Noser Ruedi · Nationalrat · 2013-11-27
Noser Ruedi · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2013-11-27
Wortprotokoll
Frau Aubert, als ehemalige WBK-Präsidentin kennen Sie meine genetische Herkunft: Ich habe zwanzig Jahre Bildungspolitik gemacht. Die berufliche Bildung und Weiterbildung liegt uns beiden am Herzen; das dürfen wir, glaube ich, beide sagen.
Ich möchte auch betonen: Wir haben in unserer Firma in den letzten vier Jahren zwanzig neue Erstlehrjahr-Stellen geschaffen. Wir arbeiten intensiv daran. Ich muss Ihnen aber auch sagen: Ich sehe dort die Verantwortung mehr bei den Firmen und bei den Betroffenen und nicht unbedingt beim [PAGE 1851] Staat. Ich möchte betonen: Unsere Branche hat eine Initiative lanciert, damit es tausend neue Lehrstellen gibt. Wir sind heute an dem Punkt angelangt, dass wir die Lehrstellen, die wir haben, nicht mehr alle besetzen können.
Es kommt also nicht von ungefähr, wenn ich sage: Wenn Sie einem 16-Jährigen ohne Ausbildung 4000 Franken bieten und wir auf der anderen Seite einem Erstlehrjahr-Stift ein vierjähriges Lehrprogramm bieten, das relativ teuer ist, und ihm vielleicht 700 oder 800 Franken Lohn bezahlen, dann wird es in Zukunft schwierig sein, den jungen Menschen für diese Lehre zu motivieren. Genau das bewirkt aber die Mindestlohn-Initiative.