Cyber-Fachkräfte in der Bundesverwaltung: Kann der Bund genügend Talente gewinnen und halten?
26.3765 · Interpellation · 2026-06-18
Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
Eingereicht
Wortlaut
Die Cybersicherheit des Bundes hängt wesentlich von qualifizierten Fachkräften ab. Der Wettbewerb um Cyber-Spezialistinnen und -Spezialisten ist intensiv. Privatwirtschaft, Forschungseinrichtungen, internationale Organisationen und ausländische Behörden konkurrieren um dieselben Talente.
Der Bund braucht Mitarbeitende, die komplexe Bedrohungen erkennen, Schwachstellen analysieren, rasch auf Vorfälle reagieren und innovative Schutzmassnahmen entwickeln können. Dafür sind attraktive Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten, fachliche Freiräume und internationale Vernetzung entscheidend.
Es stellt sich die Frage, ob die Strukturen der Bundesverwaltung, insbesondere Lohnsystem, Personalrecht, Hierarchien und organisatorische Aufteilung, den besonderen Anforderungen des Cyberbereichs ausreichend Rechnung tragen.
Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
Wie beurteilt der Bundesrat die Fähigkeit des Bundes, hochqualifizierte Cyber-Fachkräfte zu gewinnen, zu entwickeln und langfristig zu halten?
Welche Massnahmen ergreift der Bund, um im Wettbewerb mit Privatwirtschaft, Forschungseinrichtungen und internationalen Organisationen als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben?
Bietet das geltende Lohn- und Personalrecht genügend Flexibilität, um besonders gefragte Fachkräfte im Cyberbereich konkurrenzfähig anzustellen und zu halten?
Welche Laufbahn- und Entwicklungsmöglichkeiten bestehen für Cyber-Fachkräfte innerhalb der Bundesverwaltung?
Wie stellt der Bund sicher, dass Cyber-Spezialistinnen und -Spezialisten Zugang zu aktueller Weiterbildung, internationalen Konferenzen, Übungen und Kursen erhalten?
Erhalten diese Fachkräfte genügend Freiräume, um proaktiv Schwachstellen zu identifizieren, neue Angriffsmuster zu analysieren und unkonventionelle Lösungsansätze zu entwickeln?
Gibt es rechtliche, organisatorische oder kulturelle Hürden, die ein proaktives und innovatives Arbeiten im Cyberbereich erschweren?
Wie beurteilt der Bundesrat das Risiko, dass unklare Zuständigkeiten, fehlender Informationsaustausch oder organisatorische Zersplitterung die Motivation und Bindung von Cyber-Fachkräften beeinträchtigen?