischen Installationen konzentriert. 2013 war vorgesehen, die Technikzentrale SUED und den SUED II im Rahmen eines Projekts zu erstellen. Durch eine Einsprache gegen die Bau- bewilligung des SUED II konnte zunächst aber nur für die Technikzen- trale SUED die Baufreigabe erteilt werden. Der Trakt SUED II musste daher aus dem Gesamtprojekt herausge- löst werden. Für das Teilprojekt Technikzentrale SUED wurde im Juli 2014 mit RRB Nr. 800/2014 eine gebundene Ausgabe von Fr. 39 853 000 bewilligt. Das Projekt befindet sich mittlerweile in der Endphase und kann voraussichtlich mit einer leichten Kostenunterschreitung abgeschlossen werden. Im Fall von SUED II haben der Kanton und das Universitätsspital Re- kurs gegen die Ablehnung der Baubewilligung eingereicht. Im Juli 2014 hat das Baurekursgericht des Kantons die Stadt Zürich eingeladen, die Bau- bewilligung zu erteilen. Im Februar 2015 wurde die gebundene Ausgabe von Fr. 93 115 000 für den Modulbau SUED II bewilligt (RRB Nr. 101/ 2015).
B. Zusätzliche Ausgaben Die durch den Rekurs verursachte Verzögerung hatte zur Folge, dass die geplanten Nutzungen der Klinik für Nuklearmedizin im SUED II wegen der einzuhaltenden Frist der Gebäudeversicherung Kanton Zü- rich in andere Teile des Universitätsspitals verlegt und stattdessen ande- re sehr technikintensive Nutzungen von dort in den SUED II verscho- ben werden mussten.
Im Rahmen der anschliessenden Ausführungsplanung wurden von- seiten der künftigen Nutzer zusätzliche, betrieblich begründete Bedürf- nisse angemeldet, denen nach Prüfung im Projektteam oder im Projekt- ausschuss teilweise stattgegeben wurde. Für diese betrieblich notwendi- gen Bestellungen entstehen zusätzliche Ausgaben von rund Fr. 4 567 000. Weitere zusätzliche Kosten von rund Fr. 3 700 000 fallen für die tech- nischen Anpassungen wegen mittlerweile geänderter Normen sowie für den Abgleich der Honorare und Nebenkosten auf die heutige Bestellung an. Darin enthalten sind z. B. die Normenänderung für die Notstromver- sorgung mit einer Kostenfolge von Fr. 825 000. Die nachgeführten Planerhonorare und Nebenkosten führen gegenüber dem bewilligten Objektkredit zu Mehraufwendungen von Fr. 2 142 000. Um den SUED II trotz der Verzögerungen, die durch den Rekurs und die Umplanungen entstanden sind, am 30. April 2019 dem Nutzer über- geben zu können, sind weitere Aufwendungen von geschätzt Fr. 1 350 000 für Beschleunigungsmassnahmen notwendig. Nach dem heutigen Terminprogramm finden die Inbetriebnahmen vom SUED II und vom Projekt «Circle» am Flughafen Zürich gleichzeitig statt, was das Universitätsspital Zürich betrieblich nicht bewältigen kann. Um eine zeitliche Staffelung zu erreichen, müssen für den SUED II Beschleu- nigungsmassnahmen ergriffen werden, welche die genannten Zusatzkos- ten verursachen. Den auf diese Weise entstandenen gesamten Mehrkosten von Fr. 9 617 000 stehen Einsparungen von Fr. 1 770 000 gegenüber, im Wesent- lichen erzielt durch eine vereinfachte Bauausführung. Darüber hinaus können Vergabeerfolge von Fr. 747 000 gegenüber dem Kostenvoranschlag ausgewiesen werden. Unter Berücksichtigung der zusätzlichen Kosten abzüglich der Ein- sparungen und Vergabeerfolge ergeben sich Mehraufwendungen von rund Fr. 7 100 000. Sie können teilweise über die im Kostenvoranschlag einge- stellte Reserve von Fr. 8 305 000 abgefangen werden. Es muss jedoch sichergestellt werden, dass für die laufende Bauausführung noch eine ge- nügend grosse Reserve zur Verfügung steht. Erfahrungsgemäss sollte sie im gegenwärtigen Projektstadium nicht unter 6% der Bausumme liegen. Die bewilligte Ausgabe beläuft sich auf Fr. 93 115 000 bzw. Fr. 84 810 000 ohne Reserven. Die mutmasslichen Kosten ohne Reserve betragen zur- zeit rund Fr. 91 910 000. Zuzüglich einer erforderlichen Reserve von rund Fr. 5 805 000 ergibt sich ein Gesamtbetrag von Fr. 97 715 000. Die Mehr- kosten betragen Fr. 4 600 000 und entsprechen einem Anteil von 4,9%.
Gemäss dem revidierten Kostenvoranschlag verteilen sich die Gesamt- kosten von Fr. 97 715 000 wie folgt: in Franken Bewilligter Objektkredit ohne Reserven 84 810 000 Zusätzliche Ausgaben +4 567 000 Zusätzliche Kosten +3 700 000 Beschleunigungsmassnahmen +1 350 000 Zwischentotal 1 94 427 000 Einsparungen –1 770 000 Vergabeerfolg (Stand 17. Oktober 2016) –747 000 Zwischentotal 2 91 910 000 Reserve Nachtragskredit (rund 6%) +5 805 000 Gesamtbetrag 97 715 000 Differenzbetrag zum bewilligten Objektkredit 4 600 000
Die jährlichen Kapitalfolgekosten errechnen sich bei einer 20-jährigen Betriebsdauer neu wie folgt: Baukosten Kapitalfolgekosten Kontierung Kalkulatorische Abschreibung Abschreibung Zinsen (1,5%) pauschal Fr. Fr. Fr. Konto 5041 1 00000 Hochbauten Rohbau 1 25,2% 24 653 000 185 000 5% 1 233 000 Konto 5041 2 00000 Hochbauten Rohbau 2 8,7% 8 540 000 64 000 5% 427 000 Konto 5041 3 00000 Hochbauten Ausbau 19,5% 19 031 000 143 000 5% 952 000 Konto 5041 4 00000 Hochbauten Installationen 46,6% 45 491 000 341 000 5% 2 275 000 Total (einschliesslich 8,0% MWSt) 100% 97 715 000 733 000 4 887 000 Total 97 715 000 Total 5 620 000 Der Spitalrat des Universitätsspitals hat am 7. Dezember 2016 der Er- höhung des Objektkredits auf Fr. 97 715 000 zugestimmt. Er geht davon aus, dass die finanzielle Tragbarkeit gegeben ist. Für das Vorhaben ist gemäss § 22 Abs. 2 des Gesetzes über das Uni- versitätsspital Zürich eine zusätzliche Ausgabe von Fr. 4 600 000 zu be- willigen. Die Gesamtkreditsumme erhöht sich damit auf Fr. 97 715 000. Die Ausgabe geht zulasten des Kontos 6340.5040, Hochbau. Bis Ende 2016 sind für das Vorhaben Kosten von rund Fr. 12 097 149 aufgelaufen. Im Bud- get 2017 sind für das Vorhaben Fr. 25 000 000 eingestellt. Im Konsolidier- ten Entwicklungs- und Finanzplan 2017–2020 sind für das Planjahr 2018
Fr. 19 800 000 und für das Planjahr 2019 Fr. 6 800 000 eingestellt. Die Finan- zierung der zusätzlichen Ausgabe ist durch Verschiebungen oder Kür- zungen von anderen Projekten innerhalb der Leistungsgruppe Nr. 6300, Somatische Akutversorgung und Rehabilitation, sicherzustellen. Die Baudirektion schliesst, gestützt auf § 34 der Finanzcontrollingver- ordnung, die Verträge für die Bauausführung ab.
Dispositiv
Auf Antrag der Gesundheitsdirektion und der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für die Errichtung des SUED II im Park des Universitätsspitals wird zur Ausgabenbewilligung gemäss RRB Nr. 101/2015 eine zusätzliche ge- bundene Ausgabe von Fr. 4 600 000 zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 6300, Somatische Akutversorgung und Rehabilita- tion, bewilligt. Die gesamte zur Verfügung stehende Ausgabensumme be- trägt damit Fr. 97 715 000.
II. Dieser Betrag wird nach Massgabe des Schweizerischen Baukosten- indexes gemäss nachfolgender Formel der Teuerung angepasst: Bewilligte Ausgabe × Zielindex ÷ Startindex (Stand 1. April 2012)
III. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Baudirektion und die Ge- sundheitsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der stv. Staatsschreiber:
Hösli