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Kaufmann Hans · Nationalrat · 2010-12-08

Kaufmann Hans · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2010-12-08

Wortprotokoll

Hier bitte ich Sie dringend, die Mehrheit zu unterstützen. Was hier gefordert wird, ist ein unglaublicher Mehraufwand. Ich spreche wirklich von mehreren Hundert Seiten pro Gesellschaft. Lesen Sie, was hier gefordert wird: Man müsse länderweise konsolidieren. Ja, es gibt auch Gesellschaften, die nicht nach Ländern organisiert sind, sondern nach Sparten. Sie müssten eine zweite Rechnungslegung nach Ländern eröffnen, für die gesamten und die konzerninternen Umsätze nach Ländern. Was nützt es, wenn man weiss, was innerhalb eines Landes vom Betrieb A zum Betrieb B geschoben wurde? Wenn Sie das global verstehen - das ist hier eben nicht klar -, dann müssen Sie doch sehen, dass ein grosses Unternehmen vielleicht den Rohstoff in Indonesien einkauft, dann kommt er in die Schweiz oder in eine andere Sammelstelle, und von dort geht er als Zwischenprodukt wieder weiter, und das sollen die Unternehmen alles ausweisen!

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der verkauften Produkte: Sie gehen einfach von der Milchbüchleinvorstellung aus, dass jedes Produkt, das in diesem Jahr verkauft wurde, auch in diesem Jahr produziert wurde. Das ist nicht so. Die Unternehmen müssten das über die einzelnen Jahre rückwirkend ausweisen, und das ist doch in der Praxis gar nicht möglich.

Die Finanzierungskosten: Hier kommt es doch darauf an, in welchen Währungen das ist. Dann werden diese Finanzierungskosten über verschiedene Derivate abgesichert. Wenn die Unternehmen sich in einem Land mit schwacher Währung eben doch in Dollar oder in Franken verschulden, werden sie wohl, damit sie nicht in den Ruin gehen, diese Fremdwährungskredite absichern; das gehört dazu. Ich weiss nicht, wem das etwas bringen soll.

Personalkosten sowie Vollzeitstellen: Das ist gut gemeint, und die meisten Unternehmen in der Schweiz geben Ihnen diese Zahlen auch bekannt, mit Ausnahme eines Grosskonzerns. Der Grund dafür ist eben, dass es verschiedene Arten von Erfolgsrechnungen gibt. Es gibt Absatzerfolgsrechnungen und - wie soll ich sagen? - Herstellungsrechnungen. Bei den einen gibt es eben Produktionskosten, Vertriebskosten, Werbekosten usw., und bei der zweiten Sparte gibt es eben die Materialien, die Personalkosten usw.

Die im Land bezahlten Steuern und Abgaben: Ich meine, dass es sehr schwierig ist, diese pro Land nachzuweisen, Unternehmen exportieren auch, kriegen wieder Mehrwertsteuern zurück.

Es ist unglaublich, was hier für eine Bürokratie verlangt wird! Wenn Sie bedenken, dass es Unternehmen gibt, die über zehntausend verschiedene Produkte herstellen: Die sollen jetzt für jedes Produkt die Anschaffungs- und Herstellungskosten nachweisen? So einen Unsinn habe ich noch nie gesehen! Ersparen Sie bitte unseren Konzernen einen solchen administrativen Leerlauf!

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