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Bortoluzzi Toni · Nationalrat · 2012-06-05

Bortoluzzi Toni · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-06-05

Wortprotokoll

Frau Thorens Goumaz möchte mit ihrem Postulat das Ernährungsverhalten der Menschen in unserem Land verändern. Das ist natürlich ihr gutes Recht; ich bin darüber auch nicht sonderlich erstaunt. Sie glaubt, durch eine Umstellung unserer Essgewohnheiten könnten Transporte, Treibhausgasemissionen und alle solchen umweltbelastenden Dinge vermieden werden. "Klimabilanz verbessern" ist das Thema. Sogar das Abholzen von Wäldern wäre nicht mehr nötig - oder nicht mehr in diesem Umfang nötig -, weil kein Soja für die Herstellung von Tierfutter mehr angebaut werden müsste.

Immerhin will das Postulat den Menschen also klarmachen: Weniger Fleisch essen heisst das Klima verändern - oder es zumindest etwas verbessern. Es scheint mir etwas weltfremd zu sein, aber man kann das natürlich glauben. Was mich nun aber viel mehr erschüttert, ist die Tatsache, dass der Bundesrat, der sich nach jeder Mittwochsitzung mit den besten Filetstücken den Bauch vollschlägt, das Postulat annehmen will. Er findet in seiner Stellungnahme: "Deshalb sind Veränderungen im Ernährungsverhalten nötig, um global ein langfristig klimaverträgliches Emissionsniveau erreichen zu können." Weiter unten schreibt er: "Der Bundesrat ist jedoch bereit, den Klimaaspekt im Bereich Lebensmittelkonsum vertieft zu betrachten und Vor- und Nachteile verschiedener Formen von nachfragebezogenen Massnahmen aufzuzeigen."

Frau Bundesrätin, ich teile Ihre Meinung nicht. Ich meine, das ist Beschäftigungstherapie für die Bundesverwaltung, und das ist nicht nötig. Ich teile zudem die Meinung nicht, dass der Staat den Speisezettel der Bürgerinnen und Bürger zu schreiben hat. Darum beantrage ich die Ablehnung dieses Postulates.