Hochreutener Norbert · Nationalrat · 2010-09-21
Hochreutener Norbert · Nationalrat · Bern · Fraktion CVP/EVP/glp · 2010-09-21
Wortprotokoll
Es geht hier um eine Verlängerung für das Tram Nummer 9 nach Wabern, das Sie ja alle kennen. Ich muss im Sinne der Offenlegung meiner Interessenlage sagen, dass ich aus der betroffenen Agglomeration Wabern komme und man dort seit über dreissig Jahren über diese Tramverlängerung spricht, aber noch nie auch nur einen Meter realisiert hat. Der wesentliche Grund für meinen Antrag ist aber nicht, dass ich aus dieser Region komme, sondern dass ich das Projekt gut kenne und davon überzeugt bin.
Es gibt zwar - das weiss ich auch - eine Art stillschweigenden Konsens, dass wir jetzt hier das Gesamtpaket nicht aufschnüren; das ist mir schon klar. Aber wir sollten doch einmal eine Ausnahme von diesem Prinzip machen, weil es um ein sinnvolles Projekt geht, das eigentlich einfach nur zu spät eingereicht wurde. Wer daran schuld ist, lassen wir mal dahingestellt sein. Es handelt sich um ein kleines Projekt für insgesamt 30 Millionen Franken; auch der Kanton wird einen Teil davon übernehmen. Hier geht es also nicht um 30 Millionen, sondern das ganze Projekt kostet so viel. Mit diesem soll eine bestehende Tramlinie verlängert werden, das macht aus drei Gründen Sinn:
1. Eine neue Einzonung für eine Neuüberbauung wurde erst im März dieses Jahres beschlossen. Es handelt sich übrigens um eine mustergültige Siedlung für verdichtetes Bauen, und da sind dann wesentlich mehr Tramfahrer zu erwarten.
2. Das Projekt ist im Kontext eines Kantons, des Kantons Bern, zu sehen, der die regionalen Verkehrsströme aus der Umgebung von Bern auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen will. Es geht hier, genau wie Herr Bundesrat Leuenberger gesagt hat, um ein Miteinander von Schiene und Strasse.
Aus dem Gürbetal stammt ein riesiger Verkehrsstrom, der mit der Tramverlängerung geschickt an die BLS-Linie angeschlossen werden könnte, und der Verknüpfungsort gibt der ganzen Region Süd von Bern eine neue Dimension. Der Kanton setzt sich deshalb vehement für diese Lösung ein. Das Problem: Leider wartete man etwas lange mit der Planung. Deshalb ist dieses Projekt nun nicht in der Kategorie A vertreten; sonst wäre das wohl keine Frage gewesen.
Der Kanton strebt nun ein Upgrading an, welches der Realität, d. h. den neuen Entwicklungen, entspricht. Die Planung der ganzen Stadt Bern und der Agglomeration Bern, Köniz Süd usw., rechnet stark mit diesem Projekt, das in der Region grosse Akzeptanz findet. Es wurden dafür auch Unterschriften gesammelt usw. Das Volk ist also klar auf dieser Linie.
3. Der Bund hat seinen Entscheid nicht auf den aktuellen Grundlagen aufgebaut; ich habe das teilweise schon gesagt. Aber "aktuell" heisst nicht nur neue Überbauung, sondern auch neuer Verknüpfungspunkt in Kleinwabern - nicht im Weissenbühl, wie immer wieder gesagt worden ist - mit der BLS-Linie aus dem Gürbetal. Die Zahl der Personen, die das Tram täglich nutzen würden, wird auf etwa 8000 geschätzt.
Ich bitte Sie also, meinem Antrag zuzustimmen.