Imoberdorf René · Ständerat · 2011-09-22
Imoberdorf René · Ständerat · Wallis · Fraktion CVP/EVP/glp · 2011-09-22
Wortprotokoll
Wenn der Entscheid die zweite Röhre zu bauen, jetzt bereits gefallen wäre, könnte ich natürlich mein Postulat als nichtig erklären. Aber dem ist nicht so, darum hoffe ich, dass Sie mein Postulat annehmen.
Zurzeit überqueren jährlich etwa 70 000 Lastwagen den Simplonpass. Ich bin nicht dagegen, dass Lastwagen über diesen Pass fahren, aber er hat natürlich auch gewisse Kapazitätsgrenzen. Es zeichnet sich ab, dass der Simplon für Lastwagen immer attraktiver wird, obwohl eine recht grosse Höhendifferenz zu überwinden ist. Insbesondere ist davon auszugehen, dass ein Teil des Lastwagenverkehrs aus dem Süden während der mehrjährigen Sanierung des Strassentunnels durch den Gotthard den Weg über das Wallis wählen wird. Damit wird der Lastwagenverkehr am Simplon weiter zunehmen, und damit wird natürlich auch das Gefahrenpotenzial für die Anwohner weit grösser. In den vergangenen Jahren hatten wir am Simplon zahlreiche spektakuläre Unfälle, von denen die meisten zum Glück glimpflich abgelaufen sind.
In meinem Postulat fordere ich den Bundesrat auf, in Ergänzung zu seinem Bericht zur Sanierung des Gotthard-Strassentunnels den Ausbau der Lastwagenverladekapazität an Simplon und Lötschberg zu prüfen. Dazu sollte der Bundesrat auch den Bau von Verladeterminals für den [PAGE 899] Schwerverkehr im Raum Brig/Visp/Raron, im Raum Thun/Bern und im Raum Domodossola überprüfen. Es geht mir dabei nicht nur um den Transitverkehr; der Simplon ist zusammen mit dem Lötschberg die kürzeste Verbindung vom südlichen Tessin nach Bern, ins westliche Mittelland und in die Westschweiz.
Der Bundesrat hat unserer KVF zugesagt, nicht nur einen Grundlagenbericht zur Sanierung des Gotthard-Strassentunnels zu erstellen, sondern in einem separaten Bericht die Auswirkungen einer sanierungsbedingten Sperrung des Gotthard-Strassentunnels sowie die Auswirkungen des Baus einer zweiten Tunnelröhre auf die beiden Anrainerkantone Uri und Tessin zu eruieren. Das Wallis wird aber genauso wie die anderen Anrainerkantone, wenn nicht noch stärker, von dieser eventuellen Schliessung des Gotthard-Strassentunnels betroffen sein. Darum verstehe ich überhaupt nicht, warum der Bundesrat nicht bereit ist, einen weiteren Bericht zu erarbeiten, der die spezifischen Probleme untersucht, die sich für meinen Kanton bei der Sanierung oder beim Bau einer neuen Tunnelröhre am Gotthard ergeben. Es geht hier natürlich weniger um die volkswirtschaftlichen, sondern mehr um die verkehrstechnischen Folgen.
Ich bitte Sie, das Postulat, bei dem es nur um eine Überprüfung geht, anzunehmen.