Knecht Hansjörg · Nationalrat · 2012-09-19
Knecht Hansjörg · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-09-19
Wortprotokoll
Es braucht keine umfassende Statistik, um zu beweisen, dass die Agrarpolitik der letzten Jahre bezüglich Futtergetreideproduktion kein Ruhmesblatt darstellt. Denn aufgrund fehlender Rentabilität für die Produzenten ging die inländische Produktion von Futtermittelrohstoffen kontinuierlich zurück. Futtergetreide, Körnermais und Eiweisspflanzen, decken heute nur noch 45 Prozent des Bedarfs der Futtermittelhersteller ab. Die Abhängigkeit von Importen wird dadurch verstärkt, und die Umweltprobleme werden in die grossen Exportländer verlagert.
Eine höhere inländische Rohstoffproduktion für die Futtermittelherstellung ist jedoch unerlässlich, damit beispielsweise Schweizer Fleisch auch diese Auslobung verdient. Eine inländische Produktion von Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen bedeutet auch eine nachhaltige Produktion, weniger Massenimporte von Produkten, welche ohne Rücksicht auf die Umwelt produziert wurden, den Fortbestand einer starken Branche und ihrer Arbeitsplätze, Nahrungsmittelsicherheit für die Konsumenten sowie Produkte von hoher Qualität.
Leider nimmt auch die vorliegende Vorlage auf die künftigen nationalen und internationalen Herausforderungen der Agrarproduktion zu wenig Rücksicht. So hat sich die Welt in den letzten Jahren bezüglich Nahrungsmittelproduktion fundamental geändert. Immer mehr Güter werden knapper werden, und damit wird der Verteilkampf um die knappen Güter härter. Das heisst, Machtpolitik wird den freien Markt ersetzen. Eine produzierende Landwirtschaft und die Verarbeitung sind daher wie eine Versicherung in Bezug auf unsere Souveränität. Deshalb dürfen wir die Versorgungssicherheit nicht weiter delegieren und müssen dafür sorgen, dass eine angemessene Versorgung mit Nutztierfutter gewährleistet ist. Dabei muss insbesondere die Unterstützung des Futtergetreideanbaus wesentlich weiter gehen als vorgesehen.
Die SVP-Fraktion, wie es von Kollege Caspar Baader angetönt wurde, unterstützt deshalb den Einzelantrag Bourgeois zu Artikel 54.