AB 120924
Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2011-09-19
Wortprotokoll
Seit diesem Jahr führt die Luftwaffe die Ausbildung der Militärjetpiloten auf den Turbopropellerflugzeugen des Typs PC-21 durch. Dieses Flugzeug ersetzt in der Pilotenausbildung den Kampfjet F-5 Tiger. Damit konnten die Flugkosten auf die Hälfte und die Umweltbelastungen auf einen Zehntel reduziert werden. Ein PC-21 ist zudem wesentlich leiser als ein Kampfjet F-5. Der Bundesrat ist sich aber der Lärmproblematik bewusst. Das VBS ist daran, mit dem Hersteller Pilatus AG die Machbarkeit von technischen Verbesserungen und deren Wirksamkeit zur Lärmreduktion zu prüfen.
Mit der Einführung des PC-21 konnte die Dauer der Ausbildung um sechs Monate verkürzt werden. Diese Verdichtung lässt kaum mehr Spielraum im Ausbildungsprogramm zu. Ein wesentlicher Teil der Ausbildung findet im Simulator statt. Die Landesflughäfen und die wichtigen internationalen Luftstrassen bestimmen die Struktur des Schweizer Luftraums und reduzieren die Trainingsmöglichkeiten der Luftwaffe stark. In den drei Trainingsräumen Jura, Hohgant und Speer finden nur die flugsicherheitsrelevanten Übungen statt. Der grösste Teil der Ausbildung - rund 60 Prozent - findet ausserhalb dieser Räume im restlichen Schweizer Luftraum statt. Einem Ausweichen in die weniger stark bevölkerten Alpen stehen neben touristischen Interessen vor allem auch technische Gründe entgegen. Die Flugleistungen des PC-21 sind in grösseren Höhen für die Ausbildung ungenügend.
Schliesslich gibt es in den Lufträumen über der Schweiz keine Pausen. Die Sommerpausen finden aus Rücksicht auf die Bevölkerung ausschliesslich im Umfeld der Militärflugplätze statt.