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preparatory:AB 129884

Gutzwiller Felix · Ständerat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2011-06-15

Wortprotokoll

Ich möchte mir auch noch einige Bemerkungen gestatten:

1. Ich möchte nochmals betonen, gerade auch nach den Ausführungen des Präsidenten der Finanzkommission, wie wichtig dieser Sektor als Wirtschaftsfaktor heute geworden ist. Das steht immer etwas im Hintergrund, aber die Kreativwirtschaft ist heute einer der interessantesten und zukunftsfähigsten Wirtschaftszweige, die wir haben. Lesen Sie einmal die Kreativwirtschaftsberichte, die es heute in bestimmten Kantonen gibt! Einen solchen Bericht gibt es beispielsweise im Kanton Zürich. Sehen Sie sich auch die Zahlen an! Man schätzt heute, es seien ungefähr 5 Prozent des BIP, das sind 20 bis 30 Milliarden Schweizerfranken Bruttowertschöpfung pro Jahr. Das ist deutlich mehr, als etwa die Uhrenindustrie oder der Chemiesektor an Bruttowertschöpfung bringen. Das sind 200 000 bis 250 000 Arbeitsplätze - das ist also ein wichtiger Sektor.

Zudem attestieren alle dieser Kreativwirtschaft ein grosses Wachstumspotenzial, gerade in Gesellschaften wie der Schweiz, und sie ist, das sieht man vielleicht auch zu wenig, ein ganz wichtiger Vorreiter für die wissensbasierte Ökonomie und Gesellschaft, die wir anstreben. Denken Sie beispielsweise an die Ansiedlung des Walt-Disney-Labors für Animation an der ETH Zürich. Das sind ganz entscheidende Zeichen, die genau aufzeigen, wie der zukünftige Zusammenhang zwischen der Kreativwirtschaft und der wissensbasierten Ökonomie zu sehen ist. Es ist ein Glücksfall, aber auch kein Zufall, dass sich solche Einrichtungen hier finden, die die Brücke zwischen Kreativität und Wissenschaft schlagen. Es gibt andere leuchtende Beispiele: Denken Sie an gewisse Exponate der Biennale oder der Art Basel, die zurzeit läuft. Das ist also ganz sicher ein wichtiger Sektor, der durchaus etwas bringt und nicht nur kostet.

2. Was ist überhaupt die Rolle der öffentlichen Hand in diesem Bereich? Ich glaube, die Botschaft macht das deutlich: In vielen Bereichen muss sie subsidiär bleiben, das ist richtig, und es wurde darauf hingewiesen. Die Privaten sorgen für die Vielfalt in den kulturellen Angeboten, in der kulturellen Entwicklung. Das soll auch so bleiben. Aber die öffentliche Hand, die Städte, die Kantone und der Bund, spielt eine wichtige Rolle - das wird in der Botschaft ausgewiesen -, und zwar vor allem im Bereich des Zugangs zur Kultur. Hier gibt es nach wie vor beträchtliche Unterschiede in der Bevölkerung. Die Kulturvermittlung, der Zugang zur Kultur, ist ein wichtiges Anliegen der öffentlichen Geldgeber, und ich glaube, auch der Kulturaustausch im Inland, gerade in unserem vielsprachigen Land, aber auch mit dem Ausland ist ganz entscheidend, und schliesslich sind die Rahmenbedingungen für die vorher erwähnte Kreativwirtschaft sehr wichtig. Auch hier kann die öffentliche Hand einiges beitragen.

3. Wir werden nachher bei den einzelnen Finanzierungsbeschlüssen noch auf verschiedene Fragen eintreten. Ich bin überzeugt, dass die Schweiz im Bereich der visuellen Künste zulegen kann, auch im Rahmen dieser Botschaft. Filmförderung ist ein Thema, aber auch die Fotoförderung, die in der Schweiz auf einem hohen Niveau ist, was vom Ausland beneidet wird, und die mit dem Wechsel vom BAG zu Pro Helvetia keinesfalls schlechter dastehen sollte. Dazu werde ich dann aber noch einige Ausführungen machen.