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Girod Bastien · Nationalrat · 2010-12-07

Girod Bastien · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2010-12-07

Wortprotokoll

Die Grünen haben jetzt innert kurzer Zeit einen Kompromissantrag entworfen. Ich kann nicht garantieren, dass ihn die ganze Fraktion unterstützen wird, weil dieses Thema auch bei uns umstritten ist. Aber trotzdem, in der Sache ist das Anliegen von Herrn Wasserfallen natürlich ernst zu nehmen. Alte Fahrzeuge sind viel ineffizienter punkto CO2 und noch viel mehr, wenn es um die Luftverschmutzung geht. Bei der Luftverschmutzung sind es wirklich nicht nur einige Prozent, sondern die Emissionen sind um den Faktor 10 oder gar 100 grösser. Aber wenn jemand, statt ein neues Auto zu kaufen, lieber auf die Bahn umsteigen möchte, sollte das auch unterstützt werden. In diesem Sinne haben wir eine kleine Modifikation angebracht. Mit dieser kleinen Modifikation würden wir dieses Begehren unterstützen, was ja für die Grünen ganz beachtlich wäre.

Vielleicht noch zum Angriff wegen des Rebound-Effektes: Es ist tatsächlich so, dass ich eine Arbeit zum Rebound-Effekt gemacht habe. Der Rebound-Effekt würde ja besagen, dass in diesem Fall eine solche Prämie dazu führte, dass mehr Autos gekauft würden. Jetzt muss man aber die Situation genau anschauen. Dann sieht man Folgendes: Wenn mehr Autos gekauft würden, wären die Käufer Leute, die sich vielleicht vorher gerade knapp kein Auto leisten konnten. Nachher können sie sich dank dieser Prämie ein Auto leisten. Aber das betrifft hier nur Neuwagen. Der Automarkt ist gestaffelt in einen Neuwagenmarkt und in einen Occasionsmarkt. Leute mit sehr wenig Geld kaufen sich sowieso nie einen Neuwagen, sie kaufen sich immer einen Occasionswagen, der etwa 40 oder 50 Prozent eines Neuwagens kostet. Deshalb ist der Anreiz, den man beim Neuwagen setzt, viel weniger anfällig auf Rebound-Effekte. Es ist auch wichtig, dass man hier Anreize setzt, denn der Neuwagenmarkt bestimmt dann auch das Angebot auf dem Occasionsmarkt. Untersuchungen haben gezeigt, dass auf dem Occasionsmarkt viele Leute gerne ein viel sparsameres Auto hätten. Aber diese sparsamen Autos sind eben nicht auf diesem Markt.

Deshalb kann man auch aus grüner Sicht diesen Kompromissantrag, den Christian van Singer eingereicht hat, unterstützen.