26.3589 · Interpellation · 2026-06-09
Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
Eingereicht
Wortlaut
In diesem Jahr hat das Management der Post erneut Aufsehen erregt, als sie einen Postboten nach 42 Dienstjahren entlassen hat, weil er gelegentlich Pakete die Treppen hinauftrug und vor die Wohnungstür von Kundinnen und Kunden stellte, die nicht zu Hause waren – dies, um Paketdiebstähle zu verhindern. Diese Vorgehensweise entsprach offenbar nicht den Anweisungen.
Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:
1) Wie genau weiss die Post, ob eine Postbotin oder ein Postbote in einem Wohnhaus Treppen hinaufgeht? Und durch welches System wird dieses absurde Ausmass an Überwachung ermöglicht?
2) Wie viel hat dieses Überwachungssystem gekostet und wie hoch sind die jährlichen Betriebskosten?
3) Wie hat sich die Zahl der Postbotinnen und Postboten sowie jene der Überwacherinnen und Überwacher der Arbeit anderer, der Führungskräfte und der Mitarbeitenden im Bereich Kommunikation in den letzten zwanzig Jahren bei der Post entwickelt?
4) Wie haben sich die Gehälter der Postbotinnen und Postboten sowie jene der Führungskräfte (die 10 % mit den höchsten Gehältern) in den letzten zwanzig Jahren entwickelt?
5) Die Post überwacht, wie viele Schritte ihre Postbotinnen und Postboten bei der Zustellung von Briefen und Paketen zurücklegen – überwacht sie dann auch die Vorgesetzten, die die Macht haben, Postbotinnen und Postboten zu entlassen? Führt die Post eine eigene Statistik über die Anzahl der Kündigungen oder Disziplinarmassnahmen?
6) Beabsichtigt die Post, ihre Postbotinnen und Postboten durch Roboter zu ersetzen, um das Mass an Gehorsam zu erreichen, das ihr manisches Personalmanagement fordert, da nur Roboter in der Lage sind, ihren Anweisungen strikt und ohne Eigeninitiative zu folgen?
7) Gibt es vom Bundesrat oder vom Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation eine Stellungnahme zu diesem Fall, bei dem einem Mitarbeiter eines unter ihrer Aufsicht stehenden öffentlichen Unternehmens die berufliche Autonomie verwehrt wurde?