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Weibel Thomas · Nationalrat · 2011-12-12

Weibel Thomas · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2011-12-12

Wortprotokoll

Wir Grünliberalen sind für Eintreten auf die Vorlage. Der gesellschaftliche Wert der Musik und des Musikunterrichts ist für uns unbestritten. Die ganzheitliche Bildung umfasst zwingend auch einen qualitativ hochstehenden Musikunterricht. Es ist bekannt: Die musikalische Förderung von Kindern wirkt sich positiv auf die mathematischen und sprachlichen Fähigkeiten aus. In den Pisa-Studien schneiden nämlich diejenigen Länder besonders gut ab, die auch viel Musik unterrichten.

Musikunterricht, der hohen qualitativen Ansprüchen gerecht wird, hat einen immensen kulturellen Wert. Das Erfassen von Weite und Tiefe der Musik erfordert aber eine fundierte Ausbildung. Erst diese fundierte Ausbildung ermöglicht das Wahrnehmen von und den Umgang mit musikästhetischer Vielfalt. Derartige musikalische Bildung kann nur von Lehrpersonen vermittelt werden, die entsprechend qualifiziert sind. Insbesondere hier bestehen aber offensichtlich Mängel. Es ist oft dem Zufall überlassen, ob die Schüler und Schülerinnen im Fach Musik von einer ausreichend qualifizierten Person unterrichtet werden. Ein Hauptziel der Initiative ist deshalb die qualitative Verbesserung des Musikunterrichts. Ein Mittel dazu ist etwa das Festlegen von Standards für den Unterricht und von Eckwerten für die Ausbildung der Lehrkräfte. In beiden Bereichen ist der Handlungsbedarf bekannt. Das hat beispielsweise auch der Musikbildungsbericht aus dem Jahre 2005 aufgezeigt.

Der Zugang zur Musik ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss vermittelt werden. Kinder und Jugendliche, die den Zugang zur Musik finden und Freude daran finden, betreiben Musik weiterhin als Hobby. Aus gesellschaftlicher Sicht ist Musik eine überaus sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Das gilt genau gleich wie für den Sport. Insbesondere bildungsferne Junge haben aber diesen Zugang oft nicht. Im Sinne der ganzheitlichen Bildung soll ihnen die Schule diesen Zugang ermöglichen. Dafür braucht es minimale Standards, insbesondere was die Ausbildung der Lehrkräfte anbelangt.

Die kostenneutrale Umsetzung der Initiative ist möglich und für uns Grünliberale auch eine Voraussetzung. Mögliche finanzielle Implikationen stehen primär in einem Zusammenhang mit den vom Initiativkomitee vorgeschlagenen Massnahmen und sind nicht Bestandteil des Initiativtextes.

Wir Grünliberalen erachten die ordnungspolitischen Bedenken des Bundesrates bezüglich des Eingriffs in kantonale Zuständigkeitsbereiche als durchaus berechtigt. Gleichzeitig anerkennen wir aber klar den Handlungsbedarf. Deshalb treten wir auf die Vorlage ein und werden die Minderheit Aubert unterstützen, welche sowohl die Initiative wie auch den Gegenvorschlag zur Annahme empfiehlt.