Bischofberger Ivo · Ständerat · 2012-09-18
Bischofberger Ivo · Ständerat · Appenzell I.-Rh. · Fraktion CVP-EVP · 2012-09-18
Wortprotokoll
Die Ausgangslage ist klar, sie wurde von Kollege Gutzwiller skizziert. Gemäss aktueller Umfrage haben wir auf der Tertiärstufe 16 000 offene Mint-Stellen, wovon jede elfte nicht besetzt werden konnte. Ein Gleiches in der Berufsbildung: Die Nachfrage nach Lehrstellen in anforderungsreichen technischen Berufen liegt deutlich tiefer als das Angebot. Es darf dabei ausserdem nicht [PAGE 781] verhehlt werden, dass der Fachkräftemangel nicht nur im Mint-Bereich besteht, sondern auch in verschiedenen anderen Bereichen - Stichwörter sind Pflegeberufe, Gesundheitswesen und andere mehr.
Zur Verbesserung dieser sicher unbefriedigenden Situation sind in verdankenswerter Weise auch schon verschiedene Massnahmen eingeleitet worden: Die BFI-Botschaft 2013-2016 sieht eine verstärkte Förderung der qualifizierten Nachwuchskräfte für Wissenschaft und Wirtschaft vor, die ETH fördert diese Fachkräfte in einem separaten Kompetenzzentrum unter dem Titel "Lehren und Lernen", die Universitäten, Fachhochschulen wie auch der Schweizerische Nationalfonds und die Akademien der Wissenschaften bemühen sich hierin ebenfalls mit differenzierten fachspezifischen Angeboten und Initiativen. Nicht unerwähnt bleiben dürfen sicher die Initiativen und Anstrengungen der Organisationen der Berufs- und Arbeitswelt, von Stiftungen, Vereinigungen und last, but not least, sicher auch von "Schweizer Jugend forscht".
Für die Zukunft - und hier setzt die vorliegende Motion nun an - gilt es, ein Ziel zu verfolgen: Alle Bildungseinrichtungen sollen sich auf allen Ebenen für eine kontinuierliche Förderung dieser Bereiche einsetzen, so speziell auch die Volksschule wie auch die Sekundarstufe I, welche indiskutabel in den Kompetenzbereich der Kantone fallen. Da aber in den vergangenen Jahren aufgrund immer wiederkehrender und für mich persönlich zu häufiger Revisionen in Lehrplan, Curriculum und Stundentafel die Fächer Mathematik, Informatik, Technik und vor allem die Naturwissenschaften im Vergleich zu den geisteswissenschaftlichen Fächern sicher nicht förderlich behandelt wurden, ist es zurzeit ein Gebot der Stunde, dieser Thematik im Volksschulbereich ein spezielles Augenmerk zu schenken. Es geht darum, ein Augenmerk darauf zu legen, dass die Freude, das Interesse, die intellektuelle Neugier an diesen Fächern bei den Schülern - und vor allem bei den Schülerinnen, denn dort liegt meiner Meinung nach ein riesiges Potenzial - bereits auf der Primar- und Sekundarstufe geweckt werden.
Hierfür sind verschiedene Massnahmen zu treffen, und diese Massnahmen sind nicht nur einzuleiten, sondern dann auch umzusetzen. So ist es ausserordentlich zu begrüssen, wenn der Bundesrat im Rahmen seiner Kompetenzen und entsprechend der Erklärung aus dem Jahr 2011 von EDI, EVD und EDK zu den gemeinsamen bildungspolitischen Zielen für den Bildungsraum Schweiz in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen alles daransetzt, das berechtigte Anliegen der Motion aufzunehmen und weitere erfolgversprechende Massnahmen zu realisieren.
In diesem Sinne danke ich dem Bundesrat für die Annahme der Motion.