Lachenmeier-Thüring Anita · Nationalrat · 2010-06-18
Lachenmeier-Thüring Anita · Nationalrat · Basel-Stadt · Grüne Fraktion · 2010-06-18
Wortprotokoll
Landesverteidigung in unserem Sinn bedeutet, Verantwortung für das Land zu übernehmen. Darunter verstehen wir den sorgsamen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen, den Landschafts- und den Umweltschutz.
Was heisst das in Bezug auf den Antrag der Minderheit Müller Geri, welche zwei Militäranlagen mit Solar- und Geothermieanlagen versehen will? Wer ein Land schützen will, muss sich für eine nachhaltige Energieproduktion, das heisst für die Verwendung von erneuerbaren, umweltfreundlichen Energien, einsetzen. Dazu gehören neben der gut genutzten Wasserkraft die Sonnenenergie, die Geothermie und die Windenergie. Mit der Förderung der Nutzung dieser Energien kann man gleich mehrere Ziele verfolgen:
1. Die Nutzung erneuerbarer Energien macht die Schweiz unabhängig vom Import von Öl, Gas und Uran, unabhängig vom Ausland.
2. Mit erneuerbaren Energien kann der Energiebedarf der Schweiz gedeckt werden, sodass AKW, welche eine grosse Gefahr für die Schweiz darstellen und schlimmstenfalls als Zielscheibe von Terroranschlägen dienen können, stillgelegt werden können.
3. Wenn wie im vorliegenden Fall grosse Dachflächen zur Verfügung stehen, kann eine Solaranlage günstigen Strom produzieren oder auch Warmwasser erzeugen, Produkte, welche selbst gebraucht oder weiterverkauft werden können. Die Armee kann die Fläche auch an Dritte weitervermieten und kann hier auch finanziell etwas hereinholen.
Aus grüner Sicht gibt es nur einen Grund, diesem Antrag skeptisch gegenüberzustehen: Wenn die Armee auf den Geschmack kommt und alle Anlagen in Alternativkraftwerke umwandelt, wird es für uns sehr schwierig sein, die Militäranlagen später wieder zurückzubauen. Doch bis es so weit ist, wird es noch einige Jahre dauern.
Stimmen Sie darum bitte diesem Antrag zu.