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Föhn Peter · Ständerat · 2013-03-13

Föhn Peter · Ständerat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2013-03-13

Wortprotokoll

Ich bitte Sie, hier eine weitere Differenz zu bereinigen und dem Beschluss des Nationalrates zu folgen. Es geht um Artikel 54, um den ehemaligen sogenannten Zuckerartikel. Der Bundesrat schlägt in Absatz 1 einfach einen Beitrag für einzelne Kulturen vor. Der Nationalrat hat dann neu einen Buchstaben b eingebracht, wonach eine angemessene Versorgung mit Nutztierfutter zu gewährleisten ist. Es geht hier darum, dem Bundesrat zu erlauben, die Produktion inländischer Futterkulturen zu unterstützen und den Import von Kraftfutter zu reduzieren. Die Kann-Formulierung lässt jedoch dem Bundesrat einen Handlungsspielraum bei der Umsetzung dieses Artikels, vor allem bei der Auswahl der zu unterstützenden Kulturen und der Höhe des Beitrages.

Für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft spielen im Inland angebaute Getreide- und Eiweisspflanzen eine wichtige Rolle, denn die einheimischen Konsumenten sind betreffend Herkunft der Futtermittel zunehmend [PAGE 159] sensibilisiert. Der Selbstversorgungsgrad liegt jedoch beim Futtergetreide unter 50 Prozent, beim Kraftfutter sogar unter 40 Prozent. Wollen wir eine langfristige Erhöhung des Selbstversorgungsgrades beim Futter erreichen, muss bei der Wirtschaftlichkeit von Getreide- und Futtermittelrohstoffen angesetzt werden. Mit dem künftigen Zahlungssystem wird ein Fokus auf die Ökologie gelegt. Dadurch sinkt die Attraktivität des Futtergetreides weiter, denn aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit ist der Anbau von Futtergetreide oder Eiweisspflanzen heute nicht rentabel und führt unter Berücksichtigung aller Kosten zu negativen Erlösen. Dies wird durch die Änderung im Rahmen der Agrarpolitik 2014-2017 noch verschärft.

Die Nutztiere in der Schweiz werden zu knapp 20 Prozent mit Kraftfutter gefüttert, das heisst mit Energie- und Proteinträgern in Mischfutter. Der Gesamtverbrauch hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Deutlich zurückgegangen ist aber die inländische Produktion von Futtermittelrohstoffen. Dadurch ist der Importanteil in den letzten zwanzig Jahren von zirka 28 Prozent auf 60 Prozent angestiegen. Dies ist hauptsächlich auf folgende Gründe zurückzuführen:

1. Aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit ist der Anbau von Futtergetreide oder Eiweisspflanzen wie gesagt überhaupt nicht mehr rentabel und führt unter Berücksichtigung aller Kosten zu negativen Erlösen.

2. Durch fehlende Attraktivität gegenüber anderen Betriebszweigen - dies unter anderem wegen der Ökobeiträge - ist die Futtergetreidefläche seit 1990 um 44 000 Hektaren gesunken, das heisst um über 40 Prozent. Gleichzeitig ist die Kunstwiesenfläche im gleichen Masse gestiegen.

3. Durch das Verbot der Verfütterung von tierischen Eiweissen und Gastrosuppen ist der Bedarf an pflanzlichen Proteinen bei uns stark angestiegen.

Gerade in unseren voralpinen Regionen könnte viel geeignetes Futtermittel angepflanzt werden. Betreffend die Finanzierung sind bereits verschiedene Wege angedacht.

Im Sinne einer durchgehenden Swissness bitte ich Sie, meiner Minderheit und somit dem Nationalrat zu folgen.