Heim Bea · Nationalrat · 2011-12-22
Heim Bea · Nationalrat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2011-12-22
Wortprotokoll
Aus meiner Sicht sprechen die Fakten, die ökonomische Vernunft und die Medizin ganz klar für diese Initiative. Jedes Jahr werden durch passives Mitrauchen in öffentlichen Räumen Hunderte von Millionen Franken an volkswirtschaftlichen Gesundheitskosten verursacht. Ich frage Sie: Wollen wir das wirklich? Es sind Hunderte von Millionen Franken an vermeidbaren Kosten, die sich dann schliesslich auf die Krankenkassenprämien niederschlagen und die Wirtschaft belasten. Wollen wir das in Kauf nehmen? Ist das vernünftig? Ich meine nein.
Ich meine, es ist politisch auch nicht zu verantworten, das Servicepersonal tagtäglich acht bis zehn Stunden dem Dauerrauch auszusetzen. Man könne ja die Stelle wechseln, höre ich da als Argument. Wir wissen doch alle, gerade in der heutigen Zeit, wie schwierig das ist! Das Gastropersonal ist daher meist gezwungen, das Risiko eines Gesundheitsschadens in Kauf zu nehmen, und das ist nicht in Ordnung. Entscheiden wir uns darum für einen flächendeckenden Schutz vor Passivrauchen!
Rund fünfzig Organisationen, darunter die FMH, Pneumologen, Kardiologen, Onkologen, Präventivmediziner, sie stehen alle hinter dieser Initiative, weil sie eben wissen, worum es geht, und weil ihnen die Erfahrung zeigt, was die Folgen sind. Sie weisen alle mit wissenschaftlichen Studien den Nutzen eines besseren Schutzes vor Passivrauchen für Mensch und Wirtschaft nach. Warum handeln wir also nicht danach? Weniger Hirninfarkte, weniger Spitaleintritte, weniger Atemwegerkrankungen usw. - das muss doch unser gemeinsames Ziel sein!
Die Initiative sei eine Freiheitsbeschränkung. Nein! Niemand hat das Recht, anderen ein Risiko wie das Risiko des Passivrauchens zuzumuten.
Rauchend oder rauchfrei die freundliche Bedienung zu geniessen - der Gast kann sich entscheiden. Das Personal hat diese Entscheidungsfreiheit nicht. Ich bin für das Recht auf einen gesunden Arbeitsplatz, für das Recht der Prämien- und Steuerzahler auf eine vernünftige Kostendämpfung im Gesundheitswesen, für das Recht der Wirtschaft auf Rahmenbedingungen, die zum Nutzen aller sind und also auch gesundheitliche Ausfälle reduzieren. Auch im Interesse der Restaurants, des gemütlichen Zusammensitzens in den Beizen, ist diese Initiative zu befürworten. In rauchfreien Räumen wird gemäss den Zahlen von Gastrosuisse mehr konsumiert. Die Fumoirs sind also eine gute Investition, auch wenn sie in Zukunft ohne Bedienung sein werden.
Sagen Sie darum Ja zu dieser Initiative, sie schafft klare Verhältnisse und ist gut für die Gesundheit.