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Guhl Bernhard · Nationalrat · 2013-03-14

Guhl Bernhard · Nationalrat · Aargau · Fraktion BD · 2013-03-14

Wortprotokoll

Ich wollte eigentlich Herrn Nordmann eine Frage stellen, jetzt stehe ich aber als Sprecher der BDP-Fraktion hier und habe viel mehr Redezeit, was auch gut ist.

Herr Nordmann hat sinngemäss gesagt, es brauche keine Installationen mehr im Netz, wenn man den Strom mit der eigenen Fotovoltaikanlage auf dem Dach selbst produziere; das stimmt eben genau nicht. Wer eine Fotovoltaikanlage aufs Dach baut, der braucht genau gleich seinen Anschluss ans Stromnetz mit Niederspannungsleitungen, mit dem entsprechenden Transformator im Ortsnetz. Diese Ausbauten braucht es also auch. Herr Girod hat gesagt, es gebe sogar eine Entlastung im Netz, weil lokal eingespiesen werde; das stimmt eben auch nicht. Aufgrund der vielen Fotovoltaikanlagen, die es bereits gibt, hat man in Ortsnetzen bei viel Sonnenschein teilweise massive Spannungsüberhöhungen, und bei Dunkelheit muss man dann schauen, wie man die Spannung halten kann. Es ist auch schon die Rede davon, regulierbare Ortsnetztransformatoren zu installieren.

Die Kosten werden mit diesen dezentralen Einspeisungen für das Niederspannungs- und Mittelspannungsnetz viel höher sein als jetzt. Diese Kosten müssen von jemandem getragen werden. Ich bin der Meinung, dass sie von allen Bezügern und Einspeisenden getragen werden müssen, unabhängig davon, wie viel Energie sie übers Jahr dann einspeisen. Es ist nämlich auch davon abhängig, wie viel sie quasi in jeder Sekunde brauchen. Es gibt einerseits Zeiten, in denen ein solcher Stromlieferant trotzdem Strom vom Netz bezieht, und andererseits speist er irgendwann dann wieder Strom ein.

Was die Formulierung des Einzelantrages Gasche betrifft, bin ich auch davon überzeugt, dass sie verbesserungsfähig ist. Damit der Ständerat diesen Punkt aber anschauen kann, bitte ich Sie, diesen Einzelantrag jetzt nicht konsequent abzulehnen. Ich bitte diejenigen, die sagen, das müsste später kommen usw., sich wenigstens der Stimme zu enthalten und diesen Antrag nicht abzulehnen, damit der Ständerat die Formulierung noch verbessern und die Problematik verfolgen kann.