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Teuscher Franziska · Nationalrat · 2008-03-06

Teuscher Franziska · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2008-03-06

Wortprotokoll

Bei meiner parlamentarischen Initiative geht es um ein Ding, das offenbar für 198 Leute unter uns unentbehrlich ist; nur zwei verzichten gemäss Medienberichterstattungen auf dieses Ding. Es geht um das Handy. [PAGE 146]

Wir wissen, dass in der Schweiz mittlerweile 6,5 Millionen Handys im Verkehr sind, aber wir wissen eigentlich noch sehr wenig über die effektiven Risiken, welche mit dem täglichen Benutzen des Mobiltelefons verbunden sind. Mit meiner parlamentarischen Initiative will ich niemandem vorschreiben, wie er sein Handy brauchen soll. Ich möchte aber, dass wir uns der möglichen Risiken und Gefährdungen bewusster sind, wenn wir ein Handy kaufen. Deshalb verlange ich mit meiner parlamentarischen Initiative, dass beim Handykauf darüber informiert wird, welche möglichen Gefährdungen der Gebrauch des Handys beinhalten kann.

Die Strahlenbelastung eines Handys ist zwar klein, aber erfolgt für viele Handybenutzer und -benutzerinnen täglich und mehrmals. Heute ist weder die Feststellung, Telefonieren mit dem Handy sei gesundheitsschädigend, noch die gegenteilige Feststellung, Telefonieren mit dem Handy habe keinen Einfluss auf die Gesundheit, wissenschaftlich eindeutig untermauert. Denn Langzeitstudien fehlen in diesem Bereich noch weitgehend, weil der Handyboom erst in den letzten Jahren eingesetzt hat. Bis zum heutigen Tag kann nicht abschliessend beantwortet werden, was die Handystrahlung in unserem Körper bewirkt.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat in einem Bericht dargelegt, welche gesundheitlichen Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern ausgehen. Das BAG hat in diesem Bericht auch darauf hingewiesen, dass der Vorsorge eine grosse Bedeutung zukomme und dass in der Schweiz die Information der Konsumentinnen und Konsumenten in diesem Bereich ungenügend sei. Fazit des Berichtes: Die Schweiz müsse konkret sogenannte Softmassnahmen verbessern, mit vermehrter Information und durch bessere Zusammenarbeit. Vorsorge ist gerade auch deshalb wichtig, weil der Handymarkt in der Schweiz boomt. Gemäss den Zahlen vom letzten Jahr sind bereits 6,5 Millionen Handys auf dem Markt. Die Handynutzerinnen und -nutzer werden immer jünger. Die Handyhersteller drängen mit immer neuen Geräten auf den Markt und umwerben insbesondere Kinder und Jugendliche als neue Kundschaft. Aber gerade in Bezug auf die Entwicklung eines Körpers weiss man sehr wenig darüber, was für Auswirkungen elektromagnetische Strahlen überhaupt haben können. Deshalb ist unter medizinischem Gesichtspunkt davon auszugehen, dass Handystrahlungen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen die Gesundheit und die Entwicklung beeinflussen können.

Ich schlage Ihnen mit meiner parlamentarischen Initiative eine Softmassnahme vor, wie sie das BAG verlangt. Handypackungen sollen mit einem Hinweis versehen werden, wonach der Gebrauch des Gerätes die Gesundheit, insbesondere diejenige von Kindern und Jugendlichen, beeinträchtigen könne. Diese Massnahme ist moderat und angemessen in einem Bereich, in dem wir nicht wissen, welches die Auswirkungen auf unsere Gesundheit sind. In anderen Ländern ist sie bereits umgesetzt worden. Intensiv hat sich Österreich mit dieser Frage beschäftigt. Die Österreichische Ärztekammer hat diesem Thema eine grosse Kampagne gewidmet. Seit Februar 2007 wird in Österreich beim Handykauf ein Informationsblatt abgegeben: "Strahlende Informationen - 10 medizinische Handy-Regeln". Jeder, der ein Handy kauft, bekommt dieses Faltblatt in die Hand gedrückt. Weiter noch ist Frankreich. Das französische Gesundheitsministerium hat eine Broschüre über den vorsorglichen Umgang mit dem Mobiltelefon ausgearbeitet. Diese muss seit 2003 bei jedem Handykauf vom Händler abgegeben werden. Diese Broschüre habe ich hier. Jene, die das wollen, können gerne hineinschauen. Da wird zum Beispiel festgehalten: "Conseillez à vos enfants un usage modéré du téléphone mobile."

Ich bitte Sie daher, meiner parlamentarischen Initiative heute Folge zu geben. Für mich hat Information beim Kauf eines Gerätes eine hohe Priorität. Hier haben wir Nachholbedarf. Österreich und Frankreich machen uns vor, wie man diesen Bereich regeln könnte.