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Ingold Maja · Nationalrat · 2011-09-19

Ingold Maja · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP/EVP/glp · 2011-09-19

Wortprotokoll

Bundesrat Schneider-Ammann nannte in seiner Rede vor den kantonalen Ämtern für Wirtschaft und Arbeit die Beschäftigung und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit als die nächste grosse Herausforderung für die Schweiz. Ich zitiere: "Menschen, die aus dem Arbeitsprozess herausfallen ... sollen möglichst rasch wieder den Schritt zurück ins Erwerbsleben schaffen." Genau! Und auch diejenigen, die die Arbeit schon lange verloren haben, den Wiedereinstieg verpassen und als Langzeitarbeitslose im letzten Netz landen, in der Sozialhilfe, sollen und wollen wieder integriert werden und auf eigenen Füssen stehen. [PAGE 1494] Sie sollen das ganz sicher aus wirtschaftlichen Gründen und um unsere Sozialsysteme nicht zu belasten, aber auch weil der Verlust der Arbeit nicht nur zu Existenzängsten führt, sondern aus der seelischen Balance wirft. Denn wer keine Arbeit hat, fühlt sich ausgeschlossen, gilt als minderwertig und droht auch sein soziales Umfeld zu verlieren.

Noch viel alarmierender ist es für Jugendliche mit schwachem Schulrucksack und ohne Perspektiven, die den Einstieg in eine Ausbildung gar nicht schaffen. Wenn wir nicht in ihre Integration investieren, machen wir den allergrössten Fehler. Schaffen sie den Einstieg nicht mit wenigstens einem Attestausbildungsplatz, riskieren wir ihre dauerhafte Abhängigkeit vom Staat. Darum: Jedem einen Arbeitsplatz, jedem einen Ausbildungsplatz!

In meinem Postulat 10.3738 verlange ich Massnahmen, um schneller mehr Attestausbildungsplätze zu generieren. Leider zeigt eine Kosten-Nutzen-Studie, dass solche Lehrstellen für die Arbeitgeber unattraktiv sind und dass der mangelnde Nutzen die Arbeitgeber bremst, solche zugegeben betreuungsintensiven Lehrplätze einzurichten. Die öffentliche Hand leistet Unterstützung, übernimmt Beratung, regt Verbunde an, aber die finanziellen Mittel dafür werden spärlich gesprochen. Dabei sind das soziale Investitionen, die sich mehrfach auszahlen.

Letztlich kann aber nicht die öffentliche Hand die Lehr- und Arbeitsplätze generieren, sondern nur die Wirtschaft. Nachdem praktisch alle Arbeitsplätze mit geringen Leistungsanforderungen verschwunden sind, liegt die Schaffung von Arbeits- und Lehrstellen namentlich für Leistungsschwache, Ausgesteuerte und Menschen mit einer Behinderung in der Verantwortung der Wirtschaft. Sie ist ein Trumpf für die Zukunft, wie Bundesrat Schneider-Ammann es nannte.