Studer Heiner · Nationalrat · 2001-05-08
Studer Heiner · Nationalrat · Aargau · Evangelische und Unabhängige Fraktion · 2001-05-08
Wortprotokoll
Wir haben es angetönt und möchten es präzisieren: Wir als Fraktion sind gegen jede Variante, welche nicht sicherstellt, dass Mütter mit Kindern, wenn sie Witwen werden, eine Rente beziehen können. Das heisst also, dass wir in diesem Fall den Antrag der Kommissionsmehrheit nicht als den betrachten, der eine sinnvolle Lösung bringt. Man muss sich überlegen: Soll es die Beibehaltung des geltenden Rechtes sein? Oder wäre der Antrag der Minderheit II (Guisan) der sinnvolle Antrag?
Wir als Fraktion unterstützen den Antrag der Minderheit II. Dass ein Schritt in die Richtung der Gleichstellung getan wird, das können wir mitvollziehen. Wir können aber, wenn wir die gesellschaftliche Realität und auch das Anliegen der Familienförderung ansehen, auf keinen Fall mitvollziehen, dass ein Teil derjenigen Witwen, die Kinder haben, ihren Anspruch verliert.
Wir sind eigentlich froh, dass der Antrag der Minderheit II Leute aus einem breiten politischen Feld hinter sich hat, und wir hoffen, dass dieser deshalb auch eine klare Mehrheit gewinnen kann.
Ich möchte aber etwas ergänzen: Es wird - zu einfach - immer wieder gesagt oder angetönt, Witwer hätten es einfacher als Witwen - nicht, wenn Kinder da sind. Ich erlebe vielmehr, dass Witwer, wenn sie Kinder haben, die hilfloseren sind. Wenn sie voll erwerbstätig sind, ist es sehr teuer, eine Lösung zu finden. Hier stimmt die Gleichung nicht. Witwen haben es häufig einfacher, die Familie zu managen; das Problem ist aber hier, das erforderliche Erwerbseinkommen zu erzielen.
Weil es uns klar ist, dass heute und auch in der nächsten Zukunft - wenn wir die wirtschaftliche Situation und nicht die persönliche in der Familie ansehen - die Frauen immer noch in der schwierigeren Lage sind als die Männer, sind wir der Meinung, dass der Antrag der Minderheit II (Guisan) hier die beste Lösung bringt.