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Galladé Chantal · Nationalrat · 2012-03-14

Galladé Chantal · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-03-14

Wortprotokoll

Der heutige Sitzungsrhythmus stammt aus einer Zeit, als einiges noch anders war. Die Zugreisen nach Bern dauerten viel länger, und das Parlament war noch etwas anders zusammengesetzt. Es bestand zum Beispiel nur aus Männern, und es war viel älter. Heute ist unser Parlament heterogener zusammengesetzt, und das ist auch gut so. Wir haben Frauen und Männer, wir haben Junge und Alte, wir haben Erwerbstätige und Nichterwerbstätige, wir haben Väter und Mütter von zum Teil noch kleinen Kindern. Ich glaube nicht, dass wir, wenn wir das Parlament heute neu gründen würden, auf genau diese Sitzungszeiten und diesen Sitzungsrhythmus kämen. Wir würden sie kaum noch einmal so beschliessen, wir kämen vielleicht auf andere Ideen.

Meine parlamentarische Initiative ist nichts Grosses. Ich habe sie deshalb eingereicht, weil mir Mitglieder aus allen Parteien - wirklich allen Parteien - erzählt haben, wie schwierig es ist, wenn sie zum Beispiel noch eine Ausbildung machen, wenn sie Kinder haben, wenn sie ein Geschäft haben oder wenn sie angestellt sind. Die Vereinbarkeit all dieser Aufgaben ist manchmal fast unmöglich, weil wir ja einen sehr unregelmässigen Sitzungsrhythmus haben - Blöcke von drei Wochen und Kommissions- und Fraktionssitzungen an unterschiedlichen Tagen.

Meine parlamentarische Initiative will einzig und allein - deshalb bitte ich Sie, ihr in einer ersten Phase Folge zu geben, weil wir das sonst nicht tun können -, dass einmal Modelle aufgezeigt werden, wie man es auch noch machen könnte. Das ist noch nicht die Wahl eines anderen Modells, das heisst nicht, dass wir uns jetzt auf etwas festlegen. Es heisst nur - und die Verwaltung hat mir bestätigt, dass sie das gerne machen würde und dass es Überlegungen und Modelle gibt, die sie präsentieren könnte -, dass wir einmal überlegen, ob es nicht vielleicht etwas gibt, das unsere parlamentarische Arbeit mit der Familienarbeit, der Erwerbsarbeit, der Weiterbildung oder der Ausbildung besser kombinierbar macht.

Ich denke, es ist auch sehr wichtig, dass wir uns nicht von unserem Mandat abhängig machen. Jeder von uns kann jederzeit abgewählt werden, es kann sich in unserem Leben etwas verändern. Es ist wichtig, dass die, die gehen wollen, gehen können und nicht bleiben müssen, nur weil sie neben ihrem Mandat nichts anderes tun konnten.

Damit wir diese Unabhängigkeit wahren und diese Vereinbarkeit gewährleisten können und weil die Arbeitslast doch immer intensiver wird und wir mit den Jahren immer mehr zu tun bekommen haben, bitte ich Sie, dieser parlamentarischen Initiative in einer ersten Phase einfach einmal eine Chance zu geben, damit wir solche Modelle überhaupt diskutieren können.