Galli Remo · Nationalrat · 2001-06-11
Galli Remo · Nationalrat · Bern · Christlichdemokratische Fraktion · 2001-06-11
Wortprotokoll
Grundsätzlich herrscht ob dieser ständerätlichen Rückweisung Wut und Enttäuschung. Das ist eine kulturlose Art, mit der Filmkultur der Schweiz umzugehen. Für eine verbesserte und erhöhte Filmförderung sind alle, sagen sie. Das sei für unsere vielfältige Kultur, für unser Image, für unsere Schweizer Kultur schlechthin bitter nötig. Aber da wurde schon im Vorfeld kleinlich administrativ mit Vorwänden gefeilscht, statt dass mit einer einfachen Lösung, einer simplen, selbstverständlichen Abgabe nach Treu und Glauben z. B. versucht wurde, zu erreichen, dass nicht schon im Vorfeld einiger Sand ins Getriebe kam.
Sicher, das Filmgesetz ist kein Meisterwerk. Aber bei der "Réduit-Gesinnung" der Kino- und Filmverleihbranche ist eine noch mögliche Lösung auf kleinem Nenner geboren worden.
Die Rückweisung des Ständerates ärgert noch aus einem anderen Grund: Einige "Ständerat-Cracks" äusserten sich im Sinne "Lieber kein Filmgesetz, dafür 10 bis 15 Millionen Franken an Filmkrediten". Aber das wurde nur gesagt, es folgten nach Worten keine Taten. Diese einfache Alternative wurde nicht gewählt.
Zum Glück gibt es noch die "idée suisse", es gibt noch Bier, es gibt noch Bier-Beizen, und da entstand keine "Bier-Idee", sondern immerhin eine "Bieri-Idee". Wir können jetzt hoffen, dass auf einem allerkleinsten Nenner doch noch die Förderung, die Rettung, der Aufbau einer weiteren Schweizer Filmkultur stattfindet.
Wir hoffen, dass dem zugestimmt wird und dass dann - um es zynisch zu sagen - vielleicht ein Dokumentarfilm über ein ständerätliches Trauerspiel zum Filmgesetz entsteht.
Folgen Sie der Kommission, der besseren Filmjury, und weisen Sie mit uns die Rückweisung des Ständerates zurück.