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Galladé Chantal · Nationalrat · 2012-03-15

Galladé Chantal · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-03-15

Wortprotokoll

Vor einiger Zeit war ich mit der Zürcher Stadtpolizei eine Nacht lang unterwegs im Rotlichtmilieu und auf dem Strassenstrich, um mir ein Bild vor Ort machen zu können. Ich habe mich gewundert, wie jung zum Teil die Frauen waren, die ihre Dienste anboten. Ich habe dann bei späteren Recherchen und auch im Gespräch mit meinem Kollegen Luc Barthassat erfahren, dass es auch Schweizer Escortservices gibt, die sogar gezielt damit werben, dass die Schweiz das einzige europäische Land sei, das die Prostitution ab 16 Jahren erlaube.

Wir wollen dies ändern, und ich freue mich, dass jetzt auch Bewegung in die Sache kommt und dass die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates das Anliegen so klar und einstimmig unterstützt und daran festhält. Ich erachte es für wichtig, dass wir die Umsetzung des Übereinkommens des Europarates zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch unterzeichnen und dass wir [PAGE 519] das Prostitutionsalter wie alle anderen europäischen Länder auch auf 18 Jahre anheben. Ich glaube, es ist wichtig, dass unser Staat, die Schweiz, die Kinder schützt. Uns geht es dabei nicht darum, die Jugendlichen zu bestrafen, die ihre Dienste anbieten, sondern uns geht es darum, dass es für die Freier ein Verbot gibt, analog zu einem Teil der nordischen Länder.

Ich freue mich deshalb, dass sich der Bundesrat an die Arbeit gemacht hat. Mein Kollege Luc Barthassat und ich wollen unsere parlamentarischen Initiativen aufrechterhalten - wie das auch meine Kollegen Freysinger und Sommaruga gesagt haben -, weil wir eine schnelle Lösung wollen, weil wir die Arbeit des Bundesrates vorantreiben wollen, weil wir auch den Druck aufrechterhalten wollen, dass das Anliegen bestimmt so umgesetzt wird, wie wir es wollen, und weil man Trümpfe nicht zu früh aus der Hand geben sollte.