Amherd Viola · Nationalrat · 2010-09-30
Amherd Viola · Nationalrat · Wallis · Fraktion CVP/EVP/glp · 2010-09-30
Wortprotokoll
Von der Poesie zum Pragmatismus, jetzt halt von einer Vegetarierin.
Einer vielfältig genutzten Kulturlandschaft wird höchste Lebensqualität zugesprochen. Dazu gehört die Natur, also eine diversifizierte Pflanzen- und Tierwelt, aber auch die ressourcenschonende Bewirtschaftung durch den Menschen. Das ist nicht zuletzt auch für unseren Tourismus zentral. Es geht also erstens um ein vernünftiges Nebeneinander - oder besser: Miteinander - von Natur und Bewirtschaftung unseres Lebensraums und zweitens um die Wahrung der Handlungsfreiheit, dieses Miteinander auch zu gestalten. Dazu braucht es ein kluges Management des sensiblen Lebensraums in den Alpenregionen, keine romantisierende Verklärung einzelner Tierarten. Es braucht den nötigen Handlungsspielraum. Der jetzige ist in Bezug auf den Wolf zu eng. Die Population der Wölfe muss reguliert werden können, weil es das ökologisch-ökonomische Gleichgewicht erfordert. Verklärende Naturnostalgie ist da ebenso fehl am Platz wie absolutistische Ausrottungsforderungen.
Der Bundesrat hat in seinen Stellungnahmen zu den verschiedenen Vorstösse sein Verständnis dafür signalisiert. Er ist bereit, die Jagdverordnung anzupassen und ein Grossraubtier-Management zu prüfen. Das ist erfreulich. Unverständlich ist dagegen, weshalb er sich ziert, aktiv auf eine Anpassung der Berner Konvention hinzuarbeiten, so, wie es einige meiner Kollegen verlangen und wie auch ich es in meiner Motion fordere. Es geht nicht darum, den Wolf wieder auszurotten, sondern es geht darum, die Entwicklung seit der Unterzeichnung der Berner Konvention zu berücksichtigen und den Schutzstatus des Wolfs so weit zurückzunehmen, dass ein sinnvolles Management auf Dauer möglich ist. Natürlich kann der Bundesrat ein internationales Übereinkommen nicht einfach so in Eigenregie abändern, dazu braucht er die anderen Unterzeichnerstaaten. Ich erwarte aber vom Bundesrat, dass er diesbezüglich die Initiative ergreift.
Noch ein Wort zum Herdenschutz: Zur Ausbalancierung der Wolfspolitik gehört sicher auch die Optimierung des Herdenschutzes - ich betone: die Optimierung, nicht die Maximierung -, aber nicht durch Erpressung mit Direktzahlungen, wie es von linker Seite verlangt wird. Direktzahlungen nur an die, die ständig behirten - das geht nicht, das ist inakzeptabel. Da müssen Sie sich nicht wundern, wenn die Emotionen hochgehen.
Im Interesse einer praktikablen Lösung bitte ich Sie deshalb, meiner Motion zuzustimmen.
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