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Bischofberger Ivo · Ständerat · 2011-09-19

Bischofberger Ivo · Ständerat · Appenzell I.-Rh. · Fraktion CVP/EVP/glp · 2011-09-19

Wortprotokoll

Vorab danke ich dem Bundesrat bestens für die Antworten auf die entsprechenden Fragen in meiner Interpellation. Vor allem danke ich für die hohe Bedeutung, welche der Bundesrat der Nanotechnologie mit Blick auf die Zukunft für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Schweiz zumisst. Ebenso danke ich für die unlängst erfolgte materielle Unterstützung der Projekte von "Swiss Nano-Cube" bis 2012 durch das BBT. Dadurch unterstreicht der Bundesrat den Handlungsbedarf in dieser bildungspolitisch wichtigen Aufgabe; dies auch unter Berücksichtigung der strategischen Zielsetzungen in den Bereichen wie Mint-Förderung und Technologiedialog.

Dennoch will ich im Folgenden - wirklich kurz - auf drei Schwerpunkte aus den Antworten des Bundesrates zu sprechen kommen.

Erstens zum Aktionsplan "Synthetische Nanomaterialien": Der Bundesrat geht in seiner Antwort nur sehr marginal auf das Thema "Aus- und Weiterbildung" ein, welches im genannten Aktionsplan überdies mit keinem Wort erwähnt wird. Hier bitte ich den Bundesrat, Möglichkeiten ins Auge zu fassen, um den aktuellen Stand nachhaltig zu verbessern, denn Aus- und Weiterbildung sind unabdingbare Voraussetzungen für einen späteren Dialog, z. B. das "Leuchtturmprojekt für Berufsbildung für Mint-Fachkräfte".

Zweitens die Vermittlung von Bildungsinhalten: Der Bundesrat schreibt in der Antwort zu Frage 3: "In der Berufsbildung bewährt es sich, dass die Festlegung der theoretischen und der praktischen Bildungsinhalte in der Verantwortung der Organisationen der Arbeitswelt liegt." Hierbei stelle ich mir die Frage, ob im Bereich der Nanotechnologie die genannten Stellen der Arbeitswelt zurzeit nicht überfordert sind, dies vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass für Nanotechnologie aktuell noch kaum Lehrmittel respektive Ausbildungsprogramme für Lehrkräfte existieren, welche eine fundierte Auseinandersetzung mit den Grundlagen in Physik und Chemie dieser sogenannten Querschnittstechnologie ermöglichen und schliesslich garantieren.

Drittens zur Anschubfinanzierung durch den Bund und zur Weiterführung durch die Organisationen der Arbeitswelt: Der Bundesrat schreibt in seiner Antwort zu Recht, dass verschiedene Projekte, darunter auch dasjenige von "Swiss Nano-Cube", gemäss Artikel 54 des Berufsbildungsgesetzes zu befristen sind und dass die längerfristige, nachhaltige Weiterentwicklung und Umsetzung den Organisationen der Arbeitswelt respektive den interessierten Kreisen anheimgestellt sei. Aufgrund der bei verschiedenen Projekten dieser Art gemachten Erfahrungen bitte ich den Bundesrat zu [PAGE 838] prüfen, ob es allenfalls nicht sinnvoll wäre, das Prinzip der Anschubfinanzierung durch eine garantierte langfristige Finanzierung im Sinne eines klar formulierten und definierten Leistungsauftrags durch den Bund zu ersetzen. Eventuell könnte diese Thematik in die Bearbeitung des Berichtes der Bundesämter im Zusammenhang mit der Finanzierung für die Plattform von "Swiss Nano-Cube" im Bereich der Aus- und Weiterbildung, welche ja auf Ende dieses Jahres terminiert ist, einfliessen.

Mit diesen kurzen Bemerkungen danke ich dem Bundesrat noch einmal für die entsprechenden Ausführungen und werde mir vorbehalten, im einen oder anderen Themenbereich punktuell weitere Schritte zu unternehmen.