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Eymann Christoph · Nationalrat · 2001-06-19

Eymann Christoph · Nationalrat · Basel-Stadt · Liberale Fraktion · 2001-06-19

Wortprotokoll

Ich bitte Sie, den beiden Initiativen Folge zu geben. Sie zeigen die Richtung auf, in welcher korrigiert werden muss, ohne das Feld von vornherein zu stark einzuengen. Arbeitsrechtsgelehrte werden auf dieser Basis in der Lage sein, eine Verbesserung gegenüber dem heutigen, unhaltbaren Zustand zu bewirken. Denken Sie bitte an kleine und mittlere Unternehmen: Diese haben grosse Schwierigkeiten beim Erstellen von Arbeitszeugnissen; denken wir aber auch an die Arbeitnehmerin und den Arbeitnehmer, die doch Anspruch auf eine klare Aussage haben, die nicht erst unter Zuhilfenahme weiterer Literatur entschlüsselt werden muss.

Es hat sich leider eine Praxis ausgebildet - die Kommissionssprecher haben darauf hingewiesen -, die nicht akzeptiert werden kann. Es geht doch nicht an, dass jemand, der ein Zeugnis erhalten hat, zuerst Rat bei Personen suchen muss, die mehr davon wissen, um zu verstehen, was der Arbeitgeber jetzt wirklich sagen wollte. Wir alle kennen die Floskeln von "hat sich bemüht" bis zu Ausreden, in denen eine Tätigkeit beschrieben wird, die an sich nicht wichtig war, womit dann aber verschwiegen wird, dass eine andere Tätigkeit vielleicht nicht so gut gemacht worden ist. Eine solche Praxis ist auch unwürdig. Unser Land lebt von einer echten und engen Sozialpartnerschaft, und dazu gehört auch Vertrauen.

Grossbetriebe machen es erfolgreich vor: So können zum Beispiel Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergespräche, die vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer unterzeichnet werden, eine Grundlage für ein Zeugnis bilden. Es bleibt dann immer noch genügend Raum für eine subjektive Beurteilung durch die Arbeitgeberschaft.

Machen Sie den Weg frei für bessere Lösungen, die für Arbeitgeber und Arbeitnehmer mehr bringen, indem Sie die Initiativen unterstützen und ihnen Folge geben.