Hess Hans · Ständerat · 2012-09-20
Hess Hans · Ständerat · Obwalden · FDP-Liberale Fraktion · 2012-09-20
Wortprotokoll
Ich war einmal Mitglied des Verwaltungsrates der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees. Offenbar geht da die Beurteilung auseinander.
Ich bin der Meinung: Die Behauptung, dass die Sicherheit da im Vordergrund stehe, trifft eigentlich nicht zu. Es ist doch so: Das Windsurfen, wenn man von Gefährlichkeit spricht, ist doch ebenso gefährlich wie das Kitesurfen. Da kann man auch mit einem Motorschiff oder einem Dampfschiff kollidieren. Ich bin der Meinung: Heute ist es eigentlich selbstverständlich, dass ein Kitesurfer eine Lizenz des Verbandes Deutscher Wassersportschulen hat oder sogar eine internationale Kiteboarding Karte, damit er surfen kann. Ich weiss nicht so recht, ob sich alle die richtige Vorstellung vom Kitesurfen machen. Da können Sie sich nicht einfach auf den See stellen und denken: Wenn der Wind kommt, trägt es mich weg. Das ist eine sehr anspruchsvolle Sportart, und ich bin überzeugt: Das wird nie ein Massensport. Aber was man machen darf, ist doch, dass den Kitesurfern der Schweiz ermöglicht wird, auf Schweizer Seen zu trainieren, damit sie an der nächsten Olympiade 2016 nicht wegen zu vieler Verbote allenfalls noch ausser Konkurrenz starten müssen.
Ich sage es, und das ist wirklich meine Überzeugung: Der Kanton Uri ist eigentlich vorbildlich. Der Kanton Uri macht das, was die Kitesurfer im Grunde genommen auch wünschen: Er scheidet Zonen aus, in denen man kitesurfen darf, und Zonen, in denen man nicht kitesurfen darf. Die anderen Kantone machen es sich einfach: Sie verbieten das Kitesurfen einfach überall. Da ist meine Grundhaltung: Einfach nur verbieten - so geht es nicht. Ich bin der Meinung, da dürften wir ein bisschen liberaler sein und sagen: Ja, gut, denen, die das wollen, wollen wir es doch nicht verbieten.
In dem Sinne und im Sinne des Bundesrates bitte ich Sie, die Motion anzunehmen.