Pfister Theophil · Nationalrat · 2001-09-27
Pfister Theophil · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2001-09-27
Wortprotokoll
Ich will es kurz machen. Ich habe diesen Einzelantrag - der mit dem Antrag von Kollege Vollmer identisch ist - aus persönlicher Betroffenheit und gestützt auf persönliche Erfahrungen im Sport eingereicht. Ich will damit am Embargogesetz nichts abschwächen. Es gibt auch keine Hintermänner, sondern der Antrag basiert auf [PAGE 1258] Erfahrungen, speziell eben aus den früheren Ostkontakten im Sport. Damals hatte der Sport eine ganz besondere Funktion. Ich glaube, wir dürfen im Nachhinein feststellen, dass er diese Aufgabe besonders gut erfüllt hat.
Das Ziel meines Zusatzantrages ist es also, den Sport nicht zusätzlich zu verpolitisieren. Das tun wir aber, wenn wir den Sport explizit in ein Embargogesetz einbinden.
Es gibt eigentlich zwei Gründe: Einer davon ist, dass der Sport eine völkerverbindende und unpolitische Funktion hat. Herr Vollmer hat das eindrücklich geschildert. Der zweite Grund - das haben die Sportler sehr stark erfahren -: Wer ist betroffen, wenn ein Embargo ausgesprochen wird? Es sind unsere Spitzensportler, die sich jahrelang auf eine Olympiade vorbereitet haben, und plötzlich heisst es, sie dürften - aus umstrittenen Gründen - nicht antreten. Das ist geschehen, in Moskau, 1980. Es gab auch andere Daten. Das Resultat sind dann eigentlich Resignation und Schaden auch für unsere eigenen jungen Sportler.
Sport sollten wir als etwas Besonderes und Unpolitisches betrachten. Deshalb bitte ich Sie, den Begriff "Sport" aus dem Embargogesetz zu entfernen.