RRB Nr. 577/2010
Lotteriefonds , Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2010, 2. Serie
14 avril 2010Allemand21 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 14. April 2010
577. Lotteriefonds des Kantons Zürich (Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2010, 2. Serie) Gemäss § 61 Abs. 3 des Gesetzes über Controlling und Rechnungsle- gung kann der Regierungsrat in eigener Zuständigkeit aus den allgemei- nen Mitteln des Lotteriefonds pro Jahr Beiträge bis 10 Mio. Franken be- willigen. Der einzelne Beitrag darf dabei Fr. 500 000 nicht übersteigen. Zulasten dieses Gesamtbetrages sind bis anhin Fr. 3 376 800 bewilligt worden (einschliesslich eines mit RRB Nr. 1503/2007 festgelegten jähr- lichen Betrages von Fr. 200 000 zugunsten des Kontos «Staatsbeiträge an Kongresse, Veranstaltungen usw.»). Somit stehen dem Regierungsrat zulasten der Quote 2010 noch Fr. 6 623 200 zur Verfügung. Die Finanzdirektion beantragt im Einvernehmen mit den zuständi- gen Fachdirektionen im Rahmen einer 2. Serie 2010 die folgenden Bei- tragsleistungen aus dem Lotteriefonds:
1. Jubiläumsprogramm «Zweite Bühne» und Informatikausbau Bereich Kultur Gesuchstellende Verein Afro-Pfingsten, Winterthur: Der Verein Organisation führt jährlich, jeweils über das Pfingstwochen- ende, in Winterthur ein Afrika-Festival durch. Projektrahmen Afro-Pfingsten ist das einzige wiederkehrende Weltmusik-Festival in der Schweiz. Es umfasst Konzerte, Filmvorführungen, Märkte, Work- shops und Rahmenveranstaltungen. Dieses Jahr feiert der Verein die 20. Durchführung. 2009 besuchten rund 75 000 Personen den An- lass. Dabei wurde erfolgreich versucht, das Festival um ein paralleles Musikprogramm auf einer zweiten Bühne zu bereichern. Projektinhalt Auch im Jubiläumsjahr soll eine zweite Bühne zur Verfügung stehen und vor allem genutzt werden durch Gruppen und Musikerinnen/ Musiker aussereuropäischer Herkunft, die in der Schweiz bzw. im Kanton leben. Diese Künstlerinnen und Künstler haben so einer- seits die Möglichkeit eines Auftritts, anderseits ergänzen sie das Hauptprogramm. Die Kosten für diesen Teil der Jubiläumsveranstaltung be- tragen Fr. 60 000.
Zudem benötigt der Verein eine leistungsfähi- gere Informatik, vor allem eine Online-Daten- bank. Gleichzeitig möchte der Verein seine Software vereinheitlichen. Die Kosten dafür betragen Fr. 60 000. Gesamtkosten Jubiläums-Festival 2010 und Informatik Fr. 1 560 000 Gewünschter Betrag Fr. 120 000 Übrige Finanzierung Die Eintritte sind mit Fr. 1 260 000 budgetiert. Die Stadt Winterthur wird das Festival voraus- sichtlich unterstützen. Die Restkosten müssen durch Beiträge von Dritten gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und des Innern empfiehlt eine Beitragsleistung. Sie bezeichnet die neue Aufführungsmöglichkeit «zweite Bühne» als Bereicherung des Haupt- programms und erachtet die Erneuerung der Informatik als zwingend. Aufgrund der lang- jährigen engagierten Vereinsarbeit und des Jubiläums ist ein Beitrag angezeigt. Bewilligter Betrag Fr. 120 000
2. Gemeinschaftsanlage Przewalskipferde und Mufflons Bereich Natur Gesuchstellende Wildparkverein Bruderhaus, Winterthur: Der Organisation Verein wurde 2002 gegründet. Er bezweckt die Förderung und Unterstützung des Wildparks. Projektrahmen Der Wildpark Bruderhaus besteht seit über 100 Jahren und hat zum Ziel, der Bevölkerung verschiedene Tierarten in einer möglichst na- turnahen und artgerechten Umgebung zu zei- gen. 2007 erstellte der Verein ein Wolfsgehege und erhielt dafür mit RRB-Nr. 747/2006 einen Lotteriefondsbeitrag von Fr. 150 000. Nun plant der Verein den Bau einer Gemein- schaftsanlage für Przewalskipferde und Muff- lons. Projektinhalt Die neue 19 000 m2 umfassende Gemeinschafts- anlage ist ein Teilersatz für die bestehende Pferdeanlage von 1991 und die wesentlich äl- tere Anlage für Dam- und Muffelwild. Sie bie- tet den Tieren mehr Platz und ermöglicht eine
artgerechte Haltung. An der Planung der An- lage waren Spezialisten des Zürcher Tier- schutzes beteiligt. Die Betriebskosten des neuen Grossgeheges werden im Rahmen der bisherigen Kosten für Przewalskipferde und Mufflons bleiben, da sich die Anzahl der ge- haltenen Tiere nicht verändert. Gesamtkosten Fr. 865 000 Gewünschter Betrag Fr. 250 000 Übrige Finanzierung Fr. 250 000 werden durch Eigenleistungen des Forstbetriebs der Stadt Winterthur gedeckt. Von Sponsoren werden Fr. 365 000 erwartet. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion und die Ge- sundheitsdirektion befürworten eine gross- zügige Unterstützung. Der Wildpark ist ein wichtiges regionales Ausflugsziel und steht der Bevölkerung ganzjährig gratis zur Verfügung. Allerdings ist der gewünschte Betrag von Fr. 250 000 – in Anbetracht des 2006 gewährten Betrages von Fr. 150 000 – hoch. Eine Kürzung auf Fr. 200 000 ist daher angezeigt. Bewilligter Betrag Fr. 200 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Aufla- ge gebunden, dass der Wildparkverein dem Veterinäramt detailliertere Planungsunterla- gen zustellt. Die Auszahlung des Beitrages er- folgt erst, wenn das Veterinäramt dem Lotte- riefonds mitgeteilt hat, dass es mit der vorge- sehenen Ausführung von Hartplatz und Ab- trenngehege einverstanden ist.
3. Zürcher Stillstandsprotokolle Bereiche Bildung, Verwaltung Gesuchstellende Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kan- Organisation tons Zürich Projektrahmen Die in den 1630er-Jahren einsetzenden Proto- kolle der Stillstände (Vorläufer der Gemeinde- kirchenpflegen) zählen zu den wertvollsten Zürcher Quellen vor 1800. Sie beleuchten neben Kirchenangelegenheiten auch zahlrei- che sozial-, wirtschafts- und lokalgeschicht- liche Gesichtspunkte, die aus anderen zeit-
genössischen Quellen nicht zu erschliessen sind. Aus den Protokollen wären neue Er- kenntnisse insbesondere auf dem Gebiet der frühneuzeitlichen Gemeindeorganisation, der Schul- und der Alltagsgeschichte zu erwarten. Allerdings sind die Protokolle schwer lesbar, was ihre Auswertung bisher stark behinderte. Zudem sind die Protokolle nur analog ver- fügbar. Projektinhalt Die Protokolle sämtlicher Zürcher Kirchge- meinden bis 1700 sollen transkribiert, digitali- siert und über das Internet abrufbar werden. Die erarbeiteten Rohdaten werden dem Staatsarchiv zur Verfügung gestellt und über die Online-Datenbank des Staatsarchivs ver- öffentlicht. Bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Projektplanung haben Trägerschaft und Bearbeiter mit dem Staatsarchiv die wissen- schaftlichen Rahmenbedingungen festgelegt. Zeitlich sind die Transkriptionsarbeiten auf fünf Jahre veranschlagt. Gesamtkosten Fr. 345 000 Gewünschter Betrag Fr. 300 000 Übrige Finanzierung Das Staatsarchiv hat im Rahmen des Vorpro- jektes und durch Naturalleistungen einen Kostenanteil übernommen. Die Evangelisch- reformierte Kirche beteiligt sich ebenfalls am Projekt. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und des Innern empfiehlt eine Beitragsleistung. Am Vorhaben besteht ein erhebliches öffent- liches Interesse (wissenschaftliche Forschung, Reformations- und Lokalgeschichte). Die Pro- jektträgerschaft und die mit der Arbeit beauf- tragten Spezialistinnen und Spezialisten sind für die Durchführung des Vorhabens geeignet. Hinweis Zurzeit laufen mit dem Projekt «Transkription von Kantonsratsprotokollen und Regierungs- ratsbeschlüssen seit 1803» und dem Projekt «Rechtsquellenedition» zwei vergleichbare Vorhaben. Mit der Digitalisierung der Still- standsprotokolle wird dieser Editionsland- schaft ein zusätzliches Element hinzugefügt.
Bewilligter Betrag Fr. 300 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist mit der Auf- lage verbunden, dass die im Rahmen des Pro- jektes erarbeiteten Transkriptionsdaten in der IT-Umgebung und nach den Vorgaben des Staatsarchivs veröffentlicht werden.
4. COPD-Roadshow Bereich Gesundheit Gesuchstellende Lungenliga Zürich: Der Verein bezweckt die Organisation Bekämpfung (einschliesslich Früherkennung) von Lungenkrankheiten und Atembehinde- rungen. Er erbringt unter anderem zugunsten der Bevölkerung wesentliche Leistungen in Gesundheitsförderung, Prävention, Beratung und Schulung. Projektrahmen Mit Beschluss vom 22. Dezember 2004 gewähr- te der Kanton der Lungenliga für den Kauf eines «LuftiBus» (Bus für Spirometrie-Tests im Kanton) Fr. 200 000. Für die nächsten Jahre soll der Bus umgerüstet und zur COPD-Prä- vention eingesetzt werden (COPD: chronisch obstruktive Lungenerkrankung als Sammel- begriff für Krankheiten der Lunge, die durch Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot bei Belastung gekennzeichnet sind. Auch die «Raucherlunge» zählt dazu). Zielgruppe der Kampagne ist die Altersklasse ab 40, vor allem Raucherinnen und Raucher sowie Ex- und Passivrauchende. Die Kampagne ist für eine Dauer von zwei Jahren geplant. Vorgesehen sind 51 Einsätze innerhalb und 48 ausserhalb des Kantons. Projektinhalt Der LuftiBus muss neu gestaltet und mit zu- sätzlichen Testgeräten bzw. neuem Mobiliar ausgerüstet werden. Hinzu kommen ein neuer Öffentlichkeitsauftritt (Webauftritt, Broschü- ren und Infomaterial) sowie die Schulung der Fachpersonen und Hilfskräfte. Das Erarbeiten des Konzepts und das Bereitstellen der not- wendigen Infrastruktur verursachen Kosten von Fr. 180 000. Gesamtkosten Betrieb und Infrastruktur Fr. 674 000 Gewünschter Betrag Fr. 180 000
Übrige Finanzierung Die Betriebskosten von rund Fr. 494 000 sollen über anteilmässige Beiträge von Gemeinden, von der Gesundheitsförderung Schweiz und von weiteren Sponsoren gedeckt werden. Die Gemeindebeiträge betragen im Kanton Fr. 2200, bei ausserkantonalen Gemeinden Fr. 4000. Ein verbleibendes Defizit wird die Lungenliga übernehmen. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Gesundheitsdirektion emp- fiehlt eine Beitragsleistung. Das Vorhaben dient dazu, das Bewusstsein der Bevölkerung für die eigene gesundheitliche Vorsorge im COPD-Bereich zu verbessern. Bewilligter Betrag Fr. 180 000
5. Projekt «Kunstvermittlung» Bereich Kultur Gesuchstellende Stiftung für konstruktive und konkrete Kunst Organisation (SKKK): Die Stiftung bezweckt die Förde- rung der konstruktiven, konkreten und kon- zeptuellen Kunst. Sie feiert 2011 ihr 25-jähri- ges Jubiläum. Die SKKK ist vom Regierungsrat als beitrags- berechtigte Kulturinstitution anerkannt und erhält für den Betrieb ihres Hauses Konstruk- tiv in Zürich-Selnau einen jährlichen Staats- beitrag. Die Stadt Zürich hat im vergangenen Jahr einen Investitionsbeitrag von Fr. 250 000 geleistet und ihre Subventionen ab 2009 um Fr. 100 000 auf insgesamt Fr. 700 000 erhöht. Projektrahmen Über die laufende Rechnung kann die Stif- tung keine grösseren einmaligen Investitionen finanzieren. Mit ihrem Vorhaben «Kunstver- mittlung» möchte die SKKK einen zeitgemäs- sen und kundenorientierten Museumsbetrieb sicherstellen. Projektinhalt Das Vorhaben umfasst fünf Teile: – Anpassung der Infrastruktur: Ausbau und Modernisierung des Sammlungsdepots mit Ausbau der Compactus-Anlage, Kauf einer Hebebühne, Installationen von Licht, Projek- toren usw. Kosten Fr. 232 600.
– Ausbau der Museumspädagogik: Einrichten eines Museumspädagogik-Ateliers. Kosten Fr. 84 560. – Bessere Kunstvermittlung durch Audiogui- de: Aufbereiten der grundlegenden Informa- tionen, Bereitstellen der Infrastruktur. Kos- ten Fr. 67 000. – Sammlungspublikation: Sammlungskatalog zum 25-jährigen Jubiläum der Stiftung. Kos- ten: Fr. 110 000. – Anpassung der klimatischen Bedingungen: Ausbau der Klimaanlage. Kosten Fr. 370 000. Gesamtkosten Fr. 864 160 Gewünschter Betrag Fr. 485 000 Übrige Finanzierung Einen Teil der Kosten deckt die Stiftung mit einer Eigenleistung. Über einige bereits zuge- sicherte Beiträge hinaus erhofft sich die SKKK Zuwendungen von Stiftungen im Be- trag von Fr. 300 000. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und des Innern wünscht eine Beitragsleistung von Fr. 485 000. Die Baudirektion weist darauf hin, dass in den Kostenschätzungen der Bauvor- haben noch Reserven enthalten sind und emp- fiehlt deshalb, die Leistung auf Fr. 400 000 zu beschränken. Aufgrund der hohen jährlichen Beiträge der Stadt zugunsten der SKKK, kann beim vorliegenden Projekt auf eine Beteili- gung der Stadt verzichtet werden. Bewilligter Betrag Fr. 485 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Der Betrag von Fr. 485 000 gilt als Kosten- dach. Fr. 400 000 werden nach Beginn der Arbeiten ausbezahlt. Von den restlichen Fr. 85 000 wird nach Vorliegen der Schlussab- rechnung der Anteil freigegeben, der zur Deckung der Kosten notwendig ist. – Dem Kanton werden gratis fünf Belegexem- plare des Sammlungskataloges abgegeben.
6. Kulturtage Au, Starthilfe Bereiche Bildung/Kultur Gesuchstellende Volksschulamt des Kantons Zürich Organisation Projektrahmen 2003 fand eine erste, versuchsweise Durchfüh- rung der Kulturtage statt. Nach langen Vor- arbeiten starten das Volksschulamt der Bil- dungsdirektion und die Pädagogische Hoch- schule Zürich (PHZH) im Juni 2010 mit dem Pilotprojekt Kulturtage Au. Dabei leiten Stu- dierende der PHZH interdisziplinäre Work- shops (Theater, Tanz, Musik, Gestalten) für Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Primar- klasse. Diese Workshops sind in einer von Schauspielerinnen und Schauspielern gestal- teten Rahmenhandlung eingebettet. Projektinhalt Die Kulturtage 2010 finden vom 22. Juni bis und mit 9. Juli 2010 statt. Neben 170 Studie- renden der PHZH können 1400 Schülerinnen und Schüler in 120 Workshops tätig sein. Die Kulturtage sollen zukünftig einen festen Platz in der Lehrerbildung und Kunstvermitt- lung erhalten. Die nächsten Durchführungen sind für 2012 und 2014 vorgesehen. Der Bei- trag des Lotteriefonds wird als Starthilfe für die Jahre 2010 (Fr. 130 000), 2012 und 2014 (je Fr. 150 000) gewünscht. Gesamtkosten 2010–2014 Fr. 1 214 608 Gewünschter Betrag Fr. 430 000 Übrige Finanzierung Aus dem Verkauf von Eintrittskarten wird mit einem Erlös von Fr. 21 500 gerechnet. Die Beiträge der Gemeinden sind mit insgesamt Fr. 57 500 budgetiert. Fr. 440 100 leistet die PHZH und ab 2012 steuert das Volksschulamt Fr. 140 000 bei. Die offenen Restkosten müs- sen über Zuwendungen von Dritten gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion und die Direktion der Justiz und des Innern empfeh- len eine Beitragsleistung von Fr. 430 000. Den Kulturtagen kommt grosse Bedeutung zu. Sie
tragen dazu bei, bei Kindern und Jugendlichen das Kulturverständnis und die künstlerische Bildung zu fördern. Zudem werden zukünf- tige Lehrpersonen für die Kulturvermittlung sensibilisiert. Bewilligter Betrag Fr. 430 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Die Auszahlung erfolgt tranchenweise. – Für 2010 kann der budgetierte Betrag sofort ausbezahlt werden. Die Auszahlungen für 2012 und 2014 erfolgen, wenn die Rechnung für die vorausgegangenen Kulturtage und das Budget für die anstehenden Kulturtage vorliegen und von der Bildungsdirektion ge- prüft wurden. – Die Bildungsdirektion beantragt jeweils der Finanzdirektion die Auszahlung der Tran- chen 2012 und 2014 und legt der Finanzdi- rektion jeweils die geprüfte Rechnung und das akzeptierte Budget vor. – Der Lotteriefonds kann keine wiederkehren- den Betriebsbeiträge leisten. Deshalb be- schränkt er sich bei seinen Leistungen auf Starthilfen. Da mit 2014 die Startphase der Kulturtage beendet ist, muss die Bildungs- direktion während der Startphase ein Kon- zept zur Finanzierung für eine Fortführung der Kulturtage erarbeiten.
7. Freizeit- und Velokarte Glattal Bereich Freizeit Gesuchstellende Pro Velo Kanton Zürich: Der Verein fördert Organisation das Velo als alltägliches Verkehrsmittel. Er engagiert sich bei Planungen im Bereich Velo- verkehr, bietet zahlreiche Dienstleistungen und leistet politische Arbeit zur Veloförderung. Projektrahmen In enger Zusammenarbeit mit den acht Ge- meinden der Region (darunter die Stadt Zürich) und dem ZVV gibt der Verein eine Freizeit- und Velokarte des Glattals (ein- schliesslich der Stadtkreise 11 und 12) heraus.
Projektinhalt Die Karte erscheint im Massstab 1 : 14 000 und enthält die empfohlenen Veloverbindungen, öV-Haltestellen und die wichtigen Ziele im Bereich Freizeit (Sport- und Kulturanlagen, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitangebote). Sie ist als handliche Faltkarte geplant und richtet sich vor allem an die rund 110 000 Einwohne- rinnen und Einwohner der Region. Vorgese- hen ist eine Auflage von 100 000 Stück, die gra- tis abgegeben werden sollen. Gesamtkosten Fr. 140 000 Gewünschter Betrag Fr. 40 000 Übrige Finanzierung Die betroffenen Gemeinden leisten Fr. 42 000. Pro Velo übernimmt einen Kostenanteil von Fr. 8000. Der Rest muss durch Sponsorenbei- träge gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion und die Volkswirtschaftsdirektion empfehlen eine Beitragsleistung. Das Vorhaben ist unterstüt- zungswürdig, da die Region beste Vorausset- zungen für einen häufigen Gebrauch des Velos aufweist. Bewilligter Betrag Fr. 40 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages wird mit zwei Auflagen verbunden: – Das in der Karte dargestellte Netz von Velo- routen ist auf die kantonalen Verbindungs- routen abzustimmen. Diese sind in der Karte abzubilden. – In die Karte sind auch die CH-Mobil-Skating- routen aufzunehmen.
8. Präventionsvorhaben «feelok» Bereiche Prävention, Bildung, Soziales Gesuchstellende Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Organisation Universität Zürich (ISPZ); Stiftung Radix: Die Stiftung hat den Zweck, Behörden und Verantwortliche in Organisationen für eine anhaltende Gesundheitsförderung zu sensibi- lisieren und entsprechende Massnahmen und Angebote bereitzustellen.
Projektrahmen Das vom ISPZ entwickelte Internetportal «feelok» hat zum Ziel, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Jugendlichen zu fördern sowie risikoreichem Verhalten vorzubeugen. Das Portal enthält für Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren Informationen, Diskus- sionsforen und Beratungsangebote zu wichti- gen Gesundheitsthemen (wie z. B. Alkohol, Bewegung und Sport, Rauchen oder Stress). «feelok» kann direkt von den Jugendlichen oder im Schulunterricht genutzt werden. Das bereits seit zehn Jahren bestehende Portal wird dauernd weiterentwickelt und geniesst in Fachkreisen grosse Anerkennung. Es wird vom Bund, von Kantonen und weiteren Institutio- nen unterstützt und verzeichnet gegenwärtig pro Tag rund 1300 Zugriffe. Davon stammen rund 320 Besucherinnen und Besucher aus dem Kanton. Auf den 1. Januar 2010 ist die Trägerschaft des Projektes vollumfänglich auf Radix übergegangen. Projektinhalt Ab 2011 wird das Portal ein neues, auf jugend- liche Benutzerinnen und Benutzer abgestimm- tes Aussehen erhalten. Zudem soll es auf die Altersgruppe der Acht- bis Elfjährigen ausge- weitet und um zusätzliche Themen ergänzt werden. Dazu zählen Gewaltprävention und soziale Integration. Für den Auf- und Ausbau dieser beiden Themenbereiche ersuchen das ISPZ und die Radix um einen Beitrag. Gesamtkosten Fr. 665 000 Gewünschter Betrag Fr. 480 000 Übrige Finanzierung Von den Städten Zürich und Winterthur und von Gemeinden werden insgesamt Fr. 120 000 erwartet. Die Unterstützung durch Stiftungen ist mit Fr. 65 000 budgetiert. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion unter- stützt das Gesuch ohne Einschränkung, die Gesundheitsdirektion wünscht eine Beitrags- leistung von Fr. 360 000 bzw. eine Kostenbetei- ligung anderer Kantone. Die Verstärkung der Gewaltprävention zählt zu den Legislaturzie-
len der Bildungsdirektion in der Periode 2007 bis 2011. «feelok» leistet dazu einen ergänzen- den Beitrag. Zudem ist bis anhin kein Inter- net-Angebot für Jugendliche verfügbar, das sich mit dem Thema Gewalt befasst. Aufgrund der nationalen Bedeutung dieses Vorhabens kann eine Beteiligung anderer Kantone er- wartet werden. Aus diesem Grund ist eine Kürzung des Beitrages auf Fr. 400 000 ange- bracht. Bewilligter Betrag Fr. 400 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Der Beauftragte für Massnahmen gegen Ge- walt im schulischen Umfeld der Bildungs- direktion und die Jugendfachleute der Kan- tons- und der Stadtpolizei Zürich sind bei der Erarbeitung der Programmteils «Gewalt» beizuziehen. – Die neue «feelok»-Sektion ist eine ideale Ergänzung zum «Gewalt-Portal» der Bil- dungsdirektion. Radix hat deshalb abzuklä- ren, ob ein Teil der Sektion früher als ge- plant, nämlich 2010 oder 2011, aufgeschaltet werden könnte. Die Bildungsdirektion ist darüber zu informieren. – «feelok» ist gesamtschweizerisch nutzbar. Radix ist verpflichtet, für den weiteren Aus- bau des Produktes andere Kantone anzuge- hen.
9. Möblierung Haus «Blumenhalde» Bereich Kultur Gesuchstellende Ritterhaus-Vereinigung Uerikon-Stäfa: Die Organisation Vereinigung besitzt bzw. unterhält neben dem Ritterhaus mit Kapelle zwei historische Häu- ser in Uerikon, so auch die «Blumenhalde», ein Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert. Projektrahmen Die denkmalgeschützte Liegenschaft soll sanft renoviert und dann jeweils im Winter als Ar- beitshaus für Literaten (Artists-in-Residence) betrieben bzw. im Sommer im Rahmen des Konzeptes «Ferien im Baudenkmal» genutzt werden. Die Finanzierung der Renovation ist
gesichert. Doch fehlen der Ritterhaus-Verei- nigung die Mittel für die Neumöblierung des Gebäudes. Projektinhalt Ausser einigen alten Einbauschränken und zwei Kachelöfen ist kein Mobiliar vorhanden. Für Tische, Stühle, Betten, Gestelle, Beleuch- tung usw. wird mit Einrichtungskosten von insgesamt Fr. 37 000 gerechnet. Die Kosten sind vergleichsweise tief, weil Mitglieder der Ritterhaus-Vereinigung einige passende alte Möbel zur Verfügung stellen. Gesamtkosten Fr. 200 000 Gewünschter Betrag Fr. 37 000 Übrige Finanzierung Die Finanzierung der Sanierungsarbeiten er- folgt über den Renovationsfonds der Ritter- haus-Vereinigung und die Aufnahme einer Hypothek. Die Gemeinde Stäfa leistet einen Beitrag von Fr. 20 000 an die historische Pfläs- terung der Zufahrtsstrasse. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion und die Direk- tion der Justiz und des Innern empfehlen eine Beitragsleistung. Die Baudirektion wünscht einen Beitrag von Fr. 37 000, die Direktion der Justiz und des Innern – angelehnt an die Leis- tung der Standortgemeinde – empfiehlt einen Beitrag von Fr. 20 000. Die Einrichtung eines Ateliers für in- und ausländische Schreibende und öffentliche Lesungen ist begrüssenswert. Für diese schriftstellerische Nutzung ist der Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz zuständig. Er gewährleistet eine fachgerechte Auswahl der Gäste. Aufgrund des grossen En- gagements der Ritterhaus-Vereinigung und der Ausstrahlung des Vorhabens ist ein Bei- trag von Fr. 37 000 gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 37 000
10. «Aktion 72 Stunden» Bereich Soziales Gesuchstellende OK «Aktion 72 Stunden»: Die Schweizerische Organisation Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände hat für die Durchführung der gesamtschweizeri- schen Aktion regionale Komitees gebildet, die
ihrerseits für die regionale Koordination und Organisation zuständig sind. Im Kanton wird diese Funktion von einem Team übernom- men, dem Vertreterinnen und Vertreter der Cevi, der Jungwacht Blauring, der Pfadi sowie dem kantonalen Dachverband für Kinder- und Jugendarbeit, okaj Zürich, angehören. Projektrahmen Die Aktion fand erstmals 2005 statt. Innerhalb von 72 Stunden wurden damals kantonsweit 99 zum Teil anspruchsvolle und nachhaltige Projekte im sozialen, kulturellen und ökologi- schen Bereich umgesetzt. An der Aktion nah- men mehr als 2000 Kinder und Jugendliche teil. Vom 9. bis 12. September 2010 findet eine Neuauflage der Aktion statt. Projektinhalt 2010 beteiligt sich erstmals auch die Pfadi an der Aktion. Das OK rechnet mit rund 200 Pro- jekten, rund 6000 Kindern und Jugendlichen und rund 154 000 Stunden unbezahlten Enga- gements (ehrenamtliche Leistung von rund 1,4 Mio. Franken). Das Gesamtprojekt weist eine breite Palette an Einzelvorhaben auf wie z. B. Wald- und Bachsäuberungen, das Reno- vieren von Feuerstellen, ein Handpuppen- theater für kranke Kinder, Theateraufführun- gen und das Durchführen eines Spieltages für alle Generationen. Gesamtkosten Fr. 234 485 Gewünschter Betrag Fr. 159 485 Übrige Finanzierung Die Kosten sollen durch den Kanton, die Städ- te Zürich und Winterthur, die beiden Landes- kirchen und mehrere Stiftungen gedeckt wer- den. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion emp- fiehlt eine Beitragsleitung von Fr. 159 485. Mit dem Vorhaben werden Kinder und Jugendli- che sowie Gruppenleiterinnen und -leiter ge- fordert und gefördert. Über den direkten Mehrwert hinaus entstehen im Rahmen der Aktion Kontakte über Kultur- und Generati- onsgrenzen hinaus. Bewilligter Betrag Fr. 159 500
11. Ausstellung «Wildnis – wo der Bär zuhause ist» Bereiche Bildung, Ökologie Gesuchstellende Pro Natura Zürich (PNZ): Der Verein setzt Organisation sich ein für Schutz und Erhalt der Natur, Land- schaft und Umwelt. Zu seinen Aufgaben zäh- len auch ausserschulische Bildungsaktivitäten. Projektrahmen In regelmässigen Abständen erarbeitet PNZ Ausstellungen, die auf einem Zürichsee-Schiff gezeigt werden. Das Konzept hat sich be- währt. Die jüngste Ausstellung ist dem Thema «Wildnis» gewidmet. Sie zeigt auf, wie der Mensch in Wildnisgebiete eingreift, sie stört und allenfalls zerstört. Ziel ist es, Besucherin- nen und Besucher für die Schönheiten und Besonderheiten von «Wildnis» zu sensibilisie- ren und auch zu vermitteln, dass im Zusam- menhang mit Wildnis weniger die Artenviel- falt, als vielmehr der Respekt vor den natür- lichen und unbeeinflussten Prozessen und damit auch das Fehlen jeglicher von Menschen verursachter Störungen und von Eingriffen im Vordergrund stehen sollten. Projektinhalt Als Identifikationsfigur führt ein Bär durch die Ausstellung und zeigt den Besucherinnen und Besuchern seine Ansprüche an den Lebens- raum. Die Ausstellung machte vom 30. Januar bis 25. Februar in Zürich Station, anschliessend war sie für zwei Wochen in Rapperswil. Später wird «Wildnis» im Naturzentrum Sihlwald aufgebaut und bleibt dort für zwei Jahre. Gesamtkosten Fr. 295 000 Gewünschter Betrag Fr. 111 000 Übrige Finanzierung PNZ engagiert sich mit einem Beitrag, der rund einem Viertel der Kosten entspricht. Von der Stadt Rapperswil werden Fr. 10 000 erwar- tet. Eintritte und Führungen sind mit einem Ertrag von Fr. 43 000 budgetiert. Der offene Restbetrag ist durch Leistungen von Stiftun- gen zu decken. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion und die Bil- dungsdirektion unterstützen eine Beitragsleis-
tung von Fr. 111 000. Die Ausstellung bildet ein sinnvolles pädagogisches Angebot insbe- sondere für Schülerinnen und Schüler und Familien. Hinweis Das Beitragsgesuch konnte erst im Dezember 2009 eingereicht werden, aber noch vor Beginn der Ausstellung. Somit liegt keine Nachfinan- zierung vor, bzw. die Richtlinien des Fonds werden auch in dieser Hinsicht erfüllt. Bewilligter Betrag Fr. 111 000
12. Stadtgeschichte Winterthur Bereiche Bildung, Kultur Gesuchstellende Adele Koller-Knüsli Stiftung (AKKS): Die Organisation Winterthurer Stiftung bezweckt die Unter- stützung gemeinnütziger Vorhaben. Projektrahmen 2014 jährt sich zum 750. Mal die Verleihung des Stadtrechts an Winterthur. Die Stadt plant, diese 750-Jahr-Feier zu begehen und einen Beitrag zur Identität der Winterthurer Be- völkerung zu leisten. Auf 2014 hin soll eine zweibändige, reich illustrierte Stadtgeschichte erscheinen. In den heute verfügbaren stadt- historischen Publikationen fehlt eine für das gesamte Stadtgebiet durchgängige Darstel- lung der Bereiche Industrie-, Sozial- und Wirt- schaftsgeschichte. Projektinhalt Die neue Stadtgeschichte wird reich illustriert, aufgeteilt auf zwei Bände, erscheinen und soll für die breite Bevölkerung attraktiv und gut nutzbar sein. Verlag und Verkaufspreis stehen noch nicht fest. Inhaltliche Schwerpunkte bil- den die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Gesamtkosten Fr. 960 000 Gewünschter Betrag Fr. 200 000 Übrige Finanzierung Die AKKS hat einen Beitrag von Fr. 500 000 gesprochen. Die Stadt Winterthur beteiligt sich gemäss Beschluss des Stadtrates vom 16. Dezember 2009 mit Fr. 200 000. Der offene Restbetrag soll weitgehend durch die Einnah- men aus dem Buchverkauf gedeckt werden.
Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und des Innern empfiehlt eine Beitragsleistung von Fr. 200 000. Sie bezeichnet die geplante Publikation als wünschbar und aufgrund des verfügbaren Quellenfundus als notwendig. Bewilligter Betrag Fr. 200 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass dem Kanton gratis 25 Be- legexemplare zugestellt werden.
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 3636 3 000 000): in Franken
1. Verein Afro-Pfingsten Investitionsbeitrag 120 000
2. Wildparkverein Bruderhaus Investitionsbeitrag 200 000
3. Evangelisch-reformierte Landeskirche Projektbeitrag 300 000
4. Lungenliga Zürich Projektbeitrag 180 000
5. Stiftung für konstruktive und konkrete Kunst Investitionsbeitrag 485 000
6. Volksschulamt des Kantons Zürich Projektbeitrag 430 000
7. Pro Velo Kanton Zürich Herstellungskostenbeitrag 40 000
8. Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Stiftung Radix Projektbeitrag 400 000
9. Ritterhaus-Vereinigung Uerikon-Stäfa Investitionsbeitrag 37 000
10. OK «Aktion 72 Stunden» Aktionsbeitrag 159 500
11. Pro Natura Zürich Ausstellungsbeitrag 111 000
12. Adele Koller-Knüsli Stiftung Publikationsbeitrag 200 000 Total 2 662 400
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Finanz- direktion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi