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Schwaller Urs · Ständerat · 2011-03-09

Schwaller Urs · Ständerat · Freiburg · Fraktion CVP/EVP/glp · 2011-03-09

Wortprotokoll

Ich werde hier die Berichterstattung über alle drei Vorstösse zusammennehmen.

Wie Sie den Überlegungen, die Ihnen schriftlich vorliegen, entnehmen können, halten wir dafür, dass die Transparenz der Qualität medizinischer Leistungen sicher eine Grundvoraussetzung für eine qualitätsorientierte Steuerung des Gesundheitssystems ist, die es ebenfalls für die Beurteilung neuer medizinischer Therapien und Technologien braucht. Wir haben in der Kommission festgestellt, dass die Datenlage in Qualitätsfragen im Moment zu schwach ist, um gesundheitspolitische Entscheide darauf abstützen zu können. Es geht vor allem auch um die Zusammenführung der verschiedenen vorhandenen Daten und dann um die Auswertung.

Wir haben heute ein hochentwickeltes Gesundheitssystem. Die Patientensicherheit ist in diesem hochentwickelten Gesundheitssystem aber nur ungenügend gewährleistet. Eine Vielzahl von gerade auch internationalen Studien zeigt auf, dass im Durchschnitt jeder zehnte Patient bei seiner Behandlung in einem Spital einen schädigenden medizinischen Zwischenfall erlebt. Auf diese Zahl kam man, indem man die Zwischenfälle berücksichtigte, die in den Krankengeschichten dokumentiert sind. Die Studie geht auch davon aus, dass in der Hälfte aller Fälle die Schwierigkeiten hätten vermieden werden können. Ein Umdenken ist sicher auch notwendig bei den am Krankenbett tätigen Mitarbeitern, und zwar ein Umdenken in dem Sinn, dass aus den Fehlern gelernt wird; wenn ein Fehler passiert, darf man das nicht als Tabuthema unter den Tisch bzw. unter das Bett wischen.

Die Patientinnen und Patienten müssen ferner für die Risiken im Spital sensibilisiert werden, damit sie aktiv zu ihrer Sicherheit beitragen können. Qualitätsdefizite bewirken hohe vermeidbare Kosten, gerade auf der Ebene der Gesundheitssysteme. Es muss davon ausgegangen werden, dass in der Schweiz alleine durch vermeidbare Zwischenfälle rund 350 000 unnötige Spitaltage pro Jahr anfallen - 350 000 unnötige Spitaltage!

Ein letzter Punkt: Die Erhebung und dann auch die adäquate Interpretation von Qualitätsindikatoren sind Voraussetzung, damit die im KVG geforderte Ausrichtung der Spitalplanung auf Wirtschaftlichkeit und Qualität umgesetzt werden kann. Die Kommission hält deshalb dafür, alle drei Motionen anzunehmen, damit die entsprechenden Arbeiten, soweit sie nicht bereits an die Hand genommen wurden, an die Hand genommen werden und damit vor allem die Resultate dann auch entsprechend umgesetzt werden.

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